Anzeige
28. Mai 2018, 11:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Italiens Märkte wieder im Minus

Das Regierungsaus der populistischen Koalition in Italien hat den Märkten nur kurzfristigen Aufwind verliehen. Inzwischen dominiert die Auffassung, dass die Spannungen nur aufgeschoben sind. Hinzu kommt eine drohende Verfassungskrise.

Italien-flagge-moewe-shutterstock 276224669 in Italiens Märkte wieder im Minus

Italienische Flagge: Die anhaltende Regierungskrise belastet nicht nur die Wirtschaft Italiens, sondern wirkt sich auf ganz Europa aus, insbesondere die Eurozone.

Der anfängliche Rückenwind für den italienischen Aktienmarkt durch das überraschende Aus für die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Partei Lega ist am Montagmorgen schnell wieder verloren gegangen. Nach anfänglichen Kursgewinnen von in der Spitze zwei Prozent beim FTSE MIB lag der italienische Leitindex zuletzt nur noch knapp mit 0,09 Prozent im Plus bei 22 417,98 Punkten.

Am Markt wurde angesichts der Ausschläge auf eine vorerst gescheiterte Regierungsbildung durch die beiden populistischen Kräfte verwiesen. Deren gemeinsamer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, hatte am Sonntag nach nur vier Tagen den Regierungsauftrag an Staatspräsident Sergio Mattarella zurückgegeben.

Anfängliche Erleichterung

Grund dafür war vor allem der Streit über die geplante Ernennung eines ausgewiesenen Euro- und Deutschland-Kritikers zum Finanzminister.

Am Markt machte sich daraufhin zunächst Erleichterung breit, nachdem das aus den Koalitionsplänen resultierende Konfliktpotential mit der EU an den Kapitalmärkten zuletzt für Unsicherheit gesorgt hatte.

Allerdings schwand die Euphorie der Anleger schnell wieder, als sich die Auffassung durchsetzte, dass der Regierungsbildungsprozess vor dem Hintergrund erwarteter Neuwahlen ein potenzieller Unruhefaktor bleibt. Laut Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei Berenberg, ist es unwahrscheinlich, dass sich die politisch vertrackte Situation dabei in irgendeiner Weise auflösen wird.

Drohende Verfassungskrise

“Umfragen signalisieren derzeit einen Stimmenzuwachs für die populistischen Parteien”, warnte am Morgen auch die britische Großbank HSBC in einem Kommentar. Angesichts hoher Erfolgsaussichten der Lega bei Neuwahlen seien Spannungen innerhalb des Währungsraums wohl nur aufgeschoben, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Außerdem droht eine Verfassungskrise, weil die Fünf-Sterne-Bewegung ein Amtsenthebungsverfahren gegen Staatspräsident Mattarella einleiten will, da er die Regierungsbildung blockiert hat.

Im Zuge dieser Ernüchterung büßten die anfänglich stark gestiegenen Finanzwerte ihre Gewinne sogar gänzlich ein. Unicredit tauchten nach einem frühen Satz nach oben um mehr als vier Prozent zuletzt mit 0,3 Prozent in die Verlustzone ab. Intesa Sanpaoolo waren nach zeitweisem Anstieg um etwa drei Prozent sogar mit 1,2 Prozent in den roten Bereich abgerutscht.

Neben Aktien schwand der Rückenwind auch bei anderen Anlageklassen. Der Euro kehrte nach einem zeitweisen Anstieg über 1,17 US-Dollar wieder unter diese Marke zurück. Zuletzt wurden 1,1681 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Auch bei italienischen Staatsanleihen schmolzen die Kursgewinne im Laufe des Vormittags wieder dahin.(dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Lebensversicherung: Deutliche Entlastungen schon 2018

Lange Zeit war unklar, wann und in welchem Maße die Politik die Lebensversicherer bei der Berechnungssystematik zur Zinszusatzreserve (ZZR) entlasten will. Nun liegt jedoch ein konkreter Referentenentwurf vom Bundesfinanzministerium (BMF) vor.

mehr ...

Immobilien

Causa Maaßen: Immobilienbranche kritisiert Abberufung von Gunther Adler

Am Mittwochabend haben die Parteichefs der Regierungsparteien entscheiden, dass Hans-Georg Maaßen seinen Posten als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz räumen muss und stattdessen als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium wechselt. Heute wurde bekannt, dass er den Staatssekretär Gunther Adler (SPD) ablöst, einen ausgewiesenen Wohnungsbauexperten. Warum die Verbände der Immobilienbranche das kritisieren.

mehr ...

Investmentfonds

Heute schon das Konto gecheckt?

Dank Online- und Mobile-Banking ist es so einfach wie nie zuvor, seine Bankgeschäfte im Auge zu behalten. Trotzdem kontrollieren viele Verbraucher zu selten ihren Kontostand, so eine Postbank Umfrage. Wer viel im Internet einkauft und bargeldlos bezahlt, sollte jedoch nicht nachlässig sein. Sonst können unangenehme Folgen drohen.

mehr ...

Berater

Hauptstadtmesse: Viele Fragen, viele Antworten

130 Aussteller, 80 Fachvorträge, Besucherzahlen mindestens auf Vorjahresniveau: Im Berliner Estrel-Hotel ging gestern die 9. Hauptstadtmesse des Maklerpools Fondsfinanz über die Bühne. Besonders die Panels zu Rechtsthemen wie IDD und DSGVO waren gut besucht. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer WP-Prüfungsstandard für Vermögensanlagen

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat einen neuen Standard für die Prüfung von Prospekten für Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz verabschiedet. Die WP-Gutachten sind damit für Anleger tabu.

mehr ...

Recht

Bindet der Mietvertrag auch den Ehepartner?

Wenn nur ein Ehepartner einen Mietvertrag unterschreibt, ist der andere nicht automatisch daran gebunden. Auch dann nicht, wenn sein Name im Mietvertrag genannt ist. Der Vermieter kann also nicht die Ehefrau verklagen, weil ihr Mann, der den Vertrag unterschrieben hat, keine Miete mehr zahlt. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Landgericht Stuttgart.

mehr ...