22. Februar 2016, 08:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Super Mario gibt nicht auf – gut für uns!

Zwei große Herausforderungen

Abgesehen von den niedrigen Energiepreisen, die zeitweilig die Inflationsrate nach unten drücken, kämpft die EZB im Wesentlichen mit zwei Herausforderungen:

Die erste Herausforderung ist eine viel zu hohe Arbeitslosigkeit. Sie führt dazu, dass die Löhne auf niedrigem Niveau stagnieren und mancherorts sogar rückläufig sind. Die USA können nun auf über sechs Jahre Wirtschaftswachstum und einer Halbierung der Arbeitslosigkeit zurückblicken. Und davon kann man lernen, dass es äußerst schwer sein kann, die Inflationsrate zu erhöhen, wenn die Arbeitslosigkeit längere Zeit konstant hoch war.

Die zweite Herausforderung ist einfach der Umstand, dass die Inflation jetzt über einen längeren Zeitraum so niedrig war. Dementsprechend haben sich Privathaushalte und Unternehmen darauf eingestellt, was die Tendenz der Inflation praktisch festschreibt. Die Schlussfolgerung ist klar: Es wird für die EZB sehr schwierig sein, die Inflation wieder auf zwei Prozent zu bringen.

Bislang konnte die EZB zumindest auf ein solides Wachstum verweisen. Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Banken vergeben wieder Kredite und auch die schwerfällige Investitionsbereitschaft beginnt sich wieder stärker zu rühren.

Vorbereitung auf etwas Großes

Doch damit enden die guten Nachrichten auch! Die Eurozone hat – im Gegensatz zu den USA – Schützenhilfe durch eine schwächere Währung, eine lockerere Geldpolitik und einen niedrigeren Ölpreis erhalten. Letzteres ohne die gleichen Kreditsorgen, die derzeit das amerikanische Bankensystem plagen. Doch alle diese Faktoren haben eines gemeinsam: Sie sind nur temporär. Genau wie sie nur zeitweilig das Wirtschaftswachstum in den USA nach unten gedrückt haben, haben sie das Wachstum in der Eurozone nun zeitweilig nach oben gedrückt. Wenn sie schwächer werden, bleibt nur noch ein einziger wachstumstreibender Faktor – die Banken!

Die EZB bereitet sich auf etwas Großes vor. Die Finanzmärkte entscheiden dann, wie groß es wird.

Die EZB muss ganz einfach die Wirtschaft so sehr anschieben, wie sie nur kann. Daher war sie schon im Januar bereit, die Geldpolitik weiter zu lockern. Seitdem gehen die Überlegungen weiter und der Markt hat bereits bis zu 0,3 Prozent an weiteren Zinssenkungen in den nächsten Quartalen eingepreist. Es wird viel darüber gemutmaßt, was die EZB mit ihrem Aufkaufprogramm machen wird. Wird noch mehr Geld gedruckt? Werden außer Staatsanleihen auch andere Anleihen gekauft?

Wir erwarten, dass die EZB im März ihre Geldpolitik weiter lockert. Doch für uns ist etwas Anderes viel entscheidender: In der jetzigen Situation, in der die Märkte erneut die Banken angreifen und es sogar schwache Anzeichen für eine neuerliche Bankenkrise gibt, ist unsere Haltung völlig klar: Dies darf die EZB ganz einfach nicht zulassen.

Bo Bejstrup Christensen ist der Chefanalytiker bei Danske Invest

Foto: Danske Invest

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Immobilien

Wo Eigentumswohnungen am schnellsten verkauft sind

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist ungebrochen. Ein Indiz dafür ist die durchschnittliche Vermarktungszeit, die Immoscout24 für ganz Deutschland untersucht hat. Wo die Objekte besonders schnell weg sind

mehr ...

Investmentfonds

Oddo BHF AM verstärkt sich in Deutschland und Österreich

Zwei erfahrene Vertriebsexperten verstärken das Wholesale-Team für Publikumsfonds von Oddo BHF Asset Management in Deutschland und Österreich.

mehr ...

Berater

Handelsvertreter: Freistellungsvereinbarungen vertraglich sauber regeln

Auch bei Handelsvertretern kommt es immer wieder zu Freistellungen bei gekündigten Verträgen. Sie sollten aber darauf achten, dass die Regelungen wirtschaftlich nicht zu ihrem Nachteil ausfallen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Recht

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...