Deka Bank: Starke Signale werden gebraucht

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, kommentiert die Entscheidung der Griechen und die möglichen Folgen. 

Dr. Ulrich Kater: „Der Rücktritt des Finanzministers Varoufakis ist ein erstes starkes Signal.“

Nachdem nun einfach die Zeit immer knapper wird, schätzen wir die Grexit-Wahrscheinlichkeit zum ersten Mal etwas höher ein als den dauerhaften Verbleib Griechenlands im Euro. Zunächst wird die EZB die Finanzierung der griechischen Banken noch nicht vollständig stoppen, eine Wiedereröffnung sehen wir allerdings nicht so bald.

Zeitvorteil kehrt sich um

Der bisherige Zeitvorteil der griechischen Regierung kehrt sich nun um. Hatte sie bislang alle Zeit der Welt, um die Verhandlungspartner unter Druck zu setzen, so steigt nun Tag für Tag, an dem die Banken geschlossen sind, der Druck im eigenen Land.

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Neue Kompromissbereitschaft Griechenlands

Vor diesem Hintergrund können wir uns allerdings auch eine neue Kompromissbereitschaft der griechischen Regierung vorstellen. Ein solcher Neustart kann eigentlich nur gelingen, wenn ein grundsätzlich neuer Ansatz gewählt wird, der beide Positionen zusammen bringen kann – etwa ein konditionierter Schuldenschnitt, in dem nach einem fest definierten Plan Schuldenerleichterungen gegen umgesetzte Reformschritte gewährt werden.

Starke Signale vonnöten

Allerdings müssen nun starke Signale vorliegen, dass es zu einer Einigung kommen kann. Der Rücktritt des Finanzministers Varoufakis ist ein erstes starkes Signal: Da hier das Vertrauensverhältnis besonders nachhaltig gestört war, kann der Rückzug des Finanzministers auf eine pragmatischere Verhandlungsführung hindeuten. Kommt es von beiden Seiten beim morgigen Euro-Gipfel nicht zu einer solchen pragmatischeren Verhandlungslösung, wird sich die Lage in Griechenland schnell verschlimmern.

Foto: Deka Bank

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