Anzeige
21. März 2016, 08:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Weniger Bankeinfluss nach Manipulationsskandal – Reformplan für Libor steht

Mit einer grundlegenden Reform will der Börsenbetreiber ICE das Vertrauen in den skandalumwitterten Referenzzinssatz Libor wiederherstellen.

City-of-London in Weniger Bankeinfluss nach Manipulationsskandal - Reformplan für Libor steht

Das Vertrauen in den Libor soll in der City of London wieder hergestellt werden.

Dazu soll vor allem der Einfluss von Schätzungen einzelner Banker für diese wichtige Kennziffer in der Finanzwelt reduziert werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Umbauplan hervorgeht. Die Berechnung wird auf eine breitere Basis gestellt und transparenter gemacht.

So sollen künftig nicht mehr nur die Zinsen für Geschäfte von Banken untereinander hinzugezogen werden, sondern auch die kurzfristigen Geldvergaben von Notenbanken und anderen Unternehmen. Zudem will die ICE mehr tatsächliche Transaktionen in die Berechnung einbeziehen. Langfristig ist eine vollständig digitale Erfassung geplant. Die Reformen sollen im Laufe dieses Jahres eingeführt werden.

Bislang war die Berechnung des Libor (London Interbank Offered Rate) für Außenstehende ein weitgehend schwarzes Loch. Einzelne Bankmitarbeiter machten einmal am Tag ihre Eingaben, aus denen der Referenzzinssatz gebildet wurde, von dem Finanzgeschäfte im Volumen von rund 350 Billionen US-Dollar abhängen. Die Eingaben der Banken mussten dabei auch nicht unbedingt auf realen Geschäften basieren, sondern waren in der Regel Schätzungen einzelner Banker bei verschiedenen Großinstituten.

Damit war das System anfällig für Betrügereien, wie der Banken-Skandal um manipulierte Kurse zeigte. In zahlreichen Instituten, auch der Deutschen Bank, soll dabei versucht worden sein, die Zinssätze so zu beeinflussen, dass eigene Geschäfte davon profitierten. Es wurden deshalb Milliardenstrafen verhängt.

Der US-Börsenbetreiber hatte 2014 die Verantwortung für die Libor-Berechnung von der British Bankers’ Association (BBA) übernommen.

Quelle: dpa-Afx/tr

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 8/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Durchstarter Indien – Führungskräfte absichern – Bausparen – US-Immobilien


Ab dem 20. Juli im Handel.

Cash. 7/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

US-Aktien – Unfallpolicen – Altersvorsorge – Ferienimmobilien

+ Heft im Heft: Cash.Special Vermögensverwaltende Fonds

Versicherungen

Pflege: Kostenhalbierung durch Roboter

Das Online-Portal Haushaltswiki.de hat ermittelt, welchen Beitrag Pflegeroboter zur Lösung des Fachkräftemangels leisten können. Demnach werden die Roboter 300.000 Arbeitsplätze im Pflegebereich ersetzen. Die Kosten für einen Pflegeheimplatz könnten von derzeit 3.000 Euro monatlich auf 1.300 Euro sinken.

mehr ...

Immobilien

Mietminderung: Was zu beachten ist

Schimmel, Lärm und eine defekte Heizung reduzieren den Wert einer Wohnung deutlich. Wann man die Miete mindern kann und worauf man dabei achten muss, wissen die Immobilienexperten von Plusforta.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Asset Management: Börsengang noch in diesem Jahr unwahrscheinlich

Die Deutsche Bank will sich beim geplanten Börsengang ihrer Fondstochter nicht hetzen lassen. Laut Deutsche-Bank-Chef John Cryan ist es unwahrscheinlich, dass die Deutsche Asset Management noch in diesem Jahr an die Börse geht.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank erwägt Nullrunde für Aktionäre

Die Deutsche Bank denkt darüber nach , die Dividende in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Laut Deutsche-Bank-Chef John Cryan steht eine Entscheidung hierzu noch aus. Eigentlich hatte das Institut versprochen, für 2017 eine Dividende von elf Cent pro Aktie zu zahlen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance investiert in Wohnungen in Spanien

Die Deutsche Finance Group aus München will zusammen mit internationalen Partnern für über 100 Millionen Euro ein Portfolio aus Wohnimmobilien in Barcelona und Madrid aufbauen.

mehr ...

Recht

Achtung, Erbe! Welche Steuerfallen beim Nachlass lauern

Welche Steuerfallen lauern beim Vererben und mithilfe welcher Strategien kann man seine Steuerlast optimieren? Dies erklärt Rechtsanwalt Carl-Christian Thier von der deutsch-amerikanischen Kanzlei Urban Thier & Federer P.A. in seinem Gastbeitrag.

mehr ...