Inflation: „Die Eins vor dem Komma wird bald kommen“

Die Deutsche Asset Management (Deutsche AM) hat im Rahmen ihrer Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der Vermögensverwaltungseinheit der Deutschen Bank eine mutige Prognose gewagt. Nach Meinung des Chefanlagestrategen Stefan Kreuzkamp wird die Inflation im zweiten Halbjahr 2016 wieder anziehen.

Stefan Kreuzkamp folgt bei der Deutschen AWM auf Asoka Wöhrmann.
Stefan Kreuzkamp, Deutsche AM: „Dem Thema Dividenden mehr Aufmerksamkeit widmen“

„Die Inflation wird wieder anziehen. Die Deflationsangst spielt keine Rolle mehr. Die Talsohle ist durchschritten, die Eins vor dem Komma wird bald kommen“, sagte Kreuzkamp. Er erwartet im zweiten Halbjahr ein moderates Wirtschaftswachstum, steigende Leitzinsen in den USA sowie sich stabilisierende Rohstoffpreise. Die Politik der großen Zentralbanken werde ultra-expansiv bleiben, allerdings zeigten sich vermehrt deren Nebenwirkungen, wie zum Beispiel große Schwankungen an den Finanzmärkten.

„Gezielte Risiken eingehen“

„Auf der Suche nach Erträgen müssen die Anleger inzwischen gezielt Risiken eingehen und kurzfristig taktisch agieren. Den über Generationen als sicher betrachteten Zins gibt es nicht mehr“, so Kreuzkamp. Derzeit sind die Renditen am Anleihemarkt auf historischem Tiefstand. Erst kürzlich war die Rendite für zehnjährige deutsche Bundesanleihen unter null gerutscht, derzeit rentieren 79 Prozent der deutschen Staatsanleihen negativ, bei Schweizer Papieren sind es sogar 91 Prozent. Insgesamt wiesen ausstehende europäische Staatsanleihen im Volumen von gut acht Billionen Euro eine negative Rendite auf. Sollte die Inflation wie erwartet anziehen, verschärfe sich vor allem für vorsichtige Anleger die Situation, da ihre ohnehin schon geringen Renditen vom Anleihemarkt nun durch die Inflation egalisiert werden, warnt Kreuzkamp.

Nur Unternehmensanleihen bieten noch Perspektiven

Anlagegelegenheiten im Anleihesektor bieten sich nach Ansicht von Bill Chepolis, Leiter Anleihen für die Region Emea, derzeit noch bei Unternehmensanleihen, sowohl im Investment-Grade- als auch im High-Yield-Bereich. Außerdem hält Chepolis ausgewählte Staatsanleihen aus der europäischen Peripherie für aussichtsreich. Am Devisenmarkt rechnet er mit einer weiteren Aufwertung des US-Dollars – auch wenn die Parität nicht erreicht werden dürfte.

Seite zwei: Aktienmarkt hat Luft nach oben

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