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21. Februar 2017, 12:31
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Griechenland-Krise: Kolossales Dilemma für Europa

Spätestens im Sommer braucht Athen neue Kredite, um alte zu bedienen. Wäre Griechenland Privatperson oder Unternehmen, hätten die Kreditgeber längst die Reißleine gezogen und wäre der Pleitegeier permanenter Gast im griechischen Luftraum. Bei Griechenland aber ist alles anders.

Die Halver-Kolumne 

Halver-Robert-Baader-Bank-BBO4957 in Griechenland-Krise: Kolossales Dilemma für Europa

Robert Halver, Baader Bank: “Die Schulden Athens von über 300 Milliarden Euro mit einem Verhältnis von 180 Prozent zur Wirtschaftsleistung sind für Athen untragbar hoch.”

In der Eurozone gelten andere, nämlich politische Gesetze. Kredite müssen weiter gewährt werden, um die Folgen eines ansonsten drohenden Grexit zu vermeiden. Denn nach Grexit und damit nach Wiedereinführung einer Schwachwährung würde Griechenland seine Urlaubsorte und Köstlichkeiten europa- und weltweit zu Schnäppchenpreisen anbieten, um seiner Ökonomie wieder Leben einzuhauchen. Zügig würden sich andere angeschlagene Euro-Länder fragen, warum sie noch im Euro bleiben, wenn man zuschauen muss, wie Touristen z.B. nach Kreta abwandern und Euro-teure, eigene Südfrüchte zu verderblichen Ladenhütern werden. Zypern oder Portugal hätten nach Grexit ein vitales Interesse an einem Ausstieg, zumal dann der Exit-Bann gebrochen wäre.

Deutschland am Ende allein im Euro-Haus?

Und warum sollten im Zuge der Austeriteritis Länder wie Spanien, Italien oder Frankreich noch im Währungsraum bleiben? Deren Landsleute sind schon längst vielfach der Meinung, dass es ihnen in der guten alten Vor-Euro-Zeit besser ging als heute. Am Ende wäre Deutschland allein im Euro-Haus. Und unser transatlantischer “Freund” Trump wird die europäische Zwietracht noch vergrößern, indem er versucht, noch weitere Staaten mit zuckersüßen bilateralen Abkommen auf seine dunkle Seite der Handels-Macht zu ziehen. Hier werden die Briten gerne den advocatus diaboli spielen, die kein Interesse mehr an einem geeinten Europa haben.

Wer politisch zu spät kommt, den bestraft das finanzpolitische Leben

Die Erwartung, dass abwertende, Ex-Euro-Länder dann noch ihre auf Euro lautenden Schulden zurückzahlen können, ist eine Illusion. Deutschen Steuerzahler, die ja auch Wähler sind, wären nicht amüsiert, wenn sie für viele Milliarden ausfallender Kredite bluten müssten. 2010 wäre ein Grexit noch zu vertretbaren Bedingungen möglich gewesen und hätte vor allem gezeigt, dass die Eurozone ihre Stabilitätskriterien nicht mit Füßen tritt. Doch wer politisch zu spät kommt, den bestraft das finanzpolitische Leben: Heutzutage wäre der Grexit der erste fallende Dominostein. Nicht zuletzt ist Griechenland mit seiner EU-Außengrenze bei der Lösung der Flüchtlingskrise von großer Bedeutung. Da lässt man ein Land nicht gerne gehen. Mittlerweile ist Griechenland finanz-, aber auch allgemeinpolitisch Europa-systemrelevant. Griechenland bleibt Mitglied im Euro-Club.

Seite zwei: Wunder gibt es immer wieder? Bei Katja Ebstein ja, bei Griechenland nein!

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1 Kommentar

  1. Die Frage ist ja nur, ist Trump attraktiv genug für Merkel.
    Natürlich wurde der Fehler schon bei der Gründung der EU gemacht.
    Dort hätte man die dargestellten falschen Zahlen schon erkennen müssen,
    Konträr zum Autor hätte natürlich, bevor sich die Hedgfonds gemütlich den Kuchen Griechenland einverleibt haben, eine Schuldentilgung geholfen.
    Wegen der hohen Zinsen ist es ja die Schuldentilgung, über 90% aller EU- Gelder landen ja bei Anlegern in Mitteleuropa und schnuppern nicht ein bisschen der Luft Griechenlands. Griechenland hat schon deswegen keine Chance auf Gesundung. Das ist natürlich, die EU Politik wird ja mindestens zu 40% von Frau Merkel und Hr. Schäuble bestimmt,einer der Kardinalfehler
    dieser Regierung. Das ist so wie man man bei Hautkrebs einfach mit Kosmetik überdeckt und nicht die Ursache beseitigt. Der Schaden wäre nur ein kleiner Teil der bis heute gezahlten Gelder gewesen. Abgesehen davon ist von der Administration angefangen, der veralteten Beamtenstrukturen-Pensionen (allerdings auch im reichen Deutschland-noch unterschätzt) fehlenden Industrie, Rentendilemma etc., jahrzehntelange falsche Politik ( von der EU-dauernegiert und toleriert) alles nicht so leicht und schnell zu ändern.
    Wenn man allerdings die ganze Poltik nur aus einem falschen wasistfürunsgut-Tunnelblick betrachtet, wird es definitiv nicht lösbar sein.
    Das ist wie Entwicklungshilfe die Gewinne erzeugen soll-krank?!

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 2. März 2017 @ 08:42

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