19. Mai 2014, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mikrokredite: Anlageklasse mit Potenzial wird erwachsen

Seit Mikrokredit-Pionier Muhammad Yunus im Jahr 1973 die ersten Kleinstkredite an 40 mittellose Frauen vergeben hat, hat sich die Mikrofinanzierung in den letzten 40 Jahren als eigene Anlageklasse etabliert.

Mikrokredit

Bei entsprechender Risikokontrolle bieten Mikrofinanzfonds den Investoren die Gewissheit, dass sie mit ihrem Investment einen sozialen Mehrwert schaffen.

Mittlerweile versorgen 10.000 bis 20.000 Mikrofinanzinstitute ca. 200 Millionen einkommensschwache Haushalte in den Entwicklungsländern weltweit mit Finanzdienstleistungen. Diese umfassen neben den ursprünglichen Mikrokrediten auch Spareinlagen, Girokonten oder Versicherungen.

Diese Kunden, die häufig in ländlichen Gebieten leben, kein regelmäßiges Einkommen haben und keine Sicherheiten bieten können, werden von den kommerziellen Banken ausgeschlossen und erhalten somit keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Professionalisierung des Marktes

In den Anfängen der Mikrofinanzierung wurden überwiegend Gruppenkredite vergeben. Das bedeutet, dass jedes Mitglied dieser Gruppe einen Kredit bekommen hat, die Haftung jedoch solidarisch stattgefunden hat.

Mittlerweile werden überwiegend – abhängig von Region und Land – Individualkredite vergeben und auch das Produktangebot hat sich stark ausgeweitet. Neben Krediten werden Spareinlagen, Girokonten und Versicherungen angeboten.

Die Sparquote, beispielsweise in einzelnen afrikanischen Ländern liegt heute bereits bei ca. 20 Prozent des meist geringen Einkommens. Und auch die Technologie hat Einzug gehalten im Mikrofinanzbereich.

Nicht nur Mobil Banking, sondern auch die Einführung von EDV-basierten Risikokontrollen und Berichtswesen sowie die Einrichtung von Kreditbüros ähnlich der Schufa, führen im Sektor Mikrofinanz zu einer verstärkten Effektivitäts- und Effizienzsteigerung.

Finanzierungslücken sind enorm

Die Mikrofinanzinstitute wachsen teilweise um 15 bis 20 Prozent per annum. In den letzten zehn Jahren hat sich das Volumen des Kreditportfolios vieler Mikrofinanzinstitute oftmals bis zu verzehnfacht. Und der Markt wird weiter wachsen.

Die Finanzierungslücken sind enorm und viele Institute weiten ihre Dienstleistungen auf neue Länder aus. Durch das Wachstum und die steigende Anzahl an Mikrofinanzinstituten konnte die Marktabdeckung weiter ausgebaut werden und somit immer mehr Menschen der Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht werden.

Des Weiteren fördert dies den Wettbewerb, was sich unter anderem in besseren Konditionen für die Endkunden widerspiegelt. So haben sich die Kreditzinsen in einzelnen Regionen um zehn bis 15 Prozent verringert.

Seite zwei: Starkes Wachstum birgt Gefahren

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Getsurance muss Insolvenz anmelden

Alles geht digital, lautete das Motto der Brüder Viktor und Johannes Becher bei der Gründung ihres Insurtechs Getsurance im Jahr 2016. Jetzt hat das Berliner Insurtech Insolvenz angemeldet. Die Geschäfte laufen derweil erst einmal weiter.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Schwellenländeranleihen auf Erholungskurs? 5 Fragen und Antworten für Anleger

Weltweit kämpfen Volkswirtschaften mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die insbesondere mit Blick auf die Schwellenländer für zahlreiche negative Schlagzeilen gesorgt hat. Doch häufig werden Schwellenländer fälschlicherweise als homogenes Anlageuniversum betrachtet. In diesem Q&A stellt Alejandro Arevalo, Fondsmanager im Bereich Emerging Markets Debt bei Jupiter Asset Management, einige Missverständnisse zu Anlagen in Schwellenländeranleihen richtig und erklärt, wo er derzeit die attraktivsten Chancen sieht.

mehr ...

Berater

Fonds Finanz erweitert Produktportfolio um hauseigenen Edelmetalltarif „EasyGoSi“

Deutschlands größter Maklerpool ermöglicht seinen angebundenen Maklern mit „EasyGoSi“ ab sofort die einfache und sichere Vermittlung der beiden Edelmetalle Gold und Silber. Die Vermittlung ist erlaubnisfrei und unterliegt keinen weiteren Auflagen nach § 34f der Gewerbeordnung oder anderen Dokumentationspflichten. Mit dem neuen Tarif reagiert die Fonds Finanz auf den Bedarf der Vermittlerkunden, die in den derzeit wirtschaftlich unsicheren Zeiten vermehrt in die Edelmetalle Gold und Silber investieren möchten.

mehr ...

Sachwertanlagen

LHI Gruppe erwirbt ersten Solarpark in Dänemark

Für einen seiner Investmentfonds für Institutionelle Investoren, hat der Asset Manager LHI aus Pullach i. Isartal im Norden Jütlands, etwa drei Kilometer vor der Küste, einen Solarpark vom Entwickler European Energy A/S erworben.

mehr ...

Recht

Quarantäne: Rechte und Pflichten in der Zwangspause 

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen Personen, die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, in Isolierung. Diese Zwangspause ist eine behördlich angeordnete Maßnahme. Doch auch der bloße Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus kann dazu führen, dass eine Quarantäne nötig wird. Welche Regeln es für die sogenannte “Absonderung” gibt.

mehr ...