Anzeige
Anzeige
30. April 2018, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Konjunktur vor dem Abschwung? – Noch nicht!

Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel sieht noch kein Ende des Konjunktur-Aufschwungs in Deutschland. Die Aktienmärkte in Europa sollten besser abschneiden als in den USA.

Carsten-Mumm-1-Kopie in Deutsche Konjunktur vor dem Abschwung? – Noch nicht!

Carsten Mumm, Donner & Reuschel

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhöhte in seinem gerade veröffentlichten Ausblick auf die weltwirtschaftliche Entwicklung (World Economic Outlook) erneut seine Prognose für das globale BIP-Wachstum. Die Experten erwarten nunmehr sowohl in 2018 als auch in 2019 eine Wachstumsrate in Höhe 3,9 Prozent. Allerdings wurde auch auf die Risiken hingewiesen, durch die eine schlechtere Entwicklung entstehen könnte. Vor allem die seit Wochen andauernde Protektionismus-Debatte und die Möglichkeit einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China bedrohen die aktuell außerordentlich positive Verfassung der globalen Ökonomie.

Maue Daten des Ifo-Index

Parallel wurden in den letzten Tagen einige enttäuschende Daten zur Entwicklung der deutschen Konjunktur veröffentlicht. Sowohl der Anstieg der Auftragseingänge für die deutsche Industrie, das Plus bei der Entwicklung der deutschen Exporte und die Zunahme der Industrieproduktion fielen schwächer aus als erwartet. Am meisten Beachtung aber fand der Ifo-Geschäftsklimaindex, der auf einer monatlichen Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und der zukünftigen Erwartungen von ca. 9.000 deutschen Unternehmen basiert. Der fünfte Rückgang in Folge wird von vielen Experten als Zeichen einer bevorstehenden konjunkturellen Abkühlung angesehen.

Weiterhin hoher Indexstand

Im historischen Vergleich befindet sich der Index allerdings nach wie vor auf einem hohen Niveau, nachdem er bis November 2017 sogar noch auf einem Rekordwert notierte. Ausgehend von einer historisch beispiellos positiven aktuellen Lagebeurteilung sind abnehmende Erwartungen für die zukünftige Entwicklung kaum verwunderlich. Zudem sank zuletzt auch das Ifo-Beschäftigungsbarometer und deutete an, dass die befragten Unternehmen weniger Einstellungen planen. Interessant ist besonders die Begründung: es wird zunehmend schwieriger, geeignete Arbeitskräfte für die hohe Anzahl an offenen Stellen zu finden. Die zunehmend angespannte Lage am deutschen Arbeitsmarkt wird durch eine Analyse der Bundesbank im April-Monatsbericht untermauert. Demzufolge befindet sich das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitslosen mit 600 zu 1.000 derzeit auf dem höchsten Stand der vergangenen 20 Jahre.

Leichte Abkühlung der Konjunktur

Es spricht somit derzeit vieles dafür, dass die deutsche Konjunktur eine leichte Abkühlung von einem zuvor nahezu überhitzten Status erlebt. Die gestiegene Nachfrage nach deutschen Exportprodukten aufgrund der brummenden Weltkonjunktur hat nicht nur den Arbeitsmarkt teilweise leergefegt, sondern auch die Kapazitätsauslastung der deutschen Industrieunternehmen auf vergleichsweise hohe Niveaus von über 87 Prozent getrieben. Diese Werte wurden zuletzt 2007 erreicht.

Seite zwei: Kurzfristige Temporeduktion ist keine Vollbremsung

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Exportdeckungen erreichen Rekordhoch

Angesichts wachsender wirtschaftlicher und politischer Risiken steigt die Nachfrage nach Kreditversicherungen in der deutschen Wirtschaft deutlich: Nach Hochrechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) decken die Kreditversicherer im Jahr 2018 Lieferungen im Wert von 424 Milliarden Euro, fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Einheitlicher Einbau von Rauchmeldern zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Wohnungseigentümer bei Bestehen einer landesrechtlichen Pflicht den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern in allen Wohnungen auch dann wirksam beschließen können, wenn dadurch Wohnungen einbezogen werden, deren Eigentümer bereits Rauchmelder angebracht haben (Az.: V ZR 273/17).

mehr ...

Investmentfonds

Der Handelskrieg ist ein Stellvertreterkrieg

Im Kalten Krieg hatten die USA den Wettstreit um die Nr. 1 in der Welt gegen die Sowjetunion militärisch klar für sich entschieden. Der Kalte Krieg von damals ist heute zum heißen Wirtschafts-Krieg geworden. Nicht mehr nur von militärischer, sondern immer mehr von wirtschaftlicher Stärke hängt ab, wer das Zepter über die Welt schwingt. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Weihnachtsgeld: Wer es für was ausgibt

Knapp 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland dürfen sich in diesem Jahr über Weihnachtsgeld freuen. Wer es bekommt, gibt es in erster Linie für die Weihnachtseinkäufe aus, wie eine repräsentative Bevölkerungsbefragung im Auftrag der Creditplus Bank AG zeigt. Beliebt ist auch, das Geld zu sparen oder es für den Lebensunterhalt zu verwenden. Wer den Zusatzverdienst besonders schnell verprasst.

mehr ...

Sachwertanlagen

PRIIPs: Verbände begrüßen Verschiebung

Der Stichtag für die Anwendung der PRIIPs-Verordnung über Basisinformationsblätter für Wertpapierfonds und Alternative Investmentfonds (AIF) soll um zwei Jahre auf den 31. Dezember 2021 verschoben werden. Die Betroffenen begrüßen den Aufschub.

mehr ...

Recht

Vorweihnachtlicher Paket-Betrug: So shoppen Langfinger

Millionen Päckchen und Pakte sind in der Adventszeit unterwegs. Die Zusteller sind im Vorweihnachtssstress. Aber nicht alle Besteller in Online-Shops haben das Wohl der Mitmenschen im Sinn. Einige treibt kriminelle Energie. Rechtsexperten der Arag erläutern, was es mit dem Paket-Betrug auf sich hat.

mehr ...