24. September 2013, 07:55
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Dirk Müller: “Billiges Geld hat eine Billionenblase gebildet”

Dabei können wir bereits eine große Inflation beobachten – und zwar bei Staatsanleihen. Dorthin ist das billige Geld größtenteils geflossen und hat eine Billionenblase gebildet. Wenn diese platzt und Anleger massenhaft aussteigen, werden sie Geld in der Hand haben, das sie weiter investieren wollen. Das wird in reale Werte wie Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle und nicht zuletzt Flachbildschirme fließen. Dann werden wir auch eine hohe Inflation an der Ladentheke registrieren. Die Frage ist nicht, ob das angestaute Inflationspotenzial wirksam wird, sondern wann.

Zu welchem Zeitpunkt wird es nach Ihrer Einschätzung dazu kommen?

Dirk Müller: Wenn die Notenbanken ihre Stützen entfernen, bricht der Damm und die Investoren steigen aus. Fed, EZB und Co. werden dann kaum mehr bereit oder in der Lage sein, alles aufzukaufen, um den Markt zu stabilisieren, und so bahnt die Flut sich ihren Weg. Vielleicht funktioniert es noch ein oder zwei Jahre, aber unendlich lange können die aktuellen Maßnahmen nicht weitergeführt werden.

Wir kaufen uns alle paar Monate neue Zeit, aber zu immer teureren Preisen. Es handelt sich bei allen Bemühungen eben nicht um einen ausgeklügelten Plan. Vielmehr sehen wir einen Clown in der Manege, der versucht, dreizehn Teller auf Nase, Händen und Füßen zu jonglieren.

Ständig kommt weiteres Geschirr hinzu und es bedarf nur einer kleinen Ablenkung, schon liegt ein großer Scherbenhaufen am Boden.

Wie müssen Anleger und Berater in dieser Gemengelage vorgehen?

Dirk Müller: Sie sollten sich auf keinen Fall vom Aktienmarkt fernhalten. Das vertrete ich seit vielen Jahren und an diesem Rat hat sich nichts geändert. Aktieninvestments sind die sinnvollsten Investitionen.

Der Fokus sollte auf starken Unternehmen mit sauberen Bilanzen und attraktiven Gewinnprognosen liegen. Idealerweise kauft man Aktien natürlich günstig ein. Profis versuchen, ihre Einkäufe so zu timen, dass die Kurse gerade niedrig sind. Das ist ebenso schwierig vorherzusagen wie das künftige wirtschaftliche Umfeld eines einzelnen Unternehmens.

Deswegen sollten gerade normale Anleger, die nicht rund um die Uhr das Börsenparkett im Blick haben wollen, ihr Kapital grundsätzlich streuen. Darüber hinaus empfehle ich regelmäßige Einzahlungen, am besten eng getaktet, etwa monatlich.

Seite drei: Gold und andere Edelmetalle zu empfehlen?

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2 Kommentare

  1. Seit Jahren wird billiges Geld in die Wirtschaft gepumpt. Mit einem Wermutstropfen. Das billige Geld fließt nicht in die Realwirtschaft sondern in die Geldwirtschaft. Während sich die Geldwirtschaft, wie sie auch richtig gesagt haben bereits in einer Blase befindet oder daran zu ersticken drohen, tun sich kleine und mittlere Betrieb immer noch schwer an günstige Finanzierungen oder überhaupt an frisches Geld zu kommen. Wie kann in solch einem Umfeld die gewerbliche Wirtschaft in Schwung gebracht werden oder gar überleben.

    Kommentar von Tirom — 25. September 2013 @ 09:02

  2. Wenn ich das richtig lese und auch nur halbwegs verstehe, dann kommt der Supergau; Die Frage ist nicht gar nicht ob, sondern wann; Wenn die Notenbanken ihre Druckerpressen anhalten sollten, was Sie nicht tun werden, was passiert denn dann ? Der Geldstrom ist wie der Golfstrom, hört er auf zu fließen, war´s das. Aber nun einmal im Ernst, ist das, was zur Zeit betrieben wird, nicht einfach nur Flickschusterei ? Ein Feuer ist noch nicht richtig eingedämmt, da bricht bereits der nächste Brand aus. Es ist an der Zeit, unsere Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme einmal sehr gründlich zu überdenken und zu reformieren, je eher, desto besser. Es bleibt spannend.

    Kommentar von Nils Fischer — 24. September 2013 @ 18:20

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