Langfristig statt saisonal handeln

Diesen Monat war sie wieder zu hören, die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away … but remember to come back in September.“

Die saisonalen Effekte an den Börsen werden von den Investoren überschätzt.
Die saisonalen Effekte an den Börsen werden von den Investoren überschätzt.

Im Wesentlichen besagt diese Regel, Aktien im Mai zu verkaufen und im September wieder einzusteigen, kurz: den Börsen im Sommer den Rücken zu kehren. Privatanleger sollten jedoch erst gar nicht versuchen, den Börsen mit hektischen Käufen und Verkäufen ein Schnippchen zu schlagen, so die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften.

Sommereffekt kaum noch zu spüren

Denn die Börsenweisheit ist veraltet. Sie bewährte sich vor allem in den USA zwischen den 50er und 80er Jahren. Tatsächlich traten damals regelmäßig unterdurchschnittliche Renditen im Sommer im Vergleich zu den Wintermonaten auf. Der Grund: Während der Sommermonate, also auch nach der Dividendensaison, tummelten sich viele Börsenhändler an den Stränden New Yorks und die Handelsumsätze sanken. Spätestens mit der Einführung des elektronischen Handels ist dieser Effekt nicht mehr zu spüren oder wenn, dann nur in abgewandelter Form.

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Generell sind saisonale Muster meist nur vorübergehender Natur. Gemäß dem Spruch „Hin und her macht Taschen leer“ schmälern die Handelskosten bei häufigen Umschichtungen außerdem die Gesamtrendite. Sparer sollten ihre Anlageentscheidungen daher nicht nach der Jahreszeit ausrichten, sondern eine langfristige Strategie bei ihrer Geldanlage verfolgen. Für einen dauerhaften Erfolg ist es entscheidend, dass die Sparer ihr Geld möglichst lange für sich arbeiten lassen. Wer etwa für die Altersvorsorge spart, sollte eine zu den persönlichen Zielen passende Strategie festlegen und diese dann konsequent verfolgen. (tr)

Foto: Shutterstock

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