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6. Dezember 2017, 06:54
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Was Investoren von der Verhaltensökonomie lernen können

Am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, erhält Richard Thaler den Wirtschaftsnobelpreis für seine Verdienste auf dem Gebiet der Verhaltensökonomie. Thomas Braun, Mitgründer der Schweizer Value-Boutique Braun, von Wyss & Müller und Manager der Deep-Value-Fonds Classic Global Equity Fund und Classic Value Equity Fund, über den Erkenntnisgewinn für Value-Investoren.

Foto Thomas-Braun CFM-Fonds-Kopie in Was Investoren von der Verhaltensökonomie lernen können

Thomas Braun, Braun, von Wyss & Müller: “Menschen gewichten Verluste deutlich höher als Gewinne.”

Im Gegensatz zur klassischen Ökonomie, die davon ausgeht, dass die Menschen stets alle bekannten Informationen rational verarbeiten, um so ihren langfristigen Gesamtnutzen zu maximieren, berücksichtigt die moderne Verhaltensökonomie aktuelle Erkenntnisse der Psychologie und Hirnforschung und geht damit von realitätsnäheren Annahmen aus. Dies spielt oft eine Rolle, wenn wir Anlageentscheidungen fällen. Wir wissen, zum Beispiel, dass Aktien langfristig die höchsten Renditen abwerfen, investieren unsere langfristigen Ersparnisse dennoch allzu oft nicht darin.

Nur die erwartete Rendite sollte berücksichtigt werden

Thaler hat ebenfalls in zahlreichen Studien gezeigt, dass die meisten Menschen Verluste deutlich höher gewichten als gleich hohe Gewinne – Verluste schmerzen im Durchschnitt sogar rund zwei Mal mehr als Gewinne erfreuen. Das hat wichtige Konsequenzen für das Anlageverhalten. So fällt es den meisten Investoren schwer, Verluste zu realisieren und das Geld in aussichtsreichere Anlagen zu stecken. Richtig wäre, bei Investments einzig die erwarteten Renditen zu berücksichtigen, so wie man sie jeweils bestmöglich abschätzen kann. So fällen Value-Investoren Kauf- und Verkaufsentscheide auf Basis des inneren Werts eines Unternehmens: Notieren Aktien mit einem großen Abschlag, kaufen sie; ist dieser Abschlag aufgeholt, wird verkauft.

Aktien unter ihrem fairen Wert erwerben

In einer gemeinsamen Studie mit Werner De Bondt schließlich zeigt Thaler, dass Aktien systematisch überreagieren. Konkret haben “Verliereraktien”, die drei Jahre unterdurchschnittlich rentiert haben, anschließend im Durchschnitt höhere Renditen gebracht als die vorherigen Gewinneraktien. Dieses Überschießen der Kurse gibt uns Value-Investoren die Gelegenheit, Aktien unter ihrem fairen Wert zu erwerben und langfristig eine Zusatzrendite zum Gesamtmarkt, die sogenannte Value-Prämie, zu erzielen. Dies ist wahrlich einen Nobelpreis wert!

Foto: Braun, von Wyss & Müller

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