China wird für Investoren eine immer attraktivere Region

In einem neuen Research-Bericht analysiert der Asien-Experte Andy Rothmann  von Matthews Asia die chinesische Wirtschaft. Insgesamt hält er den Wandel des Landes hin zur einer Ökonomie der Konsumenten und Dienstleistungen für erfolgreich.

Andy Rothmann sieht China als ausichtsreiche Anlageregion.
Andy Rothmann sieht China als ausichtsreiche Anlageregion.

Zu den Gewinnern zählen demnach der Dienstleistungssektor und der private Konsum, die zusammen den größten Anteil am Bruttosozialprodukt (BSP) des Riesenreichs ausmachen. So hat der private Verbrauch im ersten Halbjahr 2016 73 Prozent zum BSP-Wachstum beigetragen, nach 60 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2015.

Der durch die Industrie erzeugte Mehrwert ist dagegen nur um sechs Prozent im ersten Halbjahr gestiegen, gegenüber acht Prozent Wachstum im Vorjahreszeitraum. Die Schwerindustrie Chinas zählt damit aus Rothmans Sicht zwar zu den Verlierern der neuen Wirtschaft. Doch sie kollabiere keinesfalls, wie allein der Gehaltszuwachs von sieben Prozent für Wanderarbeiter in der Industrie im Juni zeige.

„Der wichtigste Akteur in diesem fortlaufenden Wandel ist der chinesische Verbraucher“, betont der China-Kenner und zählt eindeutige Belege auf: Zuwachs der Einzelhandelsumsätze in den ersten sechs Monaten 2016 um 9,7 Prozent (1. Hälfte 2015: 10,5 Prozent plus), Anstieg des frei verfügbaren Einkommens von Chinas Stadtbevölkerung um 5,8 Prozent (1. Hälfte 2015: 6,7 Prozent) sowie Steigerung der Verkaufszahlen bei Häusern (plus 29 Prozent auf Jahresbasis) und Nobel-Geländewagen (plus 44 Prozent).

Auf globaler Ebene machten chinesische Verbraucher im gesamten vergangenen Jahr knapp ein Viertel der iPhone-Verkäufe aus, 30 Prozent des Absatzes von Luxusgütern und 40 Prozent des Fahrzeugabsatzes von Volkswagen. Darüber hinaus kommen private Firmen, gerade im Dienstleistungs- und Konsumgüterbereich, inzwischen für mehr als vier Fünftel der Beschäftigung in China auf. Diese Unternehmen sind auch weit profitabler als die großen staatseigenen Betriebe.

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„Im vergangenen Jahr steuerte China 35 Prozent zum weltweiten Wachstum bei ─ in diesem Jahr kann sein Anteil, nicht zuletzt durch Entwicklungen wie den Brexit Großbritanniens ─ noch höher ausfallen“, prophezeit Rothman abschließend. „China sowie der Rest Asiens werden von Investoren wahrscheinlich bald als sicherer Hafen angesehen.“

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