Anzeige
29. Juni 2015, 08:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Anleiheblase ist größte Anlageblase der Neuzeit”

Die Lage an den Kapitalmärkten ist derzeit wenig richtungsweisend. Die Politik der Europäischen Zentralbank überlagert vieles. Cash. sprach mit Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank über die Gemengelage, den Euro und wie sich Anleger jetzt verhalten sollten.

Renditewende

“Dürfte Draghi tatsächlich nicht mehr massiv Anleihen aufkaufen, käme die Euro-Staatsschuldenkrise gewaltig zurück. Neue Schulden der Eurozone wären nicht mehr refinanzierbar. Dann wäre im Übrigen die Gefahr groß, dass die größte Anlageblase der Neuzeit – die Anleiheblase – platzt”.

Cash.: Die EZB pumpt jeden Monat Milliarden an Euro in die Märkte. Ist das eigentlich Fluch oder Segen?

Halver: Es ist alternativlos. Mario Draghi ist der gezwungene Erfüllungsgehilfe stinkfauler Euro-Politiker, die versäumen, über Reformmaßnahmen private Investitionen anzuziehen. Hier hilft die EZB mit künstlicher Konjunkturbefruchtung nach. Zur staatsschuldenfinanzierten Konjunkturstützung schafft sie günstige Schuldzinsen. Das ist ein geldpolitischer Marathonlauf. Denn auch wenn die Kreditzinsen grundsätzlich niedrig sind, sind damit nicht automatisch neue Kredite verbunden. Erstens gibt es noch zu viele alte, die abgeschrieben werden müssen und zweitens muss der Kreditnehmer auch eine gewisse Bonität mitbringen. Das ist in der Eurozone nicht flächendeckend gewährleistet.

Was passiert, wenn die Politik der EZB doch einmal von einer kontrollierenden Instanz als nicht verfassungskonform beurteilt würde?

Dann wären drei Jahre Rettungsbemühungen seitens der EZB für die Katz gewesen. Die gesamte Eurozone wäre gefährdet, da der Spekulation auf steigende Staatsanleiherenditen wie bereits vor 2012 Tür und Tor geöffnet wäre. Wir hatten kürzlich schon eine kleine Renditewende, die sich jedoch nur als gesunde Korrektur entpuppte. Dürfte Draghi aber tatsächlich nicht mehr massiv Anleihen aufkaufen, käme die Euro-Staatsschuldenkrise gewaltig zurück. Neue Schulden der Eurozone wären nicht mehr refinanzierbar. Dann wäre im Übrigen die Gefahr groß, dass die größte Anlageblase der Neuzeit – die Anleiheblase – platzt. Die Schulden weltweit werden, wenn man alles zusammennimmt, Staatsschulden, private und Unternehmensschulden, auf deutlich mehr als 100 Billionen geschätzt.

Seite zwei: “Alle Zinsanleger werden gleichzeitig die Rentenmärkte verlassen”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Mehr Respekt, weniger Rage: Wie Sie Knöllchen vermeiden

Wer morgens gerne trödelt und abends in Feierabend-Euphorie verfällt, drückt gern mal etwas fester aufs Gaspedal. Und hängt dem Vormann fast im Kofferraum. Szenen aus dem deutschen Verkehrsalltag. Leider tappen Drängler viel zu selten in Blitzerfallen. Weitere Verkehrssünden wie Handynutzung, Falschparken, Rotlichtverstöße und zu geringer Sicherheitsabstand gehören ebenfalls zum Alltag auf deutschen Straßen.

mehr ...

Immobilien

vdp-Preisindex: Immobilienpreise wachsen langsamer

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen noch immer, doch nach den Daten des Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) schwächt sich das Wachstum allmählich ab. Zeichnet sich eine Trendwende ab?

mehr ...

Investmentfonds

Ölpreise steigen wieder

Nach den Verlusten der vergangenen Wochen, ziehen die Ölpreise wieder an. Das liegt unter anderem an dem knapperen Angebot. Ob die Opec-Mitglieder ihre Fördermenge in nächster Zeit reduzieren, ist unentschieden. Russland und Saudi-Arabien sind unterschiedlicher Meinung.

mehr ...

Berater

Bafin-Chef: Regulierung der Banken geht nie zu Ende

Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, hat Hoffnungen von Banken auf weniger Regulierung eine Absage erteilt. Das tat er am Montag im Zuge eines Bankenkongresses in Frankfurt.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP kauft drei weitere Pflegeheime

Die INP-Gruppe aus Hamburg hat drei Pflegeeinrichtungen der Wolf-Gruppe aus Eschwege, Hessen, übernommen. Zwei der drei Immobilien wurden für den offenen Spezial-AIF “INP Deutsche Pflege Invest” erworben, die dritte für einen Publikumsfonds.

mehr ...

Recht

PRIIP und die UCITS-KIID: Fallstricke in der Umstellung?

Das ifa-Ulm sieht bei der Umstellung von UCITS-KIID zu PRIIP-spezifischen Angaben neue Herausforderungen auf die Versicherer zukommen. Denn gerade beim Umgang mit laufenden Jahresbeiträgen liefern die technischen Regulierungsstandards keine klaren Vorgaben.

 

mehr ...