Schweizer Banken wollen nach Steuerdeal Italien-Kunden halten

Italienische “Kunden werden systematisch gedrängt, ihre unversteuerten Vermögen anzugeben”, berichtet Enzo Caputo von swiss-banking-lawyers.com, einer auf die Beratung von Bankkunden spezialisierten Sozietät in Zürich. “Schweizer Banken haben spezielle Teams für nicht steuer-konforme Kunden eingerichtet.”

Es sei wichtig, die Vergangenheit aufzuarbeiten, sagt Sindy Schmiegel, Sprecherin der Schweizerischen Bankiervereinigung. Die Banken wägen die Risiken ab und fragen sich, welche Kunden sie bedienen können, wo sie in Schwierigkeiten geraten. Wenn ein Kunde nicht ins Reine kommen wolle, gebe es gewisse Möglichkeiten, Druck auf ihn auszuüben, fügt sie hinzu.

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Barabhebungen und Banküberweisungen beschränkt

BSI SA, eine Bank aus Lugano, beschränkt für einige italienische Kunden die Barabhebungen und Banküberweisungen. Einige Banken haben italienische Kundenvermögen insgesamt eingefroren, berichtet Caputo.

Sie wollen vermeiden, der Komplizenschaft verdächtigt zu werden, sollten die Kunden versuchen, ihre Gelder in andere Offshore-Finanzzentren zu verlagern. “Banken bearbeiten ihre Kunden, so schnell wie möglich ins Reine zu kommen, auch um ihr eigenes Risiko zu begrenzen”, sagt Macchi.

Auf die Banken kommen auch Kosten in Höhe von “Hunderten Millionen” für die Bearbeitung der Offenlegungen zu, erwartet Claudio Generali, Präsident der Ticino Bankers Association. Längerfristig wird der verstärkte Wettbewerb in Folge des Ende des Bankgeheimnises wohl auch die Provisionen beeinträchtigen, prognostiziert er.

“Natürlich müssen wir Schritt halten mit Wettbewerbern in Deutschland oder in London, und das wird auf die Provisionserträge oder die Bankrenditen drücken”, sagt Generali.

Quelle: Bloomberg

Foto: Shutterstock

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