23. Oktober 2018, 11:53
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Brüssels Dilemma

Die EU-Kommission hat den Haushaltsentwurf Italiens zurückgewiesen, doch die italienische Regierung hält an ihren Plänen fest. Beide Seiten müssen einen Kompromiss eingehen, um die Stabilität Europas nicht zu gefährden. Kommentar von Carsten Mumm, Donner & Reuschel

Carsten-Mumm-1-Kopie in Brüssels Dilemma

Carsten Mumm: “In Brüssel fürchtet man Nachahmer im Falle eines nachgiebigen Kurses.”

Der italienische Haushaltsentwurf für die Jahre 2019 bis 2021 wurde von der EU-Kommission mit dem Hinweis auf einen Verstoß gegen den Stabilitätspakt zurückgewiesen. Erwartungsgemäß beharrt die italienische Regierung auf ihren Plänen. Sollte Sie nachgeben, würden Di Maio und Salvini ihr wesentliches Wahlkampfversprechen aufgeben.

Andererseits fürchtet man in Brüssel Nachahmer im Falle eines nachgiebigen Kurses. Da zu viel auf dem Spiel steht, ist zu wünschen, dass sich zeitnah eine beidseitige Kompromissbereitschaft durchsetzt.

Erste Fortschritte in Italien

In den letzten Monaten hat Italien bereits Fortschritte gemacht. Die Banken haben den Bestand an non-performing loans stark reduziert und die Arbeitslosigkeit sank deutlich unter zehn Prozent. Das Leistungsbilanzplus stabilisiert sich. Die Zinskosten des Staates sind in den letzten Jahren stark gesunken.

Eine harte Konfrontation um den Haushalt könnte diese Entwicklung gefährden und würde Italien in eine massive Vertrauenskrise stürzen. Ansteckungseffekte auf andere Peripheriestaaten wären wahrscheinlich. Notfalls müsste sogar die EZB erneut stabilisierend eingreifen und den Weg der Normalisierung der Zinslandschaft im Euroraum vorzeitig abbrechen.

Carsten Mumm ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Bilanz 2019: Stuttgarter Versicherung mit zweistelligem Plus in der bAV

Die Stuttgarter Versicherung hat ihre Geschäftszahlen für 2019 vorgelegt. Das Unternehmen meldet aus allen Sparten Zuwächse. Insbesondere die betriebliche Altersvorsorge verzeichnete Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich. Und auch das Geschäft mit der nachhaltigen sowie fondsgebundenen Altersvorsorge floriert. 

mehr ...

Immobilien

Blick ins Grundbuch: Was alles wichtig ist

Ob für den Immobilienkauf oder -verkauf, am Grundbuchauszug führt kein Weg vorbei. Denn der Grundbuchauszug enthält alle notwendigen Informationen, die für den Kauf- oder Verkaufsprozess bei Immobilien wichtig sind. Was genau ein Grundbuchauszug ist und wo der Antrag zur Grundbucheinsicht gestellt werden kann, erklären die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler.

mehr ...

Investmentfonds

China: Vom Schwarzen Schwan zum Seeungeheuer?

Wird sich der einfache Schwarze Schwan namens Coronavirus als Seeungeheuer entpuppen, das immer wieder auftaucht und die Volatilität an den Börsen nachhaltig beeinflussen könnte? Ein Gastbeitrg von Olivier de Berranger, Chief Investment Officer, und Enguerrand Artaz, Fondsmanager, La Financière de l‘Échiquier.

mehr ...

Berater

So teuer wie nie: Trotz Klimapaket steigen die Strompreise

Wer ein Unternehmen führt, muss nicht nur den Stromverbrauch, sondern auch die korrespondierenden Kosten im Auge behalten. Obwohl der Preis für Gewerbestrom grundsätzlich unter dem für Privatkunden liegt, betrifft viele Betriebe die Erhöhung der Strompreise – vor allem kleine und mittelständische Unternehmen tragen gemeinsam mit Privathaushalten einen Großteil der Kosten. In diesem Jahr steigert jeder zweite Grundversorger die Aufwendungen für Energie.

mehr ...

Sachwertanlagen

UDI-Emission “te Solar Sprint IV” vor dem Totalverlust?

Die Emittentin der im Oktober 2016 aufgelegten Vermögensanlage “te Solar Sprint IV” warnt vor der Gefahr eines vollständigen Forderungsausfalls eines ausgereichten Nachrangrangdarlehens. Den Anlegern droht dann wohl der Totalverlust ihres Investments.

mehr ...

Recht

„Jetzt kann Mietendeckel-Wahnsinn gestoppt werden“

„Das Land Berlin begeht mit dem Gesetz zum Mietendeckel einen offenen Verfassungsbruch. Dieser Wahnsinn muss schnellstmöglich durch das Bundesverfassungsgericht gestoppt werden. Wir begrüßen sehr, dass der Antrag auf ein Normenkontrollverfahren nun die erforderliche Unterstützung im Bundestag hat. Jetzt kann dieser wohnungspolitischen Geisterfahrt in Karlsruhe ein Ende gesetzt werden“, sagte Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, heute in Berlin.

mehr ...