Europäischer Aktienmarkt unterschätzt heimische Konjunktur

Bei vielen Investoren hat die europäische Konjunktur derzeit einen schlechten Ruf. Allerdings ist die Ausgangssitution für einige Experten positiver als angemommen.

Philip Dicken meint, dass die Lage der europäischen Wirtschaft deutlich besser ist als angenommen.
Philip Dicken meint, dass die Lage der europäischen Wirtschaft deutlich besser ist als angenommen.

„Eine Rezession in der Eurozone halten wir für unwahrscheinlich, obwohl die Aktien binnenwirtschaftlich ausgerichteter europäischer Unternehmen ein solches Szenario inzwischen praktisch eingepreist haben“, schreibt Philip Dicken, Leiter des Bereiches europäische Aktien bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Marktkommentar. „Im
Nachgang des Brexit-Referendums haben sich die Einkaufsmanagerindex- und Wirtschaftsdaten aus der Eurozone robust gezeigt. Daher haben wir unsere BIP-Prognose für 2016 von zuvor 1,1 Prozent auf jetzt 1,4 Prozent angehoben. 2017 rechnen wir mit einer Wachstumsrate von rund 0,9 Prozent.“ Hinter der jüngsten Konjunkturerholung stünden vor allem die sinkende Arbeitslosigkeit, die Aufhellung des Konsumklimas und die höhere Kreditnachfrage.

Europa ist günstig bewertet

„Das Bewertungsniveau der europäischen Aktienmärkte ist weiterhin angemessen“, schreibt Dicken. Mit knapp 4,0 Prozent übertreffe die Dividendenrendite nach wie vor die Rendite aus anderen Aktien- und Anleihemärkten. Europa sei auf KGV-Basis günstiger als die USA und laufe diesem Markt hinterher.

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Zu Einzelwerten äußert Dicken sich wie folgt: „Eine Aktie, die wir mögen, ist Nestlé, ein defensiver Standardwert, der kontinuierlich höhere Gewinne und Dividenden liefert – und das schon seit mehreren Jahrzehnten. Positiv sehen wir auch Kingspan, einen internationalen Hersteller kohlenstoffarmer und energieeffizienter Baustoffe und -produkte, der weiterhin stark vom Trend zum weltverträglichen Wohnbau profitiert. Außerdem übergewichten wir Pharmaaktien, vor allem etablierte Unternehmen mit umfangreichen geistigen Eigentumsrechten wie Novartis.“

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