Anzeige
31. März 2012, 10:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Postbank: Geldschwemme treibt Ölpreis hoch

Der Ölpreis ist in diesem Jahr bereits kräftig gestiegen. Die Volkswirte der Postbank erwarten, dass das aktuelle Preisniveau noch keineswegs das Ende des Aufwärtstrends darstellt.

ÖlAuf bis zu 135 US-Dollar soll der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent in den kommenden zwölf Monaten klettern. Zu Jahresbeginn hatte ein Fass dieser Sorte noch rund 105 US-Dollar gekostet. Seitdem stieg der Preis bereits auf 125 US-Dollar an.

“Dieser Anstieg ist zum Teil eine unerwünschte Nebenwirkung der expansiven Geldpolitik, mit der die Notenbanken in Europa und den USA die Finanzmarktkrise bekämpft haben”, sagt Dr. Marco Bargel, der Chefvolkswirt der Bonner Postbank: “Letztlich steckt hinter dem Preisanstieg die Erwartung, dass die expansive Geldpolitik tatsächlich die Konjunkturentwicklung stützt und damit zu einer hohen Nachfrage nach Erdöl beiträgt.”

Angst vor Militärschlägen kein Preistreiber

Die geopolitische Lage hat nach Bargels Einschätzung dagegen beim jüngsten Ölpreisanstieg kaum eine Rolle gespielt. Es gäbe deutliche Indizien, dass die politische Auseinandersetzung mit dem Iran und ein möglicher bevorstehender Militärschlag gegen den ölreichen Golfstaat kaum für die aktuellen Preissteigerungen verantwortlich seien. “Die wesentlichen Treiber für den Ölpreis sind derzeit die physische Nachfrage für die Produktion sowie das Verhalten der Notenbanken”, meint Bargel.

Und weiter: “Auch das Verhalten nicht-kommerzieller Anleger spricht dafür, dass der Ölpreis weiter steigen wird. Die Erwartung dieser Investoren, die Öl nicht wie eine Fluggesellschaft für ihr originäres Geschäft benötigen, sondern lediglich an der Preisentwicklung partizipieren wollen, lässt sich an der sogenannten Netto-Long-Position erkennen. Ist dieser Saldo positiv, rechnen die nicht-kommerziellen Anleger mit einem steigenden Ölpreis.” Aktuell dürften die Beruhigung in Sachen Staatsschuldenkrise und die robuste Konjunkturentwicklung für einen hohen Wert sorgen, so der Chefvolkswirt.

Wenig spricht für sinkende Preise

Bargels Befürchtung: Je länger die Leitzinsen niedrig und die Liquiditätsausstattung der Banken hoch bleiben, desto größer wird auch die Gefahr, dass Spekulationen auf den Ölpreis zunehmen und diesen in die Höhe treiben.

Den größten Effekt auf das Preisniveau hätte aber eine tatsächliche Beschränkung der Öllieferung: “Sollte es allerdings tatsächlich zu einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran und damit zu einer sofortigen Verknappung des Ölangebots kommen, könnte sich der Ölpreis binnen kurzer Zeit von heutigem Niveau aus verdoppeln.” (mr)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Große Koalition schafft Durchbruch bei bAV-Reform

Geringverdiener sollen über eine Stärkung der Betriebsrente besser vor Altersarmut geschützt werden. Dazu solle insbesondere für kleine und mittlere Betriebe die Einrichtung einer betrieblichen Altersversorgung attraktiver werden – durch steuerliche Förderung und Entlastung bei der Haftung. Dies sieht eine Reform der Betriebsrente vor, auf die sich die Koalitionsfraktionen verständigt haben und die noch vor Ende der Legislaturperiode verabschiedet werden soll.

mehr ...

Immobilien

Klimaschutz geht auch günstiger

Klimaschutz ist für Hausbesitzer häufig teuer, denn kostengünstige Maßnahmen werden nicht ausreichend gefördert. Das bemängelt die “Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand”. In einem Forschungsprojekt untersucht sie die Einsparpotenziale verschiedener Technologien.

mehr ...

Investmentfonds

Lyxor bringt ETF gegen Zinsanstieg in den USA

Für Anleger, die kostengünstig im Markt für US-Unternehmensanleihen engagiert sein möchten, gleichzeitig aber einen Zinsanstieg befürchten, hat Lyxor nun den $ Floating Rate Note Ucits ETF  aufgelegt.

mehr ...

Berater

“BU-Beratung durch Makler als bester Weg zur passenden Lösung”

“Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein hoch erklärungsbedürftiges Produkt”, sagt Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherung. Im Interview mit Cash. sprach er über die Bezahlbarkeit von BU-Policen und “best advice” vom Versicherungsmakler.

mehr ...

Sachwertanlagen

Prospekthaftung: BaFin gibt Entwarnung – ein wenig

Die BaFin hat gegenüber Cash. zu einem BGH-Urteil Stellung genommen, das einen von ihr geprüften Fondsprospekt mit deutlichen Worten kassiert hatte und damit auch Fragen zur Rechtssicherheit aktueller Emissionen aufwirft.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...