2. August 2018, 11:00
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Warum langweilige Aktien die Rendite steigern

“Wer mehr Risiken eingeht, wird mit höheren Renditen belohnt”, so eine Weisheit des Aktienmarktes. Das Gegenteil ist aber der Fall. Warum mehr Langeweile im Portfolio profitabel ist. Teil zwei der Cash.-Online Reihe zum Thema Factor Investing. Gastbeitrag von Brian Kirk, Jyske (Teil 2/2).

Kirk Brian Jyske Capital-Kopie in Warum langweilige Aktien die Rendite steigern

Brian Kirk: “Anleger tendieren dazu, Aktien mit “Lotterie-Profil” und großen Kursschwankungen zu bevorzugen, während Unternehmen mit stabileren Ertragsströmen und geringeren Aktienkursschwankungen weniger anziehend sind.”

Je volatiler eine Aktie, desto weniger Rendite bringt sie dem Portfolio. Das ergab eine Studie zu amerikanischen Aktien im Zeitraum 1968 bis 2008, bei der die Aktien nach ihrer historischen Volatilität in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt wurden. Je weniger volatil, desto besser die Performance, die 20 Prozent schwankungsärmsten Aktien entwickelten sich am besten. Die Details dazu können Sie Teil eins dieses Beitrags entnehmen.

Diese Low-Volatility-Anomalie lässt sich mit der Psychologie erklären. Das CAPM-Modell ist ein theoretisches Konstrukt, das das irrationale Verhalten des Menschen nicht berücksichtigt. Im CAPM-Universum – in dem ein linearer Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite besteht – würde niemand einen Lottoschein kaufen oder in ein Spielkasino gehen, da die durchschnittlich erwartete Rendite einer solchen “Anlage” negativ wäre.

Anleger wollen schnell reich werden

Trotzdem suchen Menschen diese “riskanten Situationen” aktiv auf. Das liegt daran, dass wir ohne Weiteres ein begrenztes Risiko tolerieren können – insbesondere, wenn ein besonders hoher Gewinn möglich ist.

So verhalten sich Anleger auch auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten. Wir haben den Wunsch, schnell reich zu werden und halten Ausschau nach Aktien, die ihren Wert verzehnfachen können – wir suchen nach der nächsten Amazon- oder Facebook-Aktie. Anleger tendieren dazu, Aktien mit “Lotterie-Profil” und großen Kursschwankungen zu bevorzugen, während Unternehmen mit stabileren Ertragsströmen und geringeren Aktienkursschwankungen weniger anziehend sind.

In der Konsequenz sind Anleger dazu bereit, mehr Geld für risikoreiche Aktien zu bezahlen, wie auch viele Menschen Lotto spielen, obwohl ihnen bewusst ist, dass ihre Gewinnchancen schlecht sind.

Große Kursfälle sind keine Ausnahme

Wenn der Preis dieser Aktien wegen der großen Nachfrage ihren reellen Wert übersteigt, schneiden sie anschließend oftmals schlecht ab. Die Tatsache, dass die Low- Volatility-Anomalie auf einer Reihe von verhaltensbezogenen Faktoren beruht, bestärkt uns in der Auffassung, dass sie auch künftig existieren wird.

Seite zwei: Sicher durch Finanzmarktkrisen + Nachteile von Low-Volatility

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