Fidelity: Am Grexit kann niemand Interesse haben

An einem Grexit kann niemand Interesse haben, würde er doch einen weiteren Einbruch der dortigen Wirtschaft und damit mehr Finanzhilfen und einen Forderungsverzicht der EU nach sich ziehen.

Kommentar: Dierk Brandenburg, Fidelity Worldwide Investment

Griechische Staatsanleihen halten wir für sicher, da sie nur geringen Anteil an der Kapitalstruktur des Landes haben – anders als die horrenden Verbindlichkeiten der öffentlichen Hand, die bereits umgeschuldet wurden. Nach dem Anleihetausch 2012 sind Staatsanleihen nun mit robusten Anleihebedingungen nach internationalem Recht ausgestattet, unter anderem mit Umschuldungsklausen, nur mit Zustimmung der Gläubiger.

Anleihemärkte gelassen

Abgesehen von einer geringfügigen Zahlung im Juli sind die nächsten Kuponzahlungen erst 2016 fällig. Insbesondere nach einem Euro-Austritt hätte die Regierung großes Interesse, diese Anleihen zu bedienen, um sich weiter Zugang zu den Auslandsanleihemärkten zu sichern.

Sollten die Verhandlungen scheitern, wäre die Eurozone anders als 2012 in der Lage, mit ihren Unterstützungsmechanismen und der quantitativen Lockerungspolitik der Europäischen Zentralbank die Folgen für die Finanzmärkte als Ganzes abzufedern. Daher reagieren die Anleihemärkte aktuell auch gelassen.

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Mit einem Grexit würde jedoch ein Präzedenzfall für andere Mitglieder der Eurozone geschaffen. Daher müssen dringend weitere politische Schritte hin zu einer gemeinsamen Haushalts- und Wirtschaftspolitik in der Eurozone ergriffen werden.

Autor Dierk Brandenburg ist Staatsanleihen-Analyst bei Fidelity Worldwide Investment.

Foto: Fidelity Worldwide Investment

 

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