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6. Dezember 2013, 15:30
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Frontier Markets: Dossier

In Industriestaaten wachsen die Schuldenberge in den Himmel, in Schwellenländern kamen 2013 die Börsen unter Druck. Nach Meinung von Experten werden 2014 besonders Frontier-Märkte wie Afrikas Volkswirtschaften mit kräftigem Wachstum glänzen.

Frontier Markets

Die noch unterentwickelten sogenannten Grenzmärkte wie Nigeria, Katar oder die Ukraine waren bereits  2013 erfolgreich; der Aktienindex MSCI Frontier Markets konnte um 16,4 Prozent zulegen.

“Im Vergleich zum Index MSCI Emerging Markets, der im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 7,1 Prozent verzeichnete, kann sich diese Wertentwicklung durchaus sehen lassen”, urteilen die Experten der britischen Fondsgesellschaft Baring Asset Management und betonen, dass es sich dabei zumeist um ein langfristiges und strukturelles Wirtschaftswachstum handelt. Insbesondere die Zuwächse bei den Unternehmensgewinnen sorgen für anhaltende Zuflüsse von Anlegern in die Asset-Klasse Frontier-Market-Aktien.

Barings: Frontier-Märkte im Jahr 2014 top

Barings erwartet auch für 2014 eine fortlaufend gute Wertentwicklung. Investoren hoffen, neben den Wachstumschancen von der niedrigen Korrelation mit anderen Anlageklassen zu profitieren.

Michael Levy, als Investment Manager für den Baring Frontier Markets Fund zuständig, sagt: „Es gibt eine Vielzahl von Gründen, weshalb Anleger in Frontier-Märkten positiv in das Jahr 2014 schauen können. Grenzmärkte sind ineffiziente Märkte in einem frühen Entwicklungsstadium, die oftmals fehlbewertete Anlagechancen zu bieten haben und wir gehen davon aus, dass die treibenden Faktoren, die die Märkte bisher im Jahr 2013 unterstützt haben – das Potenzial für langfristiges strukturelles Wachstum in Kombination mit einer niedrigen Korrelation zu anderen Assetklassen – auch weiterhin fortbestehen werden.”

Von den politischen Entwicklungen zeigt sich Levy ebenfalls überzeugt: “Außerdem sind wir durch die politischen Entwicklungen in diesem Jahr zusätzlich bestärkt, die den Fortschritt der Länder in unserem Investmentuniversum in Richtung einer wirtschaftlichen Liberalisierung und Demokratie aufweisen – wenn auch mit einer langsamen Geschwindigkeit.“

Sein Portfolio ist breit über die großen Frontier-Märkte diversifiziert und weist umfangreiche Positionen in Nigeria, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Kenia auf. Die drei größten Sektoren sind das Finanzwesen, die Telekommunikation und Basiskonsumgüter.

Noch reichlich Energie vorhanden

Zwei Anlageklassen, in denen man bei Barings ein besonderes Investmentpotenzial sieht, sind Chancen im Bereich der neuen Energien und bei Unternehmen im Gesundheitswesen. Erstgenannte umfassen außergewöhnlich hohe Öl- und Gasvorkommen in Kurdistan und Nordirak, die wahrscheinlich in Kürze an den Markt gebracht werden.

Als Zweites spiegeln Unternehmen im Gesundheitswesen die schnellen Produktionszuwächse von generischen Arzneimitteln in vielen Volkswirtschaften der Frontier-Märkte wider, genauso wie die zunehmende Inanspruchnahme einer privaten Gesundheitsversorgung zur Ergänzung des öffentlichen Gesundheitswesens, insbesondere im Nahen Osten.

Was die Länderentwicklung angeht, stechen laut Barings die Märkte im Nahen Osten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, als eine der Regionen mit besserer Performance heraus, da der Bankensektor in den Emiraten als sicherer Hafen in einer Zeit profitierte, in der sich die anhaltende Instabilität auf einige andere Länder der Region auswirkte.

