DNCA: „Eurozone ist nach wie vor Favorit“

Einschätzung zu den makroökonomischen Aussichten, den globalen Finanzmärkten und der Anlagestrategie für 2016 von Jean-Charles Mériaux, Leiter Portfoliomanagement beim französischen Asset Manager DNCA.

Jean-Charles Mériaux, DNCA

Die Eurozone ist makroökonomisch gesehen die einzige große Region, die im vergangenen Jahr nicht enttäuschte. Im Gegensatz dazu steht die US-amerikanische Volkswirtschaft, die im Industriesektor Anzeichen einer Abflachung aufweist. Ebenso enttäuschten die Schwellenländer, die entweder strukturelle Krisen durchmachen – vor allem Rohstoffproduzenten wie Russland und Brasilien – oder wie China inmitten großer Umwälzungen stecken. Wir stehen somit vor einem sehr komplexen Umfeld und es ist gut vorstellbar, dass in diesem „Jahr der globalen Schwäche“ einzig die Eurozone positiv überraschen kann.

Mehrere makroökonomische Fakten begründen diese Sichtweise

Zunächst: Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist erfolgreich. Die Zinsen der Staats- und der Unternehmensanleihen konvergieren. In den meisten Ländern kommt die Kreditvergabe wieder in Gang, und der fallende Euro wird seine positiven Wirkungen auch weiterhin entfalten. Zweitens profitiert die Eurozone stark von den sinkenden Rohstoffpreisen. Anders als Anfang 2015 und erst recht in den Jahren 2010 bis 2012 läuft die Eurozone außerdem dem amerikanischen Konjunkturzyklus hinterher und scheint für das weltweite Wachstum keine Bedrohung mehr zu sein. Zudem schlagen sich die aktuellen inneren Unsicherheiten der Eurozone – wenn auch vielleicht nur vorläufig – nicht mehr an den Finanzmärkten nieder.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Kapitalflüsse, die wir 2015 erlebt haben, also auf der einen Seite die massiven Rücknahmen von Anleihefonds, die Ausstiege aus Schwellenländer-Fonds (überwiegend aus chinesischen) und aus amerikanischen Aktienfonds sowie auf der anderen Seite die Mittelzuflüsse in europäische und japanische Fonds, haben gute Chancen, sich fortzusetzen.

Seite zwei: Schnellere Zinserhöhungen in den USA als erwartet möglich

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