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19. Januar 2017, 09:48
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Ellwanger & Geiger: Gefährliche Präsidentschaften

Die kommende Präsidentschaft wirft unzählige Fragen auf und schürt schier unendlich viele Unsicherheiten, die Gift für die Kapitalmärkte sind. Ein Gastkommentar von Michael Beck, Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Michael-Beck in Ellwanger & Geiger: Gefährliche Präsidentschaften

Michael Beck, Leiter Asset Management, Bankhaus Ellwanger & Geiger

Es gibt sie noch – die Berufsoptimisten, die im Auftreten und in den Twitter- und Boulevard-Interviews des an diesem Freitag neu zu vereidigenden US-Präsidenten einen neuen und erfrischenden Politikstil entdecken wollen. Dem neutralen Beobachter wird aber angesichts der doch sehr leichtfertigen und unreflektierten Aussagen zu gravierenden Weltthemen so langsam unwohl. Eine forsche Herangehensweise an diverse Themen mag ja erfrischend sein, aber zu weltpolitischen Themen solch offensichtlich unausgegorene Statements abzugeben, schürt Ängste.

Zweifel an einer Mäßigung

Noch immer gehen die Finanzmärkte davon aus, dass ein vereidigter Präsent Trump seinen beispiellosen Wahlkampfmodus hinter sich lässt. Leider lassen allein die Auslassungen zur Rede der bekannten US-Schauspielerin Meryl Streep und das jüngste Interview mit der deutschen Boulevardzeitung „Bild“ größere Zweifel an der Eignung des designierten Präsidenten für sein Amt aufkommen. Die Besetzungen seiner wichtigsten Regierungsposten lassen darüber hinaus wenig Chancen einer Mäßigung, auch in außenpolitischer Hinsicht, erkennen. Der Trump-Bonus an den Märkten bröckelt bereits und sollte er in der ersten Zeit seiner Amtsführung diesen Weg fortführen, kann es gut sein, dass sich die Stimmung an den Märkten dreht.

Hoffnung, dass nicht zu viel Porzellan zerschlagen wird

Protektionistische Maßnahmen werden auch die US-Industrie, die vollkommen mit der Welt über die Nutzung von Vorprodukten vernetzt ist, schädigen. Steuererleichterungen werden nur kurzfristig Belebung bringen und die Infrastrukturmaßnahmen benötigen viel Zeit, bevor sie umgesetzt werden können. So bleibt nur zu hoffen, dass der politische US-Elefant nicht so viel Porzellan zerschlägt, dass sich die an und für sich guten Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte in Luft auflösen.

Risikodiversifikation ist 2017 Trumpf

Die europäischen Aktieninvestoren schauen bereits besorgt auf die kommenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich. In beiden Ländern dürften die Wahlen jedoch nicht dazu führen, dass die rechtspopulistischen Parteien an die Macht gelangen können. Eine französische Präsidentschaft von Marine Le Pen dürfte die Grundfesten Europas zusätzlich erschüttern, nachdem die britische Premierministerin Theresa May endgültig einen harten Brexit mit einer “Vollverabschiedung” aus Europa verkündet hat. Das Jahr 2017 startet genauso wie befürchtet – voll mit politischen Unwägbarkeiten. Für die Kapitalanlage bedeutet dies, größere Vorsicht walten zu lassen und sowohl bei Aktien- als auch Renteninvestments konsequent auf Risikodiversifikation zu setzen.

Foto: Thomas Bernhardt

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