31. Januar 2013, 13:59
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“Facebook war völlig überbewertet”

Moritz Rehmann managt gemeinsam mit Dr. Jan Ehrhardt, beide DJE Kapital AG, den Gamax Funds Junior. Der Aktienfonds will mit Investments in beliebte Marken und Produkte punkten.

Samsung, Apple

Cash.: Wie sieht Ihre Anlagestrategie aus?

Rehmann: Indem wir in sogenannte Junior Brands investieren, können wir in der Regel auch in schwierigen Zeiten Überrenditen erzielen. Unternehmen mit jugendlichem Markenimage und technologisch führenden Produkten haben sich in der Vergangenheit langfristig besser entwickelt als der durchschnittliche Aktienmarkt.

Der Gamax Funds Junior hat in den vergangenen fünf Jahren um 23,7 Prozent zugelegt. Damit hat sich der Fonds deutlich besser entwickelt als die führenden Börsenindizes. So stieg der Dow Jones im gleichen Zeitraum lediglich um rund zehn Prozent. Der Eurostoxx 50 sank dagegen sogar um 41,4 Prozent.

Wir sehen in der Outperformance des Fonds eine Bestätigung unserer Anlagestrategie, in führende Marken zu investieren, die sich mit ihren Produkten an junge Leute und Junggebliebene wenden.

Wo liegen die ökonomischen Gründe?

Solche Wachstumsgesellschaften könnten ihre Gewinne häufig über Jahre stärker steigern als die Mehrheit der börsennotierten Unternehmen. Dieser Wettbewerbsvorteil schlägt sich über kurz oder lang auch in einem besseren Aktienkurs nieder.

Wir fokussieren uns auf Marktführer mit hohen Margen. Zu den größten Positionen im Fonds zählen derzeit die Unternehmen Apple, Google, Samsung und der Textilkonzern Inditex.

Speziell im Technologiesektor kommt es darauf an, langfristige Trends frühzeitig zu erkennen und die Gewinner von den Verlierern zu unterscheiden. So kämpften ehemalige Branchenstars wie Intel, Dell oder Hewlett-Packard derzeit mit massiven Problemen, weil sie den Boom der internetfähigen mobilen Endgeräte verschlafen haben.

Einmal verlorenes Terrain lässt sich nur noch mit massiven Anstrengungen zurückgewinnen, wie uns das Beispiel des Handykonzerns Nokia vor Augen führt.

Der Aktienkurs von Apple geriet zuletzt in Turbulenzen. Droht ein weiterer Absturz?

Nein, Apple wird sich nicht zu einem Krisenunternehmen entwickeln, ist aber in einer Transformationsphase. Investoren in aller Welt hatten den Atem angehalten, weil das nach Marktkapitalisierung wertvollste Unternehmen der Welt innerhalb von zwei Monaten 28 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt hatte.

Auf dem Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts hat dieser Trend aber offenbar wieder gedreht. Apple steht zwar grundsätzlich unter Druck, seine Fans zukünftig wieder mit echten Innovationen zu überraschen. Die aktuelle Absatzlage spricht jedoch nicht für eine Schwäche.

Samsung, Apple

Moritz Rehmann, DJE Kapital, sucht weltweit Unternehmen, deren Produkte junge Konsumenten überzeugen.

Wo kann das Unternehmen noch wachsen?

Insbesondere auf dem prosperierenden chinesischen Markt wird Apple weitere Marktanteile erobern können. Umfragen zufolge planen hier 35 Prozent aller Smartphone-Besitzer, beim nächsten Kauf ein Apple-Produkt zu wählen.

Derzeit liegt der Anteil der Kalifornier in China jedoch erst bei 18 Prozent.

Was macht junge Kunden so wichtig?

Konsumgewohnheiten stellen sich früh ein. Dass die Kunden eines Unternehmens mit jugendlicher Strahlkraft naturgemäß auch altern, steht einem lang anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung nicht im Wege.

