12. Juli 2018, 12:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Factor Investing: Das müssen Investoren beachten

Bei der Titelselektion auf Faktoren statt auf Sektor oder Region zu achten ist erfolgsversprechend, aber nicht ohne Risiken. Anleger sollten sich nicht von Statistiken täuschen lassen und wissen, dass Faktor-Portfolios auch schlechter als der Markt abschneiden können.  Teil 1 der Serie zum Thema Factor Investing auf Cash.-Online

Investment-lupe-charts-grafiken-shutterstock 374891044 in Factor Investing: Das müssen Investoren beachten

Suche nach den relevanten Faktoren: Es gibt viele Faktoren, die mit der Entwicklung des Aktienpreises positiv korrelieren, aber nicht immer gibt es einen Kausalzusammenhang.

“Willkommen im Faktor-Zoo” titelt “Morningstar” und kritisiert damit den Trend, Anleger mit Statistiken zu verwirren. Sehr einfach geht dies bei Factor Investing-Strategien, bei der immer wieder neue Faktoren oder Kombinationen von Eigenschaften aufkommen, die zu einer Outperformance des Portfolios führen sollen.

Die Strategien filtern das Aktien- oder Anleihenuniversum nach Titeln, die bestimmte Merkmale aufweisen und so zu einer überdurchschnittlich guten Entwicklung des Fonds beitragen sollen.

Nicht alle Faktoren relevant

Faktoren, die den Aktienpreis beeinflussen, können makroökonomischer Natur sein, wie die Arbeitslosenrate. Factor Investing Strategien nutzen meist Faktoren, die Eigenschaften des Unternehmens beziehungsweise der Aktie selbst beschreiben wie die Marktkapitalisierung oder die Volatilität des Kurses.

Inzwischen hat man mehrere hundert Faktoren gefunden, die einzeln oder in Kombination die Entwicklung von Aktienportfolios zumindest empirisch beeinflussen – ein ganzer Zoo an Faktoren, wie es US-Ökonom John Cochrane ausdrückt.

Doch es ist unwahrscheinlich, dass alle diese statischen Tests sauber durchgeführt wurden, auch wenn Back-Tests dies implizieren. Noch weniger wahrscheinlich ist, dass sich der Einfluss der Variablen auch ökonomisch begründen lässt.  Weniger als zehn Faktoren haben sich etabliert, unter anderem Low Volatility, Value und Quality.

Vorteile des Factor Investings

Low-Volatility-Portfolios enthalten nur Aktien, die unterdurchschnittlich stark schwanken, oder gewichten diese über. Value-Portfolios suchen, ähnlich wie Warren Buffett, Unternehmen, deren Kurs-Buchwert-Verhältnis besonders attraktiv ist. Und Quality-Investoren setzen meist auf Unternehmenskennzahlen wie stabile Kapitalflüsse und geringe Verschuldung.

Ein ihrer Vorteile ist, dass sich diese Strategien leicht automatisieren lassen oder auf einzelne Indizes anwenden lassen. Diese Möglichkeit nutzen Anbieter von Smart-Beta-ETFs, auch Alternative-Beta-ETFs genannt. Allein 2017 kamen nach Angaben von Bloomberg 100 neue Smart-Beta-ETFs auf den Markt. 2018 waren es bis Ende Juni allerdings erst 20.

Obwohl sie ETFs heißen, sind es keine rein passiven Produkte und sie gewichten Titel auch nicht allein nach Marktkapitalisierung. Das macht sie für Investoren interessant, die nicht an die Überlegenheit aktiven Managements glauben, die aber gleichzeitig nicht der Entwicklung eines Index folgen wollen, beispielsweise aus Angst vor Klumpenrisiken.

Seite zwei: Die Nachteile des Factor Investings + Serie auf Cash.-Online

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Karlsruhe weist Eilantrag gegen Berliner Mietendeckel ab

Kurz vor Inkrafttreten der zweiten Stufe des umstrittenen Berliner Mietendeckels hat das Bundesverfassungsgericht einen vorläufigen Stopp abgelehnt. Die Karlsruher Richter wiesen den Eilantrag einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ab, die in Berlin 24 Wohnungen vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Die Halver-Kolumne: US-Wahl – So viel mehr als nur eine normale Wahl

Der politische Höhepunkt 2020 steht kurz bevor und die Börsen sind nervös. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der US-Präsidentschaftskandidaten kann man getrost von einer Richtungswahl sprechen. Besonders spannend sind die Fragen, ob bzw. wann es einen Sieger gibt, ein knappes Ergebnis überhaupt akzeptiert oder sogar als Wahlbetrug bezeichnet wird. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Zweiter Chef bei Exporo

Herman Tange verstärkt ab sofort das Management-Team der Crowdinvesting-Plattform Exporo als Co-CEO an der Seite von Simon Brunke und soll in den Vorstand der Exporo AG berufen werden, sobald die formellen Anforderungen dafür erfüllt sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Das sollten private Vermieter beachten

Die meisten Wohnungen gehören in Deutschland Privatleuten. Sie vermieten meistens nur ein oder zwei Einheiten. Kleinvermieter nutzen die Immobilie häufig als Kapitalanlage oder als Finanzierungsbeitrag zum Bau des Eigenheims. Worauf es für private Vermieter ankommt.

mehr ...