Ein anderes Ziel verfolgt Schwellenland Nummer Eins auf dem Schwarzen Kontinent. China versucht, seinen gigantischen Rohstoffbedarf zu großen teilen in Afrika zu decken.

Afrika-Fondsmanager Jens Schleuniger erläutert: “Momentan bezieht die People’s Republic knapp 20 Prozent der Erdöl-, sechs Prozent der Eisenerz- und knapp acht Prozent der Kupferimporte von Afrika. Alle drei Werte dürften jedoch in Zukunft signifikant ansteigen, wobei insbesondere ein zusätzlicher, vierter wichtiger Rohstoff für China interessant werden könnte: Erdgas. Die spektakulären Erdgas Entdeckungen vor der Küste Mozambiques und Tansania haben das Potenzial, bis Ende dieser Dekade den Großteil des zusätzlichen Erdgasbedarfs in China zu decken.”

China hat Afrikas Reize erkannt

Den oftmals angesprochenen Kolonialismus durch die Chinesen kann Schleuniger nicht bestätigen: “Es ist festzuhalten, dass China beispielsweise bei der Übernahme von Rohstoffunternehmen keine Vormachtstellung besitzt. Außerdem wird oft verschwiegen, dass die geschätzte eine Million Chinesen in Afrika im Verhältnis zu der gesamten afrikanischen Bevölkerung von rund einer Milliarde relativ gering ausfällt, sowie die Tatsache, dass China beim viel diskutierten Land-Grabbing nicht mehr oder weniger aktiv ist als andere Länder, wie beispielsweise Indien. Was man allerdings nicht abstreiten kann ist, dass China auf der Finanzierungsseite, insbesondere bei Infrastruktur, eine sehr starke Stellung einnimmt.” Die Volksrepublik finanziert beispielsweise wesentlich mehr Infrastruktur Projekte in Afrika als zum Beispiel die Weltbank.

Auf der anderen Seite zeigten die Anti-China-Kampagne in Sambia oder die Tatsache, dass viele afrikanische Länder Anti-China-Arbeitsgesetze verabschiedet haben, dass offensichtlich Handlungsbedarf bestehe, so Schleuniger, der bislang bei VCH Investments, ab dem Jahreswechsel bei der Fondsgesellschaft Silk Invest tätig sein wird: “Vielerorts bestehen signifikante Mängel bei den Arbeitsbedingungen und oft wird auch die eher unterdurchschnittliche Chinesische Qualität bemängelt. China versucht seit Kurzem den eher kritischen Stimmen entgegenzuwirken, indem man beispielsweise 12.000 Studienplätze in China für Afrikaner schuf, in allen außer vier Länder ein Konsulat eröffnet und über 1.500 Ärzte nach Afrika geschickt hat.”

Nichtsdestotrotz bleibt aus seiner Sicht festzuhalten, dass Chinas Engagement in den Medien oft überschätzt wird, die strategische Wichtigkeit von Afrika für das Reich der Mitte aber weiter zunehmen wird. Wenn sich Afrika und die übrigen Grenzmärkte auf dem Globus weiter modernisieren, kann dies auch für Aktieninvestoren gelten. Afrika erscheint auch den Experten von Barings als der Kontinent mit dem stärksten langfristigen Aktienmarktpotenzial. (mr)

Foto: Shutterstock

 

 

 

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1 Kommentar

  1. Schade, dass es immer das gleiche Spiel ist. Wenn eine junge Volkswirtschaft beginnt sich zu entwickeln, dann stürzen sich sofort die Parasiten aus den entwickelten Ländern drauf und beuten sie aus. Wie um Gottes Willen sollen diese Länder denn auf die Beine kommen? Aber das ist ja Nebensache. Hauptsache ist, dass Typen wie hr. Schleuniger sich daran bereichern können. Einen Schande ist das!

    Kommentar von Horst Lang — 12. Dezember 2013 @ 10:26

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