Mikrokredite: Anlageklasse mit Potenzial wird erwachsen

Seit Mikrokredit-Pionier Muhammad Yunus im Jahr 1973 die ersten Kleinstkredite an 40 mittellose Frauen vergeben hat, hat sich die Mikrofinanzierung in den letzten 40 Jahren als eigene Anlageklasse etabliert.

Mikrokredit
Bei entsprechender Risikokontrolle bieten Mikrofinanzfonds den Investoren die Gewissheit, dass sie mit ihrem Investment einen sozialen Mehrwert schaffen.

Mittlerweile versorgen 10.000 bis 20.000 Mikrofinanzinstitute ca. 200 Millionen einkommensschwache Haushalte in den Entwicklungsländern weltweit mit Finanzdienstleistungen. Diese umfassen neben den ursprünglichen Mikrokrediten auch Spareinlagen, Girokonten oder Versicherungen.

Diese Kunden, die häufig in ländlichen Gebieten leben, kein regelmäßiges Einkommen haben und keine Sicherheiten bieten können, werden von den kommerziellen Banken ausgeschlossen und erhalten somit keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Professionalisierung des Marktes

In den Anfängen der Mikrofinanzierung wurden überwiegend Gruppenkredite vergeben. Das bedeutet, dass jedes Mitglied dieser Gruppe einen Kredit bekommen hat, die Haftung jedoch solidarisch stattgefunden hat.

Mittlerweile werden überwiegend – abhängig von Region und Land – Individualkredite vergeben und auch das Produktangebot hat sich stark ausgeweitet. Neben Krediten werden Spareinlagen, Girokonten und Versicherungen angeboten.

Die Sparquote, beispielsweise in einzelnen afrikanischen Ländern liegt heute bereits bei ca. 20 Prozent des meist geringen Einkommens. Und auch die Technologie hat Einzug gehalten im Mikrofinanzbereich.

Nicht nur Mobil Banking, sondern auch die Einführung von EDV-basierten Risikokontrollen und Berichtswesen sowie die Einrichtung von Kreditbüros ähnlich der Schufa, führen im Sektor Mikrofinanz zu einer verstärkten Effektivitäts- und Effizienzsteigerung.

Finanzierungslücken sind enorm

Die Mikrofinanzinstitute wachsen teilweise um 15 bis 20 Prozent per annum. In den letzten zehn Jahren hat sich das Volumen des Kreditportfolios vieler Mikrofinanzinstitute oftmals bis zu verzehnfacht. Und der Markt wird weiter wachsen.

Die Finanzierungslücken sind enorm und viele Institute weiten ihre Dienstleistungen auf neue Länder aus. Durch das Wachstum und die steigende Anzahl an Mikrofinanzinstituten konnte die Marktabdeckung weiter ausgebaut werden und somit immer mehr Menschen der Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht werden.

Des Weiteren fördert dies den Wettbewerb, was sich unter anderem in besseren Konditionen für die Endkunden widerspiegelt. So haben sich die Kreditzinsen in einzelnen Regionen um zehn bis 15 Prozent verringert.

Seite zwei: Starkes Wachstum birgt Gefahren

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