7. Dezember 2016, 10:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Investmentbranche steht vor schnellem Wandel

Viele europäische Banken stehen unvermindert unter großem Druck. Natürlich wirkt sich das auch auf viele Fondsgesellschaften aus, die sich oftmals immer noch im Besitz der Kreditinstitute befinden. Der Rademacher-Kommentar

Tim-Rademacher-1 in Investmentbranche steht vor schnellem Wandel

Tim Rademacher sieht schnelle Veränderungen innerhalb der Fondsbranche.

Bilder sagen bekanntlich mehr als 1.000 Worte. Dies trifft auch auf die Charts vieler europäischer Banken zu. So haben sich etliche Geldhäuser, gemessen am Kursverlauf, nie wirklich von der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 erholt und tendieren seit mehreren Quartalen wieder kräftig abwärts. Zwar zogen nach der Trump-Wahl die Notierungen einiger Banken wieder etwas an, der generelle Abwärtstrend bleibt bei den Titeln aber unvermindert intakt.

Selbst Branchenführer im Fadenkreuz

Ein gutes Beispiel für die Herausforderungen innerhalb der Branche stellt die italienische Großbank Unicredit dar, die unter vielen faulen Krediten im dortigen Bankwesen leidet. Auch bei anderen Instituten dies- und jenseits des Atlantiks wird die Eigenkapitalausstattung von Investoren mittlerweile als kritisch angesehen. Entsprechend ist die Meldung, dass die Südeuropäer sich in konkreten Verkaufsgesprächen über die Veräußerung von Pioneer Investments befinden, keinesfalls verwunderlich. Auch über einen möglichen Verkauf der Fondstochter der Deutschen Bank kursieren in Frankfurt immer wieder Gerüchte. Bereits im Herbst trennten sich Berenberg und das Bankhaus Lampe von ihren Anteilen an Universal Investment.

Für jede Transaktion innerhalb der Fondsbranche mag es unterschiedliche Gründe geben. Dennoch ist europaweit der Trend erkennbar, dass sich Banken immer stärker aus dem Sektor zurückziehen und spezialisierten Asset Managern zunehmend das Feld überlassen. Diese nutzen derzeit offenbar die Gunst der Stunde und erwerben Fondsgesellschaften zu attraktiven Konditionen. Im Gegenzug erhalten die Verkäufer für ihr Tafelsilber immerhin ordentliche Verkaufserlöse, da das Geschäft der meisten Fondsgesellschaften rund läuft.

Die zunehmende Unabhängigkeit der großen Asset Manager von den europäischen Banken ist keinesfalls von Nachteil. In den USA, wo das Trennbankensystem in den Jahren 1933 bis 1999 vorherrschte, waren die Erfahrungen für die Endkunden keinesfalls schlecht. Vor allem wurden zu dieser Zeit viele Interessenkonflikte vermieden, die in dieser Branche zweifelsfrei bestehen. Insbesondere in der Nachkriegsgeschichte hatten viele Banken direkt umfangreiche Anteile an Unternehmen, was oftmals im Widerspruch zu den Aktivitäten einzelner Fonds stehen konnte.

Lebendiger Wandel innerhalb der Branche

Am Finanzplatz Frankfurt sind auch in Zukunft weitere Transaktionen zu erwarten. Insgesamt befindet sich die Branche in einem stetigen Wandel, der durch die zunehmende Digitalisierung innerhalb des Sektors sogar noch beschleunigt werden dürfte. Auf der einen Seite findet durch die Übernahmen ein Konzentrationsprozess bei den großen Asset Managern statt. Auf der anderen Seite entstehen immer wieder kleine innovative Player, die mit neuartigen Ansätzen den Wettbewerb befördern.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Dirk Beichert

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kleinlein: “Sehen in Frau von der Leyen eine Chance auf eine starke Kommissionspräsidentin”

Der Bund der Versicherten e. V. sieht die Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin mit vorsichtigem Optimismus in Sachen Altersvorsorge. So hat Frau von der Leyen als ehemalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales Erfahrung im Bereich Altersvorsorge.

mehr ...

Immobilien

Anstieg um 95 Prozent oder Rückgang um 19 Prozent: Hauspreise in NRW klaffen weiter auseinander

Obwohl Lennestadt und Düsseldorf nur 90 Kilometer Luftlinie trennen – bei Angebotspreisen für Häuser liegen zwischen den beiden Städten Welten. Die Schere der Immobilienpreise in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich in den vergangenen 5 Jahren sogar noch weiter geöffnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von immowelt.de, in der Hauspreise der Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen untersucht wurden.

mehr ...

Investmentfonds

ÖKOWORLD bietet Eltern und Großeltern den passenden politischen Investmentfonds

Der Zusammenschluss „Parents for Future“ ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen der “Fridays für Future”-Bewegung in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützt. Der ROCK ´N `ROLL FONDS von ÖKOWORLD ist als erster Elternfonds der Welt ist genau für diese Community gemacht.

mehr ...

Berater

Blockchain: Den Anschluss verloren

Während der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zeigte sich, dass Deutschland momentan im viel zitierten Lieblingssport nur noch zum unteren Durchschnitt gehört. Neue Ansätze sollen die entstandene Lücke zur Weltspitze wieder schließen. Ähnlich verhält es sich im Bereich Wirtschaft: Was beispielsweise das Thema Blockchain betrifft, gilt es für die Bundesrepublik noch einiges nachzuholen. Ein Kommentar von Matthias Strauch, Vorstand der Intervista AG.

mehr ...

Sachwertanlagen

Aberdeen Standard Investments nimmt schwedische Immobilien ins Portfolio

Aberdeen Standard Investments (ASI) hat seinen paneuropäischen Wohnimmobilienfonds Aberdeen Pan-European Residential Property Fund (ASPER) SICAV-RAIF mit dem Kauf eines Portfolios neuer Wohnimmobilien in Schweden erweitert. Mit dieser jüngsten Akquisition ist das Fondsportfolio nun über sechs Länder und 27 verschiedene Anlagen diversifiziert und hat ein Vertragsvolumen von über 750 Mio. Euro erreicht.

mehr ...

Recht

Testament: Warum es bei Patchwork-Familien ein Muss ist

Stief- und Patchwork-Familien sind längst keine Seltenheit mehr, sondern für viele Menschen ist es der Alltag. Warum für diese Familienkonstellationen ein Testament unabdingbar ist. Interview mit Cornelia Rump, Fachanwältin für Erbrecht, in einem Interview mit der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“.

mehr ...