23. Februar 2016, 08:18
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Konjukturprobleme drücken HSBC in die Verlustzone

Die wachsenden Probleme in der Weltwirtschaft setzen Europas größter Bank HSBC unerwartet heftig zu. Im Schlussquartal 2015 verbuchte das Institut nach Angaben vom Montag einen Vorsteuerverlust von 858 Millionen US-Dollar nach einem Gewinn von 1,7 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Das lag vor allem an der Vorsorge für faule Kredite, die um ein Drittel auf 1,6 Milliarden Dollar stieg.

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HSBC leidet unter der Konjunkturabkühlung in Asien.

HSBC trifft vor allem die Wirtschaftsabkühlung in Asien, wo die Bank einen Großteil ihres Geschäfts erzielt. Auch der Verfall der Ölpreise macht HSBC zu schaffen: Weil viele Unternehmen der Branche schon pleite sind oder vor der Insolvenz stehen, rüstete sich das Institut für vermehrte Kreditausfälle. Zugleich betonte die Bank aber, dass das Engagement in dem kriselnden Sektor begrenzt sei. Die vergebenen Kredite beliefen sich auf insgesamt 29 Milliarden Dollar, das entspreche nur zwei Prozent ihres Risikos im Großkundengeschäft.

Aktien deutlich im Minus

Die HSBC-Aktien verloren am Vormittag an der Londoner Börse gut vier Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn haben sie im Zuge des Verfalls der Börsenwerte von Banken knapp ein Fünftel an Wert verloren – damit halten sie sich aber noch deutlich besser als etwa die Papiere der Deutschen Bank, die um rund 30 Prozent eingebrochen sind. Am Montagvormittag ließen sich die Aktien des deutschen Branchenprimus indes nicht von der HSBC beeindrucken und legten um rund 3,5 Prozent zu.

Das schwache Schlussquartal führte zu einem Rückgang des Nettogewinns im Gesamtjahr um gut ein Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar. Trotzdem hielt die Bank an ihrem Versprechen steigender Dividenden fest. Für 2015 will sie nun 51 Cent je Aktie ausschütten, ein Cent mehr als ein Jahr zuvor.

Ziele sind noch lange nicht erreicht

Gerade die Abkühlung der Wirtschaft in China macht HSBC zu schaffen. Vorstandschef Stuart Gulliver will das Institut künftig noch stärker auf Asien ausrichten. Dabei soll die Bank aber ihren Sitz in London behalten. Vor einer Woche hatte das Institut nach fast einjähriger Prüfung eine mögliche Verlegung ihrer Zentrale nach Hongkong verworfen.

Von ihren Mittelfrist-Zielen ist die HSBC noch weit entfernt: So sackte die Rendite auf das eingesetzte Kapital 2015 von 7,3 auf 7,2 Prozent ab. Mittelfristig will HSBC wie andere europäische Banken auf einen Wert von über 10 Prozent kommen.

Umbau geht weiter

Um das zu schaffen, will die Bank ihre Kosten bis Ende 2017 um fünf Milliarden Dollar drücken und dazu weitere 25.000 ihrer gut 250.000 Arbeitsplätze streichen. Doch im vergangenen Jahren stiegen die operativen Kosten sogar um 5 Prozent auf gut 36 Milliarden Dollar, was vor allem an höheren Belastungen durch gestiegene staatliche Bankenabgaben lag.

Auch der Rückzug aus Randgeschäften gestaltet sich schwierig. So blies die HSBC mangels guter Gebote den geplanten Verkauf ihrer Türkei-Tochter ab. Die Sparte soll es jetzt im Konzern bleiben und umgebaut werden.

Einen großen Fortschritt konnte Vorstandschef Gulliver allerdings vermelden: Im vergangenen Jahr baute HSBC Risikopositionen im Umfang von 124 Milliarden Dollar ab und ist damit auf Kurs zu dem für Ende 2017 gesetzten Ziel, 290 Milliarden Dollar an dieser Stelle aus der Bilanz herauszunehmen. Dies ließ die harte Kernkapitalquote, die das Eigenkapital ins Verhältnis zu den Risikopositionen setzt, 2015 von 11,1 auf 11,9 Prozent steigen. Allerdings geht dieser Abbau mit schwächeren Erträgen einher. Sie sanken um zwei Prozent auf 59,8 Milliarden Dollar.

Quelle: dpa-Afx

Foto: Shutterstock

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