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22. Dezember 2012, 08:26
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HSBC: Impulse in Indien

Die indische Regierung ist wieder auf dem richtigen Kurs, und die Wiederaufnahme von Infrastrukturprojekten wird zeigen, dass das Haushaltsdefizit zur Entwicklung des Humankapitals eingesetzt wird. Dies sollte ab 2013 für Wachstumsimpulse sorgen.

Gastkommentar: Sanjiv Duggal, HSBC

HSBC

Sanjiv Duggal, HSBC

Im Haushaltsjahr bis März 2013 rechnen wir mit einem unter der Konsensschätzung von sechs Prozent liegenden Haushaltsdefizit. Indien hat sich einer aggressiven Haushaltskonsolidierung verschrieben: Bis 2017 soll das Staatsdefizit auf drei Prozent des BIP reduziert werden.

Das Haushaltsdefizit in Indien ist zwar aktuell hoch, weicht aber nicht wesentlich vom Durchschnitt der letzten zehn Jahre ab. Parallel dazu ist das indische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den vergangenen Jahren auf realer Basis um durchschnittlich 7,6 Prozent gewachsen – das nominale BIP-Wachstum war mit rund 15 Prozent noch einmal deutlich höher. In den letzten drei Quartalen haben binnenwirtschaftliche Faktoren (rückläufige Investitionen) genauso wie globale Faktoren (Euro-Krise) das BIP-Wachstum belastet, so dass die Wachstumsrate mit durchschnittlich 5,3 bis 5,5 Prozent einen zyklischen Tiefpunkt markierte.

Dadurch haben die Sorgen über das Haushaltsdefizit zugenommen. Im Haushaltsjahr bis März 2013 rechnen wir mit einem unter der Konsensschätzung von sechs Prozent liegenden Haushaltsdefizit. Indien hat sich einer aggressiven Haushaltskonsolidierung verschrieben: Bis 2017 soll das Staatsdefizit auf drei Prozent des BIP reduziert werden. Die Regierung möchte verschiedene Subventionen kürzen. Durch direkte Barauszahlungen anhand von Identifikationsnummern (Unique Identity Number, UID) sowie eine gezieltere Auswahl der Empfänger sollen Sozialleistungen zudem effektiver verteilt werden. Indiens hohes Haushaltsdefizit ist auf die Ausgaben für Subventionen und verschiedene Sozialleistungen der Regierung zurückzuführen. In Schwellenländern sind hohe Haushaltsdefizite nicht unüblich.

Korruption wird bekämpft

Wie in vielen anderen Ländern ist die Korruption in Indien weiterhin ein Problem. Allerdings könnte das Land nach der kritischen Medienberichterstattung über die Korruptionsskandale der letzten zwei Jahre jetzt an einem Wendepunkt stehen. Eine positive Folge dieser Entwicklung ist die Entscheidung der Regierung, Lizenzen für Rohstoffvorkommen und Telekommunikationsnetze öffentlich zu versteigern. Versteigerungsverfahren erhöhen die Transparenz und stärken den Staatshaushalt. Bei öffentlichen Ausschreibungen werden etablierte Anbieter im Vorteil gegenüber den Unternehmen sein, die zuvor nur deshalb zum Zuge kamen, weil sie die richtigen Verbindungen hatten.

Die Biometrie-Technologie ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie die Technologie im Kampf gegen die Korruption in Indien helfen kann. In der Vergangenheit wurde ein Großteil der Sozialleistungen in Indien manuell verteilt, wobei große Summen von skrupellosen Mittelsmännern beiseite geschafft wurden. Das 2010 gestartete Unique Identification Authority of India (UIDAI) Programm der indischen Regierung setzt Biometrie-Technologien ein, um die persönlichen Daten der 1,2 Milliarden Einwohner des Landes zu erfassen. Durch den neuen Identifikationsnachweis kann die Regierung direkte Einzahlungen auf die Konten der Empfänger vornehmen – das könnte den Schwund auf den Verteilungswegen deutlich verringern. Am 1. Januar 2013 wird ein entsprechendes Pilotprogramm in 51 Distrikten gestartet.

Wenn die Wachstumserwartungen der Anleger wieder zunehmen, werden sie auch die Aussichten für die Staatsfinanzen und die Währung wieder positiver bewerten. Eine stärkere Währung kann einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Subventionen für importierte Rohstoffe (Öl und Düngemittel) leisten.

Unser Portfolio zeichnet sich durch eine hohe Gewichtung der zyklischen Werte aus. Wir meinen, dass die indische Wirtschaft mit ihrer soliden Binnenwirtschaft über ein nachhaltig starkes Rückgrat verfügt. In den ländlichen Regionen wird weiter rege konsumiert. Langfristig betrachtet spricht viel für ein Engagement in Indien. Wenn wir Recht behalten und die Zinsen im Jahr 2013 tatsächlich sinken, dürfte sich dies positiv auf zyklische Aktien am indischen Markt auswirken. Zum einen würden ihre Kosten sinken, zum anderen dürfte sich ihr Geschäft beleben. Aus diesen Überzeugungen heraus übergewichten wir Aktien aus den Bereichen Gesundheit, zyklische Konsumgüterwerte, Grundstoffe und Industrie.

 

Autor Sanjiv Duggal ist Senior Portfolio Manager und leitet den Aktienfonds HSBC GIF Indian Equity für HSBC Global Asset Management.

Foto: HSBC

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