Umfrage: Anleger zögern bei Umstrukturierung von Vermögen

Unabhängig vom Sparziel macht sich bei den Anlegern die Unzufriedenheit mit dem Niedrigzinsumfeld immer deutlicher bemerkbar. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von Union Investment.

Giovanni Gay, Union Investment, sieht kaum Bewegung in Richtung einer ausgewogenen Vermögensstruktur.

Die Anzahl derjenigen, die mit ihrer Geldanlage unzufrieden ist, steigt im Vergleich zum Vorquartal um drei Prozentpunkte auf 60 Prozent an. Trotzdem wartet beinahe die Hälfte (48 Prozent, Vorquartal: 44 Prozent) weiterhin die Entwicklung der Märkte ab, ohne zu handeln. Immerhin steigt die Zahl der Sparer, die ihre Geldanlage zumindest überdenkt, leicht auf 32 Prozent. Zwölf Prozent (neun Prozent) sehen sich veranlasst, die Ersparnisse risikoreicher anzulegen, um höhere Gewinne zu erzielen.

Nur leichtes Umdenken beim Anleger

„Wir sehen zwar, dass langsam ein leichtes Umdenken beim Sparer einsetzt. Im Großen und Ganzen aber passiert noch viel zu wenig in Richtung einer ausgewogenen Vermögensstruktur. Die meisten Deutschen sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange und warten ab, ohne sich nach vernünftigen Alternativen umzusehen“, betont Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Keine gravierenden Änderungen am Zinsniveau erwartet

Dabei ist den Menschen bewusst, dass sich in nächster Zeit an den Zinsen nicht viel ändern wird: 60 Prozent rechnen in den nächsten sechs Monaten nicht damit, dass sich am Zinsniveau gravierende Veränderungen ergeben. Die Zahl der Optimisten steigt jedoch leicht. Mittlerweile rechnet jeder Fünfte (20 Prozent, Vorquartal: 14 Prozent) im nächsten halben Jahr mit einem leicht steigenden Zinsen. Eher pessimistisch gestimmt sind die Anleger bei ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Hier erwarten nach zwei optimistischen Quartalen 41 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Gesamtsituation in den kommenden sechs Monaten. Dies sind mehr als doppelt so viele als im Vorquartal. Für ihre eigene finanzielle Situation hingegen gehen 90 Prozent von gleich bleibenden oder besseren Verhältnissen aus.

Immobilien weiter beliebt

Für drei Viertel der Befragten (Vorquartal: 77 Prozent) bleiben Immobilien die attraktivste Geldanlage vor Tagesgeld mit 31 Prozent (27 Prozent) und Gold mit 40 Prozent (45 Prozent). An dritter Stelle rangieren Aktien (38 Prozent, Vorquartal gleicher Wert) vor Investmentfonds. Diese legen in der Beliebtheit um 6 Prozentpunkte auf 35 Prozent zu.

Fondssparpläne steigen in der Beliebtheit

Dass rentierliches Sparen nicht aus der Mode ist, zeigt ein Blick auf Sparpläne: 59 Prozent (50 Prozent) der Anleger halten einen Sparplan mit monatlichen Sparraten für attraktiv, insbesondere auch deshalb, weil sie bereits mit kleineren Beträgen ein ordentliches Vermögen aufbauen können. Einen Fondssparplan können sich 40 Prozent der Anleger (34 Prozent) als Ergänzung zu anderen Geldanlagen vorstellen. Für 21 Prozent (17 Prozent) der Befragten gehört der Fondssparplan zu einer Basis-Geldanlage. Rendite und Transparenz machen die Riester-Rente attraktiver Dies gilt auch für die private Altersvorsorge: Der Anteil der Befragten, die angeben, dass Aktien und Fonds zu einer privaten Altersvorsorge dazugehören, hat in den vergangen Quartalen kontinuierlich zugenommen und liegt aktuell bei 39 Prozent (Vorquartal 35 Prozent). (fm)

Foto: Union Investment

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