Starker Euro: Gut für Europa, schlecht für Unternehmensgewinne

Rolle des US-Dollars als Weltwährung erodiert. Das Euro-Hoch ist zwar gut für Europa, doch schlecht für die Gewinne europäischer Unternehmen und es gibt einen Zielkonflikt zwischen erforderlichem Tapering und starkem Euro.

Gastbeitrag von Didier Saint-Georges, Carmignac

Didier Saint-Georges, Carmignac
Didier Saint-Georges: „Ein starker Euro ist zwar gut für Europa, doch schlecht für die Gewinne europäischer Unternehmen. Wenn der Euro um zehn Prozent zulegt, sinken die Unternehmensgewinne im Durchschnitt um fünf bis sechs Prozent.“

Der Dollar ist unter Druck. Vor unseren Augen spielt sich derzeit ein Szenario ab, das es so noch nie gegeben hat.

Dabei wirken wirtschaftliche und politische Faktoren in einer Weise zusammen, die den US-Dollar als die globale Leitwährung ernsthaft infrage stellen. Dies könnte massive Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben, wenn nun eine Ära ohne die Medizin „QE“ beginnt.

Fangen wir bei der Politik an. Seit 2008 bestand nie ein Zweifel daran, dass für Investoren weltweit der Dollar die bevorzugte Weltwährung ist. Das hat sich jedoch Anfang dieses Jahres geändert.

China in unverändert starker Position

So herrscht mittlerweile die Auffassung vor – und dies zu Recht –, dass Amerikas Führungsrolle erodiert, während gleichzeitig die Eurozone und China stärker werden.

Wir haben es jetzt mit einer Situation zu tun, in der die USA Deutschland den Rücken zukehren, während sich Deutschland mit der Wahl von Emmanuel Macron endlich Frankreich zuwenden und die viel beschworene deutsch-französische Achse zementieren kann.

Derweil genießt Xi Jinping in China eine unverändert starke Position. Alle genannten Faktoren zusammengenommen führen dazu, dass sich bei alternativen Währungen eine Art Renaissance abzeichnet. All dies spricht für den Euro, den Yuan und Gold.

Seite zwei: US-Konsumverlangsamung steht bevor

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