2. November 2015, 08:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Main First AM: Mittelstand ist gut für die Herausforderungen gerüstet

Die Investmentgesellschaft Main First Asset Management hält die Angst vieler Firmen vor der Wachstumsschwäche in den Emerging Markets für übertrieben.

Anlagestrategie750 in Main First AM: Mittelstand ist gut für die Herausforderungen gerüstet

Mittelständler sind großen Unternehmen strategisch überlegen

“Die ganze Börsenwelt blickt voller Sorge auf die Wachstumsdellen in China und weiteren Schwellenländern. Dabei vergessen viele: Nicht alle Unternehmen sind in gleichem Maße von dem schwächeren Wirtschaftswachstum betroffen”, sagt Olgerd Eichler, Manager des Main First Germany Fund. “Bei deutlichen Wachstumsunterschieden zwischen verschiedenen Weltregionen sind große Firmen oft schwerfälliger in der Anpassung.”

Inhabergeführte Unternehmen sind flexibler

Aber auch unter den Mittelständlern sieht der Experte Unterschiede: “Aus meiner Erfahrung haben inhabergeführte Unternehmen die besten Voraussetzungen, um sich ergebende Chancen zu nutzen, Herausforderungen zu meistern und schwächere Konjunkturphasen zu überstehen.” Generell seien viele Mittelständler auch unabhängiger von Kapitalmarktfinanzierungen, weil sie solide und langfristig finanziert seien und viel Eigenkapital besäßen. “Viele haben sehr gute Bilanzen und halten Netto-Kassebestände”, erklärt Eichler. Aufgrund der kleineren Größe und der Führungsstruktur seien sie zudem flexibler. “Kosteneinsparungen lassen sich leichter umsetzen”, so der Fondsmanager.

Zukunftsfähigkeit des Unternehmens im Fokus

In großen, managergeführten Unternehmen würden oftmals starre Strukturen und Entscheidungshierarchien sowie Mitspracherechte von Gremien Änderungsprozesse verlangsamen. “Unternehmen hingegen, die im Familienbesitz oder in der Hand der Gründer sind, sind schneller handlungsfähig. Zudem sind sie langfristiger ausgerichtet, weil sie aus der persönlichen Verantwortung heraus auf Zukunftsfähigkeit und das Fortbestehen des Unternehmens mehr Wert legen als auf kurzfristige persönliche Profite. In der Folge gehen sie weniger Risiken ein und denken voraus”, erklärt Eichler.

Krisenfestigkeit unter Beweis gestellt

In der Vergangenheit hätten kleine und mittlere Firmen dies mehrfach bewiesen und sich in Krisen gut geschlagen. “Beispielsweise im Jahr 2009: Die damalige Krise hat den deutschen Unternehmen zugesetzt. In der Folge haben viele Mittelständler ihre Kosten flexibilisiert, indem sie ganze Teilbereiche ausgelagert haben”, so Eichler. “Dieser Trend zum Outsourcing hält bis heute an und trägt entscheidend zum Reaktionspotenzial bei.”

Mittelständler für die Zukunft gerüstet

Auch für die Zukunft sieht somit das Portfoliomanagement-Team von Olgerd Eichler inhabergeführte Unternehmen weit vorn: “Viele Marktteilnehmer sorgen sich aktuell um das globale Wachstum und blicken auf schwächere Märkte wie China, Brasilien oder Russland. Wir glauben zwar nicht an einen starken Wachstumseinbruch, denken aber, dass global agierende deutsche Mittelständler selbst für solche Herausforderungen gerüstet wären.”

Im Main First Germany Fund setzt Eichler bevorzugt auf kleine und mittlere Unternehmen mit spezialisierten Geschäftsmodellen, die inhabergeführt sind. Darunter sind derzeit unter anderem Firmen aus dem Maschinenbau sowie Automobilzulieferer. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Ablaufprognosen der Lebensversicherer: Wer vor 2005 abschloss, der hat ein solides Produkt

Wie stark haben die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften und deren Kunden in den letzten acht Jahren im Zinstief gelitten? Dieser Frage geht eine Auswertung des Analysehauses Partner in Life S.A. (PiL) nach. So haben 90 Prozent der Policen aller Versicherungsgesellschaften Kürzungen hinnehmen müssen; im Marktdurchschnitt in Höhe von 5,5 Prozent im Vergleich zu den Ablaufprognosen aus dem Jahr 2002.

mehr ...

Immobilien

Senkung der Grunderwerbssteuer: So hoch wäre die Entlastung

In den letzten Wochen mehren sich die Forderungen nach eiiner dringend erfoderlichen Reform der Grunderwerbssteuer. Experten haben jetzt einmal den Effekt einer geplanten Steuersenkung auf die Wohnungsfinanzierung analysiert. Wie viel Entlastung in Metropolen und in den Kreisen tatsächlich drin ist.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Ärger für Facebook: Petition gegen Libra gestartet

Gegen Facebooks Pläne für die Digitalwährung Libra hat die Bürgerbewegung Finanzwende am Dienstag gemeinsam mit der Brüsseler Organisation Finance Watch eine Petition gestartet. EU-Kommission und EZB werden darin aufgefordert, “dieses hochgefährliche Projekt sofort zu stoppen”. Ziel sei ein Verbot des Projekts.

mehr ...

Berater

Brexit: Briten zweifeln an fristgerechter Lösung

Boris Johnson wird heute alle Voraussicht nach zum neuen Premierminister Großbritanniens gewählt. Der umstrittene Konservative und Brexit-Befürworter verspricht unter anderem den fristgerechten EU-Austritt Großbritanniens bis zum 31. Oktober. Wie das trotz der ungeklärten Nordirland-Frage klappen soll? – Die Antwort auf diese Frage hat Johnson bisher nicht geliefert, weiß sie vermutlich selber nicht.

mehr ...

Sachwertanlagen

CH2 platziert erfolgreich erste Aves-Anleihe

Große Nachfrage verzeichnete in den vergangenen Wochen die Anleihe „Aves Transport 1“. Es handelt sich um die erste Anleihe des börsennotierten Konzerns Aves One, die mit einem Kupon von 5,25 Prozent ausgestattet ist und eine fünfjährige Laufzeit hat.

mehr ...

Recht

BGH entscheidet über zeitliche Festlegung von Rechtsschutzfällen

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung zur Zahlung verpflichtet? Mit dieser Frage musste sich der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) Anfang dieses Monats auseinandersetzen.

mehr ...