9. Januar 2015, 09:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Finanzielle Repression geht weiter

Kolumne: Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

Trotz der sich abzeichnenden langsamen Kehrtwende der US-Zentralbank gilt das Paradigma der „Finanziellen Repression“ weiterhin…

Naumer

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

 

… ja hat mit den Rekord-Niedrigzinsen im Euroraum, die sich bis hinein zu negativen Einlagezinsen für die Banken als Teil des geldpolitischen Instrumentariums erstrecken, eine neue Phase erreicht.

Abbau der Staatsschulden

Was die Sparer bekümmert, freut die Finanzminister, denn: Die niedrigen Zinsen helfen beim Abbau der Staatsschulden, wie nachfolgende Betrachtung am Beispiel Deutschlands zeigt. Die Staatsschulden Deutschlands lagen Ende 2014 bei über 75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (Bip). Damit gehört die Bundesrepublik zwar zu den Musterknaben des Euroraums, aber auch sie verletzt das Maastrichter Schuldenkriterium von maximal 60 Prozent deutlich.

Die Finanzielle Repression hilft die 60-Prozent-Grenze wieder zu erreichen. Der Mechanismus ist einfach: Wächst eine Volkswirtschaft stärker als die auf den öffentlichen Schulden liegende Zinslast, dann kann der Staat aus den Schulden herauswachsen. Wann also würde Deutschland die Schuldenobergrenze des Maastricht-Kriteriums von 60 Prozent wieder erreichen?

Hohe Inflationsraten beschleunigen

Werden ein Wachstum von 1,5 Prozent p.a. und eine durchschnittliche Rendite von zwei Prozent auf den Berg an Staatsschulden unterstellt, dann wird die Schuldenobergrenze von 60 Prozent bei einer Inflationsrate von zwei Prozent im Jahr 2030 erreicht. Steigt die Inflation auf vier Prozent, dauert es nur bis 2021. Steigt sie auf sechs Prozent (was nicht meinen Erwartung entspricht), dann lediglich bis 2018.

Zugegeben: Die zwei Prozent Kostenbelastung für den Finanzminister erscheint hoch. Die Größe bezieht sich allerdings auch auf den Teil der Schulden, die noch aus Zeiten höherer Zinsen herrühren und sie berücksichtigt, dass es über die Zeit zu einer zumindest ansatzweisen Normalisierung des Renditeniveaus kommt. Es handelt sich ja um lange Zeiträume.

Kritisch ist dabei, dass die Entschuldung nur wirkt, wenn der Primärhaushalt ausgeglichen ist, also die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen, ohne dass Zinsen und Tilgung bei den Ausgaben mit einbezogen werden. Verständlich, dass die „schwarze Null“ so wichtig ist. So oder so gilt: Die Sparer zahlen die Zeche. Sie haben alle (!), wenn die Inflation auch nur geringfügig über die aktuellen Renditen steigt, negative (reale) Sparzinsen. Höchste Zeit, die Aktienquote zu überprüfen.

Autor Hans-Jörg Naumer ist Global Head of Capital Markets & Thematic Research bei der Fondsgesellschaft Allianz GI.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherer kommen Kunden in der Krise entgegen

Gegen eine Pandemie sind nur sehr wenige Unternehmen versichert. Privatbürger haben zwar ihre Krankenversicherung, aber keinen Schutz gegen Einkommensverluste. In dieser Lage wollen führende Unternehmen der Branche großzügig sein.

mehr ...

Immobilien

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose – Dividende bleibt

03Die Immobiliengesellschaft Dic Asset rechnet im laufenden Jahr wegen der Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung im Vergleich zu 2019. Die branchenübliche Kennziffer FFO (Funds from Operations) werde 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend in Frankfurt mit. Bisher hatte DIC Asset mit 104 bis 106 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr waren hier 95,0 Millionen Euro erzielt worden.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Lockdown: Wie der Exit gelingen kann

Die Corona-Krise trifft alle: Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. Die Politik muss deshalb zweierlei schaffen: Einerseits die Gesundheit der Bürger so weit wie möglich schützen und sie andererseits vor noch größeren volkswirtschaftlichen Schäden bewahren, die letztlich zu gesellschaftlichen werden. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt. Ein Beitrag von Professor Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, und Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft.

mehr ...

Berater

DIN-Norm 77230: Prüfungen jetzt online möglich

Wegen der Coronakrise bietet das Defino Institut für Finanznorm Prüfungen für die Zertifizierung zum “Spezialisten für die private Finanzanalyse – DIN 77230” ab sofort auch im Online-Verfahren an.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Homeoffice: Der richtige Versicherungsschutz für Laptop und Co.   

Um in der Heimarbeit effektiv und produktiv arbeiten zu können, bedarf es der richtigen Grundausstattung. Hier stehen Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Welcher Mitarbeiter benötigt neben Laptop oder PC noch ein Headset oder gar einen Multifunktionsdrucker? Welche Software wird benötigt, um einen reibungslosen Kommunikationsfluss zu schaffen? Ein Überprüfen der bisherigen Arbeitsprozesse schafft hierbei Klarheit über die bereits vorhandenen Grundvoraussetzungen sowie fehlendes Equipment.

mehr ...