Oftmals begründet der Erfolg eines Produkts bei der jungen Klientel eine nachhaltige Erfolgsgeschichte. Dies gilt nicht nur für Technologiegesellschaften. Modeunternehmen und Autokonzerne sind weitere Beispiele. Schließlich hielten die meisten Verbraucher viele Jahre lang an ihren einmal lieb gewonnenen Konsumgewohnheiten fest. Darauf gründet sich im Wesentlichen auch der Wert einer Marke.

Was müssen Unternehmen dafür leisten?

Eine Herausforderung für die Gesellschaften besteht darin, im Lauf der Zeit auch die später nachwachsenden Käufergruppen für die Produkte des Unternehmens zu begeistern und auf die Marke zu prägen.

Wer auf diesem Gebiet erfolgreich agiert, kann auch seine Position im Portfolio des Gamax Funds Junior verteidigen.

Sie halten mit Samsung und Apple sowie mit Nike und Adidas Unternehmen im Portfolio, die sich in ihren Branchen hart bekämpfen.

Bei aller Auseinandersetzung auf rechtlicher Ebene gibt es im Markt für Smartphones weiterhin zwei große Gewinner. Deutlich wird dies bei Umfragen zu den geplanten Konsumausgaben im asiatischen Markt.

Während die Konsumenten aktuell noch Modelle der Hersteller Samsung, Nokia und Apple mit ähnlich großen Anteilen benutzen, verteilen sich die geplanten Anschaffungen deutlich zugunsten von Samsung und Apple mit 29 Prozent beziehungsweise mit 35 Prozent der geplanten Neuanschaffungen. Wir setzen im Rahmen des Fonds also auf die zwei Gewinner.

Nike und Adidas stehen in einem anderen Sektor ebenfalls hart im Wettbewerb. Die Produkte beider Sportartikelhersteller sind gerade bei jungen Menschen gefragt. Adidas hat einen globalen Marktanteil bei Sportschuhen von 19,1 Prozent, Nike von 33,6 Prozent.

Während sich einige Hersteller wie Asics auf erfolgsversprechende Nischen wie etwa Laufschuhe fokussieren, agieren Adidas und Nike auf globaler Ebene mit einem deutlich breiterem Ansatz von Freizeit bis Wettkampf.

Welche Chancen räumen Sie den beiden Unternehmen ein?

Der globale Markt für Sportartikel wächst insbesondere in den Emerging Markets und Asien nachhaltig. Gerade starke Marken wie Adidas und Nike können hier profitieren und zeigen auch im aktuell schwierigeren Umfeld in China eine gegenüber niedrig gepreisten lokalen Wettbewerbern bessere Entwicklung.

Das abgesetzte Volumen für Sportartikel in den Emerging Markets ohne Asien lag im Jahr 2005 noch bei 17 Milliarden US-Dollar, das in Asien bei 50 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2012 sind es dagegen schon rund 35 Milliarden US-Dollar und 79 Milliarden US-Dollar.

Zum Vergleich dazu hat der Markt in den USA 2012 ein geschätztes Volumen von 147 Milliarden US-Dollar. In China, Indien, Indonesien sind insgesamt noch 41 Prozent der Bevölkerung unter 25 Jahren.

Zusammen mit dem wachsenden verfügbaren Einkommen – in China geschätzte zwölf Prozent jährlich bis 2016 – ergibt sich gerade für Markenartikel in einer für die Mittelschicht erreichbaren Preisklasse ein erhebliches Potenzial.

Auch vor Anbietern von Fastfood schrecken Sie nicht zurück?

Die wesentlichen Größen des Sektors sind die beiden US-Konzerne McDonald’s und Yum! Brands. Wir konzentrieren uns auf Letztere, die in China mit einem Umsatzanteil von bereits 50 Prozent das attraktivere regionale Profil aufweisen.

Seite zwei:Diskrepanzen im Verhalten der jungen Konsumentengeneration

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