19. Februar 2016, 11:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nordic High Yield lockt mit zehnprozentiger Rendite

Der Verfall der Ölpreise hat den Boom an den nordischen High-Yield-Märkten unterbrochen. Mit zehn Prozent sind die Renditen gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld inzwischen verlockend hoch, allerdings sagen DNB-Experten auf dem Markt Zahlungsausfälle voraus. Die Fondsmanager des DNB Nordic High Yield waren bisher von Defaults kaum betroffen.

Oel-bohrinsel-plattform in Nordic High Yield lockt mit zehnprozentiger Rendite

Der Ölpreisverfall bereitet vielen Förderunternehmen große finanzielle Probleme.

Damit das auch so bleibt, haben sie ihr Depot wetterfest gemacht. Für Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Zeithorizont wurde jetzt ein steuertransparenter Fonds nach Luxemburger Recht auf den Markt gebracht. Das niedrige Niveau bei den Ölpreisen hat den skandinavischen High-Yield-Bonds aus dem Energiesektor zugesetzt. Wann der Boden erreicht ist, kann auch auf dem Markt für Hochzinsanleihen niemand genau sagen. Doch viele High-Yield-Emittenten und -Bonds aus dem Energiesektor wirken inzwischen günstig. Auch der Gesamtmarkt sieht mit einer Bruttorendite von zehn Prozent attraktiv aus.

„Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont, die im aktuellen Niedrigzinsumfeld Rendite für ihr Depot suchen, können erste Positionen aufbauen“, sagt Hagen-Holger Apel, Senior Portfolio Manager bei DNB Asset Management in Luxemburg. Zudem hat sich der Zugang zu diesem Markt zuletzt sowohl für professionelle Investoren als auch für Kleinanleger vereinfacht. Seit dem 11. November 2015 ist der DNB High Yield als Fonds nach Luxemburger Recht SICAV auf dem Markt. Das Produkt mit der ISIN LU1303786500 ist ein steuertransparenter Spiegelfonds des seit 2012 in Norwegen erhältlichen DNB Nordic High Yield-Fonds.

Nordic High Yield, das ist ein 27 Milliarden Euro Markt, das ist vor allem Norwegen und Schweden. Mehr als die Hälfte der hochrentierenden Anleihen auf dem Markt stammen von Emittenten, die ihre Aufträge von der Öl- und Gasindustrie erhalten.

Erholung der Ölpreise prognostiziert

Ob sich ein Investment in den nordischen High-Yield-Markt rechnet, wird dementsprechend auch von der Entwicklung der Ölpreise maßgeblich bestimmt. Der Ölpreis ist bereits auf ein Niveau gefallen, das viele Ölkonzerne zu massiven Kürzungen ihrer Investitionen gezwungen hat.

DNB-Experten glauben nicht, dass das Risiko eines weiteren Ölpreisverfalls vom derzeitigen Niveau groß ist. „Die Wohlfühlzone der Industrie liegt bei Ölpreisen zwischen 65 und 80 Dollar“, sagt Hagen-Holger Apel. Noch ist die weit entfernt. Derzeit wechselt das Fass Öl für weniger als 30 Dollar den Besitzer, das tiefste Niveau seit 2004. Doch mittelfristig ist eine Erholung in Sicht. Die Ökonomen von DNB Markets prognostizieren für die nächsten ein bis zwei Jahre ein Ölpreisniveau von 70 bis 80 Dollar. Ob die Experten Recht behalten, entscheidet Saudi Arabien.

Genauer gesagt, die Menge an Erdöl, die der weltgrößte Produzent aus dem Boden pumpt. Seit dem Vorjahr halten die Saudis die Fördermengen künstlich hoch und drücken dadurch ganz gezielt die Kurse. Mit den Dumpingpreisen versuchen die Saudis vor allem die hoch verschuldeten US-Schieferölproduzenten wieder aus dem Markt zu drängen. Die Schieferölproduzenten arbeiten im Schnitt mit deutlich höheren Förderkosten als Saudi Arabien. Durch den Fracking-Boom stiegen die USA 2014 zum größten Energieproduzenten der Welt auf.

Doch auf Dauer können auch die reichen Saudis mit solchen Kampfpreisen nicht leben. Weil sich viele Projekte bei dem derzeitigen Ölpreisniveau nicht mehr rechnen, kommen langfristig sinkende Fördermengen in den meisten Produktionsländern als Kurstreiber noch dazu. ”Ein niedrigerer Ölpreis führte zu sinkenden Investitionen in die Exploration und den Produktionssektor”, sagt Svein Aage Aanes, Fondsmanager des DNB High Yield und Head of Fixed Income bei DNB. „Das wird in den kommenden Jahren in der Ölproduktion zu einer schnellen Reduzierung der Fördermengen führen. Die Frage ist nicht ob sich der Ölpreis in norwegischen Kronen gerechnet erholt, sondern nur wann.“

Das Angebot an skandinavischen Unternehmensanleihen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbreitert. Von 2001 bis 2014 lieferte der skandinavische High-Yield-Markt eine Wachstumsstory. Allein in Norwegen schoss das Volumen der jährlich emittierten High-Yield-Anleihen von 45 auf fast 110 Milliarden NOK in die Höhe. In Norwegen hat bereits jedes zweite Industrieunternehmen mit Hilfe von Unternehmensanleihen Fremdkapital aufgenommen. Dadurch ist es mittlerweile  möglich, ein breit diversifiziertes Portfolio an High-Yield-Anleihen in verschiedenen Sektoren aufzubauen.

Seite zwei: Höheres Risiko für Defaults

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DISQ: Die besten Kfz-Versicherer

Und es gibt erhebliche Preis-Leistungs-Unterschiede in der Kfz-Versicherung. Im Idealfall lassen sich bis zu 80 Prozent einsparen. Das zeigt das neue DISQ-Rating unter 27 Kfz-Versicherern, darunter 19 Filial- sowie acht Direktversicherer. Drei Einzeltarife erhielten ein „sehr gut“. Auf Platz eins kamen der Marktführer HUK-Coburg und  der Direktversicherer CosmosDirekt.

mehr ...

Immobilien

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Investmentfonds

Candriam erweitert Team für Schwellenländeraktien

Candriam holt Galina Besedina als Senior Emerging Markets Equity Analystin und Portfoliomanagerin. Besedina berichtet direkt an Jan Boudewijns, Head of Emerging Markets Equity. Sie verfügt über mehr als 13 Jahre Berufserfahrung und ergänzt das seit 1994 bestehende Kernteam in Paris. Candriam verwaltet im Bereich der Schwellenländeraktien derzeit ein Vermögen von mehr als 2,5 Milliarden Euro.

mehr ...

Berater

Plansecur-Messe 2020 komplett digital

Die Finanzberatungsgruppe Plansecur lädt zu ihrer coronabedingt ersten virtuellen Finanzplanungsmesse ein. Auf der ausschließlich für geladene Berater und Partner geöffneten Online-Veranstaltung werden rund 400 Teilnehmer erwartet.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...