Anzeige
20. März 2015, 09:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Swiss & Global: Schwacher Euro fördert chinesische Kauflaune

Die Hersteller von Luxusgütern können zu Gewinnern der Euroschwäche werden. Der Konsum von edlen Handtaschen, Designeraccessoires und Markenschmuck werde derzeit vor allem von reisefreudigen Chinesen angekurbelt, sagen Experten.

Luxusgüter

Swiss & Global AM setzt auf die Luxusgüter-Branche.

“Touristen haben eine Schlüsselstellung – sie machen mittlerweile 30 bis 40 Prozent des weltweiten Marktes für Luxusgüter aus“, erklärt Scilla Huang Sun, die gemeinsam mit Andrea Gerst den JB Luxury Brands Fund von Swiss & Global Asset Management verwaltet. Tendenz steigend: Bis 2020 wird jeder zweite Chinese zur kaufkräftigen Mittelschicht gehören.

Shopping-Trips beliebt

“Für die wachsende chinesische Mittelschicht ist ein Shopping-Trip ins Ausland schick“, sagt Huang Sun. Aktuell heißen die bevorzugten Reise- und damit auch Einkaufsziele Tokio, Seoul und Taiwan. Doch für die Attraktivität des Reiseziels spielen auch die Wechselkurse momentan eine entscheidende Rolle – Europa ist aus dem fernöstlichen Blickwinkel günstig, die USA nicht.

Seit der Abwertung des Euros verzeichnen vor allem Modemetropolen wie Mailand und Paris mehr Touristen aus dem Reich der Mitte. Vom schwachen Euro profitieren deshalb vor allem europäische Luxusgüterhersteller. Der erstarkte US-Dollar hemmte die Kauflust der Chinesen, die die USA bereisen, ein wenig: Das Modeunternehmen Ralph Lauren sowie der Luxusschmuckhersteller Tiffany haben in den USA weniger Touristen verzeichnet.

Applewatch kaum Konkurrent

Die Aufwertung des Schweizer Franken trifft das Exportgeschäft von Schweizer Luxusuhrenherstellern weniger hart als andere Branchen. Denn starke Marken haben eine Preismacht und können deswegen Währungseffekte durch höhere Preise ausgleichen. „Nach der Aufwertung des Schweizer Franken im Januar haben Richemont und Swatch Preisanstiege von fünf bis zehn Prozent für ihre Uhrenexporte angekündigt. Dadurch können sie zum Teil den Druck auf ihre Gewinnmargen, den die erstarkte Schweizer Währung verursacht hat, wieder ausgleichen“, sagt Huang Sun.

Auch die Applewatch dürfte das Luxusuhren-Segment bis auf Weiteres nicht gefährden: “Ein hinderliches Element ist sicherlich die Batterielaufzeit von kaum 24 Stunden. Ein Erfolg der Uhr darf aber nicht ausgeschlossen werden, da Apple in der Vergangenheit schon oft seine Fähigkeit für erfolgreiche Produktlancierungen bewiesen hat“, sagt Huang Sun.

Attraktive Dividenden

Auch aus fundamentaler Sicht spricht vieles für Luxusgüterhersteller. “Die meisten Unternehmen haben starke Cash-Flow-Überschüsse. Zudem haben viele von ihnen für das vergangene Jahr ihre Dividendenausschüttungen erhöht“, sagt Gerst. Der Modekonzern Kering und der Kosmetikhersteller L´Oréal haben ihre Dividenden um acht Prozent, der Brillenhersteller Luxottica hob sie um elf Prozent an und zahlte zudem eine Sonderdividende.

Die Luxusgüterbranche zeichnet sich zudem durch Beständigkeit aus: Firmen wie LVMH, Hermès, Lindt, Estée Lauder und Tiffany haben über die vergangenen zehn Jahre nicht einmal ihre Dividendenausschüttungen gekürzt.

Mit Blick auf den Einfluss des Tourismus auf den Absatz von Luxusgütern sind vor allem die Unternehmen am besten aufgestellt, die weltweit Filialen unterhalten. Der JB Luxury Brands Fund diversifiziert deswegen nach Regionen und Subsektoren und fokussiert sich auf gut geführte Unternehmen mit einer weltweiten Reichweite. Denn diese haben ein besseres Risiko-Ertrags-Profil als regional ausgerichtete Unternehmen. Obwohl zum Beispiel die chinesische Vorliebe für das Luxussegment ungebrochen ist und das Reich der Mitte schon jetzt 55 Prozent des globalen Wachstums ausmacht, sind Niederlassungen in China nicht entscheidend.

“Wegen der E-Commerce-Welle und der Präferenz der Chinesen, im Ausland einzukaufen, werden einige Unternehmen wahrscheinlich ihr Einzelhandelsnetzwerk in China zusammenlegen“, Gerst.

Für 2015 erwartet Swiss & Global AM einen Anstieg der Verkaufsraten für Luxusgüter von sechs bis acht Prozent (ohne Währungseffekte): “Wir sind der Ansicht, dass die Wachstumsraten 2014 ihren Tiefpunkt erreicht und mittlerweile überwunden haben“, sagt Gerst. Die Verkaufszahlen in Europa ziehen wieder an und die Zahl der Luxusgüterkonsumenten aus den Schwellenländern, die jetzt schon die Hälfe des globalen Verbrauchs ausmacht, wächst weiter.

Obwohl 2014 wegen der erlahmten Konjunktur in Europa, dem Fehlen konsumfreudiger russischer Touristen und den strengeren Regeln für Geschäftskundengeschenke in China der Luxusindustrie einen Dämpfer verpasst haben, sind die Absatzzahlen immerhin um durchschnittlich fünf Prozent gewachsen. Der Konsum in den USA konnte einiges kompensieren und zudem gab es bereits Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung in Südeuropa. Außerdem haben die Chinesen trotz schärferer Regulierung 2014 ihren Luxuskonsum im Ausland um mehr als 20 Prozent gesteigert. (mr)

Foto: Shuttertsock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...