13. April 2017, 10:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neue Investmentchancen auf dem alten Kontinent

Frankreich-Wahlen rücken in den Mittelpunkt

Noch wichtiger ist aber Frankreich. Mit Emmanuel Macron hat dort ein sozial- und wirtschaftsliberaler Reform-Kandidat derzeit gute Aussichten, die Nachfolge von Präsident Hollande anzutreten. Damit wäre die Frage nach einem „Frexit“ – die nach den Erfahrungen von 2016 unterschwellig die Märkte beschäftigt – endgültig vom Tisch.

Die institutionellen Probleme der Eurozone sind damit zwar nicht gelöst. Aber die akute Gefährdungslage hat sich entspannt, entsprechend sinkt die damit verbundene Risikoprämie.

Aus Investorensicht sprechen damit drei starke Argumente für Anlagen im Euroraum. Dies gilt in erster Linie für die Aktienmärkte. Wir trauen den Unternehmen auf Indexebene ein Gewinnplus von rund 12 Prozent für 2017 zu – der beste Treibstoff für weitere Kursanstiege. Auch der Euro dürfte im Außenwert zulegen, allerdings wohl eher ab dem zweiten Halbjahr. Rentenpapiere, die üblicherweise im Konjunkturaufschwung an Attraktivität einbüßen, profitieren zudem bis auf weiteres vom Anleiheankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Hier wirken zwei gegenläufige Effekte: Die gute Konjunktur setzt die Renditen zwar unter Aufwärtsdruck (und verursacht Kursverluste), die EZB wirkt jedoch genau in die andere Richtung. In Summe bietet der europäische Rentenmarkt zwar keine überbordenden Renditeaussichten, aber das Verlustpotenzial ist ebenfalls überschaubar.

EZB dürfte Geldhahn drosseln

Allerdings: Je länger das Jahr andauert, desto stärker dürfte eine Verringerung der geldpolitischen Unterstützung durch die EZB in den Fokus der Märkte rücken. Seit Anfang April erwirbt die Zentralbank „nur“ noch Anleihen im Volumen von 60 Mrd. Euro monatlich. Angesichts ihrer Ankauflimits (bei Emittent, Emission und Verzinsung) dürfte den Währungshütern aber spätestens zur Jahresmitte 2018 das kauffähige Material ausgehen. In Verbindung mit den verbesserten Konjunkturdaten sollte dies die EZB dazu bringen, ihre Maßnahmen weiter zurückzufahren – und zwar eher früher als später. Von diesem Schritt werden aber nicht alle europäischen Anlagen gleichermaßen betroffen sein. Einige (wie der Euro) werden profitieren, bei anderen (wie Aktien) werden die Wirkungen vom Einzelfall abhängig sein. Klar negativ sind die Effekte auf der Rentenseite.

Spricht dieser absehbare Verlust an geldpolitischem Rückenwind gegen ein Engagement in der Eurozone? Nein, denn insgesamt überwiegen die Chancen. Er unterstreicht aber die Notwendigkeit der genauen Differenzierung zwischen Assetklassen, Ländern, Branchen und Einzeltiteln. Und er zeigt die Bedeutung einer dynamischen Allokation im Zeitablauf. Denn wo gestern die Risiken überwogen, können heute die Chancen von morgen locken.

Max Holzer, Kapitalmarktstratege und Leiter Multi Asset Relative Return bei Union Investment, Frankfurt

Foto: Union Investment

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Seehofer will erschwerte Umwandlung von Mietwohnungen

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) plant nun doch höhere Hürden für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Das sieht ein neuer Entwurf für das Baulandmobilisierungsgesetz vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden.

mehr ...

Investmentfonds

US-Wahlen: Welche Aktien sollten ins Portfolio?

In knapp einer Woche ist die US-Präsidentenwahl schon vorbei. Aber ob wir dann auch das Ergebnis kennen, steht in den Sternen. Ein Kommentar von Manuel Heyden, CEO von nextmarkets.

mehr ...

Berater

DKM 2020: digital.persönlich.erfolgreich

Der Umzug der DKM 2020 von der Messe Dortmund in die digitale Welt war ein voller Erfolg. Mit über 19.700* Messeteilnehmern verteilt auf 4 Messetage, 157 Ausstellern und mehr als 200 Programmpunkten bei Kongressen, Workshops, Roundtables und Speaker’s Corner hat die 24. Auflage der Leitmesse auch in der digitalen Version die Finanz- und Versicherungsbranche überzeugt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...