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10. Oktober 2013, 09:20
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Die Naumer-Kolumne: „Smart Risk“

Unser jüngstes Investment Forum, das die Chief Investment Officer und Anlagestrategen des ganzen Erdballs zu einer Marathon-Tagung zusammenbrachte, ist zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen…

Naumer

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

Die großen, von uns schon seit gut zwei Jahren proklamierten Trends, wirken fort. Entsprechend wird auch die Liquiditätswelle, die sich von den Zentralbanken rund um den Globus auf die Märkte ergießt, weiter für ein Anhalten der Phase unnatürlich niedriger Zinsen in der Industriestaaten-Hemisphäre sorgen. Darüber sollte auch die jüngste Diskussion um das „Tapering“, das langsame Zurückfahren der Anleihekaufprogramme durch die US-amerikanische Zentralbank (Fed), nicht hinwegtäuschen.

Zum einen hat die Fed die Reduktion der Anleihekäufe bis auf weiteres verschoben, zum anderen sind Europäische Zentralbank (EZB), Bank of Japan und Co unverändert mit einer expansiven Geldpolitik unterwegs. Die Krise in der Europäischen Währungsunion mag da zwar an Gefährdungspotenzial verloren haben, aber Unterstützung durch die EZB wird unverändert benötigt. Und: Die Schuldenstände privater Unternehmen und Staaten haben auf globaler Ebene ein Niveau erreicht, das eine Entschuldung erforderlich macht, diese aber mit Niedrigzinsen am reibungslosesten funktioniert. Die finanzielle Repression dürfte uns noch geraume Zeit begleiten.

Japan braucht strukturelle Verbesserungen

Auch ist nicht zu unterschätzen, dass die Bank of Japan derzeit noch einmal so richtig aufdreht – im Rahmen der sogenannten „Abenomics“. „Dieses Mal ist alles anders“ – das gilt zwar in Japan, allerdings nur bedingt. Neben der aggressiven Geld- und Fiskalpolitik, welche die bisherigen Wiederbelebungsversuche für diese Ökonomie übertreffen, bedarf es struktureller Reformen. Davon ist aber noch nichts zu spüren. Solange dieser dritte „Pfeil“ nicht abgefeuert wird, bleiben die Aktien des Inselreichs bestenfalls für eine taktische, nicht aber für eine strategische Positionierung interessant.

Während die Staatsanleihen bester Bonität nur ein Durationsrisiko tragen, aber keine Renditeperspektive bergen, bleibt das größte Risiko für die Kapitalanlage, kein Risiko einzugehen. Anleger sollten sich daher überlegen, wie sie klug am Renditepotenzial risikoreicherer Anlageklassen partizipieren können; bevorzugt diversifiziert.

Zum Risiko gibt es keine Alternative – gehen Sie es „smart“ an, meint Ihr Hans-Jörg Naumer.

 

Autor Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit dem Jahr 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors (AGI), Frankfurt.

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