Anzeige
18. Dezember 2015, 10:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Axa IM: “Großer Schritt für die Finanzmärkte”

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Dies ist erst der Anfang, argumentiert Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Iggo-Chris-Axa-IM-750 in Axa IM: Großer Schritt für die Finanzmärkte

Chris Iggo, Axa IM: “An den Märkten sind gerade einmal zwei Zinsschritte für 2016 eingepreist”

“Die Ökonomen werden sich gegenseitig mit Prognosen zur Zahl und zum Timing der kommenden Zinsschritte überbieten, aber die wichtigste Botschaft ist, dass die Ära der Nullzinsen in den USA endet”, erläutert der Experte. “Es mag noch zu früh sein, zu sagen, dass die Ära der Rettung der Finanzmärkte durch die Zentralbanken vorüber ist. Schließlich weiten die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan ihre Bilanzen weiter aus. Aber wir könnten auf dem Weg zu einer Situation sein, in der die Märkte wieder den Preis des Kapitals bestimmen.” Die Anpassung werde allerdings langsam vor sich gehen und starte auf einem sehr niedrigen Renditeniveau.

Mageres Jahr für Anleiheinvestoren voraus

“Das bedeutet nichts Gutes für Anleihe-Investoren, die sich auf ein weiteres Jahr mit mageren Erträgen einstellen können”, so Iggo weiter. Immerhin aber seien die Märkte gut auf den Zinsschritt der Fed vorbereitet gewesen. “Es war ein bisschen so, als würde man Ihnen Monate im Voraus erzählen, dass Sie sich wegen einer Wurzelbehandlung zum Zahnarzt begeben müssen – und dann bekommen Sie doch nur Zahnseide”, sagt Iggo. Möglicherweise lasse sich die jüngste Schwäche auf den Rohstoff- und High-Yield-Märkten mit einer gewissen Angst im Vorfeld der Fed-Sitzung erklären. Daher könne es nun zu einer Erleichterungsrally kommen.

Langer Zinszyklus erwartet

Mit dem Ende der Nullzinspolitik beginne nun der Zyklus der geldpolitischen Straffung. Dieser dürfte sich Iggos Ansicht zufolge lange hinziehen. In der Vergangenheit hätten Zinsanhebungszyklen im Durchschnitt zu Leitzinserhöhungen um 350 Basispunkte geführt. Iggo rechnet allerdings für den aktuellen Zyklus nicht mit einem derart starken Anstieg: “An den Märkten sind gerade einmal zwei Zinsschritte für das Jahr 2016 eingepreist – und das, obwohl der Ausblick der Fed selbst eher nahe legt, dass es vier Zinserhöhungen geben könnte.” Den Grund für diesen Versuch der Fed, die Märkte auf ein höheres Straffungstempo vorzubereiten, sieht Iggo in der relativ robusten Lage der Konjunktur. Die Arbeitslosigkeit liege inzwischen deutlich unter der natürlichen Arbeitslosenquote, die Inflation steige und das Bruttoinlandsprodukt wachse im Mittel um etwa 2,5 Prozent.

“Dieses Wachstumstempo dürfte hoch genug sein, um mehr Nachfrage nach Arbeitskräften zu wecken. An irgendeinem Punkt wird dies zu einer höheren Lohninflation und höheren Inflationserwartungen führen”, erklärt Iggo. “Wenn die Akteure am Anleihemarkt sich auf eine solche Entwicklung einstellen, wären Renditen von mehr als drei Prozent bei US-Staatsanleihen keine Überraschung mehr.” (fm)

Foto: Axa IM

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

ERGO forciert Lebensversicherung

ERGO holt Markus Krawczak zum Januar 2019 als Vorstand für den Maklervertrieb Leben. Zusätzlich hat ERGO zum 1. November 2018 das neue Ressort betriebliche Altersversorgung gegründet. Dieses wird von Jan Niebuhr geleitet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung: So hoch sind die durchschnittlichen Kreditsummen

Dr. Klein hat bundesweit Alter und Kredithöhe von Immobilienkäufern untersucht. Während Eigenheimerwerber in Sachsen-Anhalt besonders jung sind, kaufen Hamburger und Berliner später eigene vier Wände. Auch bei der Kreditsumme gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...