Schuldenkrise: Kampf mit dem dreiköpfigen Monster

Investoren fürchten, dass die Krise im Euroraum zu einem Auseinanderbrechen der Währungsunion führen und den Bankensektor gefährden kann. Der globale Asset Manager MFS hat dazu eine ganz eigene Meinung.

Benjamin Stone, MFS Investment Management
Benjamin Stone, MFS Investment Management

Die Schuldenkrise in Europa und das mögliche Ende der Währungsunion gelten als das größte Risiko für das internationale Finanzsystem. Dies gilt umso mehr, als in Griechenland und Frankreich die Befürworter der Austeritätsprogramme abgewählt wurden.

In den USA stehen Präsidentschaftswahlen und der Konsolidierungszwang bevor. Die Investoren sorgen sich wegen der für Ende 2012 erwarteten Steuererhöhungen und Gesetzesänderungen. „Europa kämpft mit einem dreiköpfigen Monster. Die Staatsschulden sind zu groß, die Banken haben zu hohe Risiken in ihren Büchern und es gibt strukturelle Ungleichgewichte zwischen den 17 Euroländern − eine Folge ihrer gemeinsamen Währung und Geldpolitik“, erklärt Benjamin Stone, Aktien-Portfoliomanager bei MFS Investment Management.

Die Staatsschulden und die Kreditbücher der Banken könnten nicht auf Dauer so hoch bleiben. Der Schuldenabbau werde schmerzhaft sein und mehrere Jahre benötigen. Das Wirtschaftswachstum werde abnehmen und es gebe politische Unruhen.

Große Herausforderungen für EU-Politiker

Die unterschiedlichen Auffassungen über den richtigen Umgang mit den Problemen haben bereits zum Sturz der Regierungen in Frankreich, Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und den Niederlanden geführt, so Stone, der weiter ausführt: „Die europäische Konjunktur ist schwach, und die Peripherieländer befinden sich sogar in der Depression. Dies macht die Rückzahlung der Schulden noch schwieriger.“

Seite zwei: Fiskalunion mit enormen Transferleistungen politisch nicht akzeptabel

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