Anzeige
27. Juli 2017, 10:49
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Niedrigzinsen sind gekommen, um zu bleiben

Niedrige Zinsen gelten seit Jahren als Ursache für die mangelnde Ertragskraft an den Kapitalmärkten. Doch es gibt auch Gründe, die aus Investorensicht für niedrige Zinsen sprechen. Christopher Jeffery, Fixed Income Strategist bei Legal & General Investment Management, ist davon überzeugt, dass die Niedrigzinsphase mittlerweile als dauerhaftes Phänomen statt als kurzfristige Fehlentwicklung zu betrachten ist. Was daraus für die Anlagestrategie abzuleiten ist.

135-Christopher-Jeffery in Niedrigzinsen sind gekommen, um zu bleiben

Christopher Jeffery, Legal & General Investment Management: “Die Kluft zwischen Lehrbuch und realer Welt ist riesig.”

Niedrige Zinsen spiegeln sich in der Renditekurve von Staatsanleihen wider. Diese wiederum hat Auswirkungen auf die Diskontsätze für fast alle Assetklassen. “Bei der Diskontierung mit extrem niedrigen Zinssätzen zu arbeiten, hilft dabei, hohe Bewertungen für Aktien zu rechtfertigen.

Wenn man ausschließlich traditionelle Bewertungsmetriken anlegt, bewegen sich Aktien irgendwo zwischen einer leichten Überbewertung und atemberaubend teuer. Im Vergleich zu extrem niedrigen Anleiherenditen können allerdings die realen Renditen, die Aktien ermöglichen, für langfristig orientierte Anleger sehr verlockend sein”, erklärt Jeffery.

Entwicklungen, die niedrige Zinsen gefährden, im Blick behalten

Von diesem Standpunkt aus gesehen beruhen die gegenwärtigen Assetbewertungen auf den niedrigen realen und nominalen Zinsen.

Der Experte rät daher bei allen Entwicklungen, die dieses niedrige Zinsniveau gefährden könnten, zur Vorsicht: “Sollte die lockere Geldpolitik auf eine ungeordnete oder ungeschickte Weise beendet werden, könnte dies schwerwiegende Konsequenzen für die Stabilität des gesamten Finanzsystems haben. Im Zusammenhang mit unseren Multi-Asset-Portfolios bedeutet das, dass wir ständig auf der Suche nach günstigen Wegen sind, um uns gegen politische Fehler und steigende Zinsen zu schützen.”

Basis für verstärkte Anlagetätigkeit

Niedrige Zinsen stellen zudem die Grundlage für eine rege Investitionstätigkeit dar – zumindest laut Lehrbuch. Der sogenannte “Crowding Out”-Effekt hebt bei Erhöhung der Schulden auch das Zinsniveau an, was wiederum eine Senkung der Investitionsausgaben zur Folge hat.

“In diesem Fall ist die übliche Kluft zwischen dem Lehrbuch und der realen Welt jedoch riesig”, so Jeffery. “Trotz des langfristigen Anstiegs der privaten und öffentlichen Staatsschuldenbelastung seit Anfang der 80er-Jahre ist die Schuldendienstquote eingebrochen, da die Zinssätze enorm gefallen sind. Die Bruttozinszahlungen des Haushalts-, Nichtfinanz- und Regierungssektors haben sich trotz einer Verdoppelung des Schuldenstandes halbiert.”

Seite zwei: Niedrigzins als Folge der Veränderung ökonomischer Strukturen – und umgekehrt

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kfz-Versicherung: Welche Merkmale den Tarif in die Höhe treiben

Was treibt den Preis einer Kfz-Versicherung in die Höhe? So kostet eine reine Haftpflichtversicherung  durchschnittlich 55 Prozent weniger als Vollkaskoschutz. Die Reduzierung von Voll- auf Teilkaskoschutz spart im Schnitt 36 Prozent. Größte Preisreduzierung gibt für Verzicht auf Kaskoschutz und geringere Fahrleistung. Die höchsten Aufschläge verursachen ein beliebiger Fahrerkreis und das Alter des Fahrers. Das ergab ein Vergleich von Check24.

 

mehr ...

Immobilien

Alpin-Skigebiete: Wo Immobilien am gefragtesten sind

Noch zeigt sich das Wetter in Deutschland sommerlich warm, aber die nächste Wintersaison steht vor der Tür. Der Immobilienberater Knight Frank hat die Veränderungen bei den Immobilienpreisen in den französischen und Schweizer Alpin-Skigebieten untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Dollar hat Leidensweg noch vor sich

Die Eurozone könnte die US-Wirtschaft überholen. Die US-Wirtschaft schwächt sich ab, während sich die Eurozone stabilisiert. Darauf werden auch die Zentralbanken reagieren und somit die Renditen von Staatsanleihen und die Wechselkurse beeinflussen.

mehr ...

Berater

90 Prozent der Steuerbescheide bei BU-und Basisrenten fehlerhaft?

Führen fehlerhafte Steuermeldungen der Lebensversicherer bei BUZ- und Basisrenten dazu, dass die Betroffenen zu hohe Steuern gezahlt haben? Für den Münchener Rechtsanwalt Dr. Johannes Fiala und Versicherungsmathematiker Peter A. Schramm deutet Vieles darauf hin. Sie empfehlen eine Überprüfung.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R-Gläubigerversammlung: Erste Zahlungen könnten innerhalb von zwei Jahren erfolgen

Mehr als 2.500 Gläubiger kamen am Mittwoch zum ersten von insgesamt vier Berichtsterminen (Gläubigerversammlungen) für die insolventen deutschen P&R Container-Verwaltungsgesellschaften in die Münchner Olympiahalle. Weitere 7.723 waren anwaltlich vertreten. Zu diesem nicht-öffentlichen Gerichtstermin im Insolvenzverfahren für die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH, Grünwald, hatten sich ursprünglich über 4.000 Gläubiger (Anleger) angemeldet.

mehr ...

Recht

BGH verhandelt Widerruf von Zustimmung zu Mieterhöhung

Ist eine Mieterhöhung rechtlich mit dem Abschluss eines Handy-Vertrags am Telefon vergleichbar? Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich an diesem Mittwoch mit der Frage, ob ein Mieter seine Zustimmung zu einer Mieterhöhung widerrufen kann.

mehr ...