Fed nährt Spekulationen über Leitzinserhöhung

Die Argumente für eine Erhöhung der Leitzinsen in den USA haben in den zurückliegenden Monaten zugenommen. Andere FOMC-Mitglieder wurden auch beim Zeitpunkt konkreter: Ein nächster Zinsschritt könnte bereits im September anstehen. Kommentar von Michael Jensen, Moventum

Michael Jensen, Moventum
Michael Jensen, Moventum

Bei der ersten Revision des US-BIP für das zweite Quartal wurde das Wachstum von annualisiert 1,2 Prozent auf 1,1 Prozent korrigiert. Während die Lagerveränderung schwächer tendierte, trug der Konsum nochmals stärker zum Wachstum bei. Ende vergangener Woche stand dann der Auftritt von Janet Yellen beim Jackson Hole Symposium im Fokus. Demnach haben die Argumente für eine Erhöhung der Leitzinsen in den zurückliegenden Monaten zugenommen. Andere FOMC-Mitglieder wurden auch beim Zeitpunkt konkreter: Ein nächster Zinsschritt könnte bereits im September anstehen. In Europa zeigten sich die Einkaufsmanagerindizes weiterhin klar im expansiven Bereich. Gegenüber der Vorperiode konnte der Wert bei den Dienstleistungen auf 53,1 Punkte zulegen. Der entsprechende Index im verarbeitenden Gewerbe musste hingegen einen leichten Dämpfer auf 51,8 Punkte hinnehmen.

Rückgang beim ifo-Geschäftsklima

Beim ifo-Geschäftsklima in Deutschland wurde statt eines erwarteten Anstiegs ein überraschend starker Rückgang vermeldet: Der Gesamtindex fiel von 108,3 auf 106,2 Punkte. Dabei notierten die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen jeweils schwächer. Nachdem bei den Vormonatswerten die „Brexit“-Entscheidung anscheinend ohne Auswirkung geblieben war, sorgte diese nun mit Verzögerung für Unsicherheit bei den Unternehmen.

Der Ölpreis der Sorte Brent gab auf 49,92 US-Dollar je Barrel nach. Auf der Währungsseite verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro 0,39 Prozent und schloss bei etwa 1,13 Euro/US-Dollar. Gegenüber dem japanischen Yen gewann der Euro leicht um 0,05 Prozent.

Europäischer Aktienmarkt an der Spitze

In diesem Marktumfeld entwickelte sich aus Sicht des Euro-Anlegers der europäische Aktienmarkt am besten, gefolgt vom US-amerikanischen und japanischen Markt. Dabei konnte nur der europäische Markt eine positive Wertentwicklung verzeichnen. Die Emerging Markets schnitten schwächer ab als der MSCI World und innerhalb Europas beendete der deutsche Aktienmarkt die Woche schlechter als der MSCI Europe.

Finanzen und IT Outperformer in den USA

Auf Sektorebene entwickelten sich in den USA Finanzen, IT und Grundstoffe am besten. Eine unterdurchschnittliche Entwicklung wiesen die Sektoren Versorger, Gesundheit und Energie auf. In Europa sah das Bild ähnlich aus: Eine Outperformance zeigten Werte aus den Sektoren Finanzen, Grundstoffe und Industrie. Underperformer waren die Sektoren Gesundheit und zyklischer sowie nicht-zyklischer Konsum. Kleinkapitalisierte Werte (Small Caps) schnitten gegenüber Large Caps in Europa und in den USA wiederholt besser ab. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ konnten in den USA und in Europa Value-Titel jeweils ein besseres Ergebnis erzielen.

Michael Jensen ist Vice President von Moventum.

Foto: Moventum

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