Deutsche Anleger trotz Inflation entspannt

Eine steigende Inflationsrate und niedrige Zinsen sind für Sparer keine gute Kombination, nicht investiertes Geld wird so entwertet. Doch die deutschen Anleger sind entspannt. Nur ein kleiner Teil der Anleger plant, auf die gestiegene Teuerung zu reagieren und sein Portfolio anzupassen.

Inflation und niedrige Zinsen auf Bankeinlagen schmälern den Wert von Barmitteln.

Deutsche Anleger blicken entspannt in die Zukunft – sowohl was die eigene finanzielle Situation als auch die allgemeine Wirtschaftslage anbelangt. Auf kurze und mittlere Sicht beurteilen die Befragten die konjunkturelle Lage weiter positiv. Die Mehrheit rechnet daher auch mit leicht steigenden Preisen im nächsten halben Jahr.

Jeder Dritte schätzt die gegenwärtige Teuerung höher ein als sie tatsächlich ist. Und dennoch würden nur wenige die Inflation zum Anlass nehmen, ihre Geldanlagen anzupassen oder sich dazu beraten zu lassen. Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Ein Fünftel rechnet mit Verbesserung

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das erste Quartal erhob Forsa die Daten vom 31. Januar bis 8. Februar 2018.

Deutsche Anleger sind dem Anlagebarometer zufolge zuversichtlich. Drei von vier Befragten (75 Prozent) würden davon ausgehen, dass ihre finanzielle Situation in den kommenden sechs Monaten unverändert bleibt. Im Vorquartal habe dieser Wert bei 70 Prozent gelegen.

Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) rechne mit einer Verbesserung, im vierten Quartal 2017 seien es noch 19 Prozent gewesen. Doch würden mit sieben Prozent auch weniger Deutsche erwarten, dass sich ihre finanzielle Lage verschlechtere. Im Vorquartal seien es elf Prozent gewesen.

Besonders optimistisch seien die Befragten hinsichtlich der deutschen Konjunktur. Zum ersten Mal seit dem dritten Quartal 2011 schätzen die Befragten laut dem Anlegerbarometer die gesamtwirtschaftliche Lage besser ein als ihre eigene finanzielle Situation. 29 Prozent gehen von einem weiteren konjunkturellen Aufschwung in den kommenden sechs Monaten aus. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im letzten Quartal.

Seite zwei: Keine Anpassung des Portfolios an steigende Inflation

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