17. März 2012, 10:28
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Mit Dividenden aus der Festgeldfalle

Es ist schon merkwürdig. Privatanleger haben im Zuge Finanz- und Wirtschaftskrise das Vertrauen in die Kapitalmärkte verloren. Das ist nachvollziehbar. Allerdings sollte man sich auch fragen, ob ihre Erwartung an mögliche Renditen und damit verbundene Risiken nicht etwas überzogen war.

Philipp von Königsmarck, Fidelity

Gastkommentar: Philipp von Königsmarck, Fidelity

Denn Marktschwankungen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Mit langen Anlagezeiträumen und einer breiten Diversifikation, wie sie Fonds bieten, lassen sich kurzfristige Marktschwankungen jedoch ausgleichen. So haben Anleger, die zwischen 1986 und 1996 angefangen haben, monatlich über 15 Jahre einen gleichbleibenden Betrag in den MSCI World Index zu investieren, eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,1 Prozent erzielt.

Weder Staatsanleihen scheinbar sicherer Länder noch Bareinlagen wie Festgeld haben solche Renditen erreicht. Zurzeit liegen die Zinsen dieser Anlagen auf dem Niveau der Inflationsrate – oder sogar darunter. Das heißt, viele Sparer verlieren damit real Geld. Und das ist das Merkwürdige: Trotzdem legen viele Privatanleger ihr Geld weiter in Staatsanleihen, Festgeld und Co an. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert, der Vertrauensverlust in die Geldanlage als Ganzes leider auch.

Aktien wirklich alternativlos

Aber was ist die Alternative? Für Anleger, die eine Rendite jenseits des Inflationsniveaus suchen, sind Aktien mit einer nachhaltigen Dividendenhistorie interessant. Sie bieten das Beste aus zwei Welten: Die Möglichkeit einer regelmäßigen Ausschüttung über Inflationsniveau und bei sorgfältiger Aktienwahl die Aussicht auf Kapitalzuwachs durch steigende Kurse.

Dividendenorientierte Anlagestrategien sind vor allem in Zeiten historisch niedriger Zinsen und wirtschaftlicher Abschwungsphasen erfolgreicher. Das haben nicht erst die geplatzte Dotcom-Blase im Jahr 2000 und die weltweite Finanzkrise 2008 bestätigt.

Firmen mit einer starken Dividendenhistorie liegen in ihrer langfristigen Wertentwicklung meist über dem Marktdurchschnitt und sind weniger volatil. Hinzu kommt, dass die Dividendenrendite aktuell deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Dabei lohnt der Blick über den europäischen Tellerrand: Aus dem MSCI World Index schütten über 350 Unternehmen eine Dividendenrendite von über 4 Prozent aus. Im MSCI Europe Index bieten nicht einmal halb so viele Unternehmen diesen Wert.

Langfristig tragen Dividenden damit einen wesentlichen Teil zur Gesamtrendite von Aktien bei. Wer vor zehn Jahren 100 Euro in den MSCI All Country World Index investierte, hätte nach einem turbulenten Jahrzehnt für Aktien aktuell ohne Dividenden rund 92 Euro zurückerhalten, inklusive thesaurierter Dividenden jedoch knapp 120 Euro. Was bedeutet das für Anleger? Bisher haben sie primär in Aktien investiert, um am Marktwachstum teilzuhaben. Jetzt ist es Zeit, Aktien aufgrund ihrer Gesamtrendite zu kaufen.

Der Autor Philipp von Königsmarck leitet den Vertrieb über unabhängige Finanzdienstleister bei der Fondsgesellschaft Fidelity International, Kronberg im Taunus, und ist regelmäßiger Cash.-Kolumnist.

Foto: Fidelity International

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