Facebook geht an die Börse

Als ob sich die Börse im ersten Monat des neuen Jahres noch nicht schillernd genug präsentiert hätte, heizte die Nachricht über den geplanten Börsengang von Facebook die Internetfantasie nach langem wieder einmal richtig an.

Social MediaKein Börsen-Talk, der an diesem Thema vorbeikam. Von einem neuen Goldrausch kann hier allerdings noch lange nicht die Rede sein, wie sich auch an der aktuellen Online-Umfrage auf unserem Internetportal www.boerse-go.de zeigt, in der wir nach dem Interesse der User an der neuen Aktie fragen.

Denn im Vergleich zu der starken Verbreitung des sozialen Netzwerks in bestimmten vorwiegend jüngeren Bevölkerungsschichten scheinen die Anleger bei der Investment-Variante mit einer Ablehnungsquote von knapp 83 Prozent doch überraschend skeptisch zu sein. Gerade einmal 13 Prozent halten die Aktie danach für kaufenswert. Laut einer Erhebung des Deutschen Anleger-Fernsehens (DAF) würden sich ebenfalls nur 39 Prozent zum jetzigen Zeitpunkt den Titel selbst ins Depot legen.

Bei den Investoren ist also noch jede Menge Überzeugungskraft nötig, um eine der größten Innovationen „seit der Erfindung des Massendrucks vor einigen hundert Jahren“ auch zu einem Renner an der Börse werden zu lassen. Zumindest der Web-2.0-Forscher Dr. Klemens Skibicki sieht die Bedeutung des Themas „Social-Media“ gegenüber dem „DAF“ so.

Seiner Meinung nach handelt es sich dabei nicht um einen momentanen Hype, sondern um einen grundsätzlichen Wandel in der Kommunikationsstruktur, der sich nicht mehr umkehren lässt, auch wenn Facebook eines Tages tatsächlich seine Marktführerschaft verlieren sollte. Dann würden andere Anbieter an dessen Stelle treten. Die von vielen Datenschützern beklagte massenhafte Sammlung individueller Daten sieht der Wissenschaftler dagegen sogar als Vorteil, da mit der gegenüber anderen Online-Diensten geringeren Anonymität auch eine höhere Authentizität verbunden ist, die für einen gewissen Selbstreinigungsprozess sorgt.

Wie dem auch sei, stellt sich für alte „Börsenhasen“ bei dem für April/Mai geplanten IPO sowieso nur die eine entscheidende Frage: Gelingt es dem Unternehmen aus seinen aktuell rund 845 Mio. Nutzern tatsächlich entsprechend Kapital zu schlagen?

Seite 2: Wie partizipiert der Anleger an dem Social Media Hype?

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