Anzeige
29. August 2017, 13:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Märkte stehen vor unruhigem September

Aus der Zentralbankkonferenz in Jackson Hole erreichen die Anleger wenig Neuigkeiten zur Geldpolitik der amerikanischen und europäischen Zentralbank. Kein guter Start in den Herbst, in dem neue Unsicherheit aus den USA droht.
Gastbeitrag von Dr. Martin Lück, Blackrock

Multi-asset-lueck in Märkte stehen vor unruhigem September

Martin Lück: “Wichtig aus Sicht der Märkte war nicht so sehr, was Yellen und Draghi sagten, sondern eher, was sie nicht sagten.”

Mit Ende des Sommers tritt an den Finanzmärkten gern mal eine Phase erhöhter Nervosität ein. Zum Teil liegt das an der Historie, denn schon oft hat es im September Ereignisse gegeben, welche die bis dato erzielte Performance radikal verschlechterten und den September zu einem Monat mit eher zweifelhaften Ruf machten– zu denken nur an 9/11 oder die Lehman-Pleite 2008.

Zum Teil mag dies auch daran liegen, dass bis zum Sommer akzeptierte Gewinnerwartungen im September, nach dem Ende der Berichtssaison für das zweite Quartal, gern in Frage gestellt werden. Zumindest an dieser Front gibt es 2017 Entwarnung, denn das synchronisierte Wachstum quasi rund um den Planeten dürfte für stabile Gewinnschätzungen für den Rest des Jahres sorgen. Ungemach droht eher von anderer Seite.

Wenig Informationen aus Jackson Hole

Da sind zunächst die Zentralbanken. Vermutlich wird die Fed sehr bald verlauten lassen, wie stark sie demnächst ihre Bilanzsumme verkürzen will und ob sie in diesem Jahr noch einmal die Zinsen erhöht. Bei der EZB ist eher die Frage, ab wann das Tempo des Anleihekaufprogrammes (QE) verlangsamt wird und gegebenenfalls um wie viel.

Zu beiden Fragen hatten sich Marktbeobachter Aufschluss erhofft, denn die beiden beteiligten Zentralbankchefs befanden sich auf der Rednerliste der Zentralbankerkonferenz in Jackson Hole Ende letzter Woche. In der Tat sprachen auch beide, vermieden aber Aussagen zur Geldpolitik.

Janet Yellen erinnerte – durchaus mit Fingerzeig gegenüber dem Weißen Haus – an die Segnungen strafferer Finanzmarktregulierung, Mario Draghi lobte vor allem den Erfolg der bisherigen EZB-Maßnahmen und stellte klar, dass Europa noch lange sehr lockere Geldpolitik brauchen wird.

US-Kongress muss Haushalt beschließen

Wichtig aus Sicht der Märkte war aber nicht so sehr, was Yellen und Draghi sagten, sondern eher, was sie nicht sagten. Allein daraufhin, dass Draghi die starke –und aus Sicht der EZB unerwünschte– Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar unerwähnt ließ, stieg die europäische Währung um knapp einen Cent.

Befindet sich die Geldpolitik also auf beiden Seiten des Atlantik im Selbstfindungsmodus, rüsten sich in Washington D.C. die fiskalpolitischen Entscheider zum Kampf. Bis spätestens 1. Oktober muss nämlich der US-Kongress den Haushalt 2018 beschließen (Appropriation Bill) oder das bestehende Gesetz verlängern (Continuing Resolution).

Außerdem könnte Ende September, spätestens wohl Anfang Oktober erneut die Schuldenobergrenze erreicht werden. Auch hier müsste der Kongress eine Erhöhung beschließen. Normalerweise würden Anleger wohl davon ausgehen, dass eine Regierung mit Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses diese Situation sicher umschifft.

Seite zwei: Bundestagswahl + durchwachsene Inflationszahlen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Der Neubau kommt in Schwung

Wie seit langem erhofft, kommt der Neubau in der Bundesrepublik allmählich in Schwung. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis), die die Behörde am Donnerstag in Wiesbaden bekannt gab.

mehr ...

Investmentfonds

Aufstieg der ETFs

Exchange Traded Funds (ETF) werden bei den Deutschen immer beliebter. Das in ETFs verwaltete Kapital ist in zehn Jahren um über 560 Prozent gestiegen. Doch noch immer ist die Investitionsquote in Deutschland insgesamt sehr gering.

mehr ...

Berater

Kfz-Versicherung: Welche Merkmale den Tarif in die Höhe treiben

Was treibt den Preis einer Kfz-Versicherung in die Höhe? Und wie lässt sich der Preis am stärksten reduzieren? Die Antworten liefert ein aktueller Vergleich des Online-Portals Check24.

mehr ...

Sachwertanlagen

Beförderungs-Quartett bei ThomasLloyd

Das Geschäft der ThomasLloyd Gruppe wächst immer weiter. Das macht auch neue Führungskräfte notwendig. Gleich vier Mitarbeiter auf einmal konnten sich in dieser Woche über Beförderungen zum Managing Director freuen.

mehr ...

Recht

BGH-Urteil: Kein Widerrufsrecht bei Zustimmung zu Mieterhöhung

Mieter können ihre einmal gegebene Zustimmung zu einer schriftlich verlangten Mieterhöhung nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht widerrufen. Das verkündete das Gericht am Nachmittag.

mehr ...