24. August 2017, 11:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wirtschaftswachstum in China bleibt auf Kurs

Ende des Jahres findet der 19. Nationalkongress der kommunistischen Partei in China statt, bei dem substanzielle Veränderungen in der Landesführung erwartet werden. Das offizielle BIP zeigt ein Wachstum von 6,9 Prozent im ersten Halbjahr 2017. Das Wachstumsziel von 6,5 Prozent für das laufende Jahr könnte übertroffen werden, meinen Stephen Halmarick und Belinda Allen von First State Investments.

Chancen-china in Wirtschaftswachstum in China bleibt auf Kurs

China: Die zu erwartenden Reformen dürften das Wirtschaftswachstum positiv beeinflussen.

Über die Stichhaltigkeit des chinesischen Bruttoinlandprodukts (BIP) herrscht aufgrund der schnellen Datenerhebung seit längerem Skepsis sagen  Tatsächlich wurde berichtet, dass Premierminister Li Keqiang das offizielle Bruttoinlandsprodukt als unzuverlässig bezeichnet hat. Premier Li zieht aus diesem Grund Kennzahlen wie Rail-Cargo-Volumen, Stromverbrauch und die Vergabe von Bankkrediten heran, um das Wirtschaftswachstum zu bewerten. Diese drei Kennzahlen lässt Bloomberg in den “Li-Keqiang-Index” einfließen. Dieser Index zeigt eine höhere Volatilität als das offizielle BIP des Landes.

Moderate Inflation

Trotz des augenscheinlichen Peaks des Li-Keqiang-Index im Frühjahr 2017, zeigen aktuelle Wirtschaftsdaten ein solides Momentum im Reich der Mitte. Die industrielle Produktion lag im Jahresverlauf bis Ende Juli bei 6,8 Prozent und wurde sowohl durch gestiegene Exporte als auch dem zyklischen Aufwärtstrend der globalen Wirtschaft unterstützt. Diese Entwicklung wird außerdem von einer moderaten Inflation von unterjährig 1,4 Prozent im Juli begleitet, statt der prognostizierten 1,8 Prozent für das Gesamtjahr. In 2018 könnte die Inflation unserer Meinung nach einen leichten Anstieg auf zwei Prozent im Jahresverlauf verzeichnen.

19. Nationalkongress soll Weichen stellen

Nun richtet sich die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte auf den 19. Nationalkongress am Ende des Jahres. Es wird erwartet, dass fünf der sieben Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros des Zentralkomitees, das oberste chinesische Entscheidungsgremium, in den Ruhestand gehen. Diese Posten müssten neu besetzt werden. Von Präsident Xi, der zusammen mit Premier Li auch Teil des ständigen Ausschusses ist, wird erwartet, dass er seine politische Macht ausbauen wird. Präsident Xi dürfte sich in seiner zweiten Amtszeit vor allem mit dem Reformbedarf des Landes befassen. Staatliche Unternehmen sehen sich mit einer steigenden Verschuldung konfrontiert.

Konsumausgaben als künftiger Wirtschaftstreiber

Darüber hinaus soll das Wirtschaftswachstum Chinas zukünftig primär durch Konsumausgaben, statt durch Produktions- und Infrastrukturinvestments getrieben werden. Wir gehen derzeit davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum des Landes in den kommenden Jahren auf durchschnittlich circa sechs Prozent pro Jahr verlangsamen könnte, obwohl der Internationale Währungsfonds die mittelfristige Wachstumsprognose von sechs Prozent auf 6,4 Prozent erhöht hat. Das nominale Wirtschaftswachstum dürfte jedoch stark bleiben und die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik für die Weltwirtschaft auch weiterhin von großer Bedeutung sein.

Stephen Halmarick ist Chief Economist und Belinda Allen ist Senior Analyst for Economic and Market Research bei First State Investments.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hier zahlen Autofahrer besonders viel für die Kfz-Versicherung

Berlin ist ein teures Pflaster für Autofahrer.Deutschlandweit ist der durchschnittliche Versicherungsbeitrag für eine Kfz-Vollkaskoversicherung in der Hauptstadt am höchsten. Der Rundum­schutz für das Fahrzeug kostet dort bis zu 44 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und sogar bis zu 74 Prozent mehr als in sehr günstigen Regionen. Das zeigen Beispiel­berechnungen für über 8.000 Postleit­zahlengebiete.

mehr ...

Immobilien

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Krise trifft europäische Banken härter als ihre US-Wettbewerber

Die von der Coronakrise ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen, haben US-Banken scheinbar besser weggesteckt als ihre europäischen Pendants. Das zeigt zumindest eine Untersuchung der Deutschen Bank.

mehr ...

Berater

Mehr Haftpflichtverträge durch Hunde-Boom

Während der Coronapandemie scheint die Sehnsucht nach einem Hund zu wachsen. Hundezüchter vermelden einen Ansturm auf Welpen, viele Tierheime sind wie leergefegt. Bei der R+V Versicherung spiegelt sich dieser Trend in einem deutlichen Anstieg der Hundehaftpflicht- und Operationskostenversicherung wieder.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium lanciert Zertikat für Schweizer Profi-Investoren

Der Hamburger Logistik-Assetmanager Solvium Capital bringt die Assets „Schiffscontainer“ und „Wechselkoffer“ über ein Zertifikat auf den Schweizer Markt. Dazu ist das Unternehmen eine neu geschlossene Partnerschaft mit dem Züricher Verbriefungsspezialisten Gentwo eingegangen.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...