Oktober wird Ruf als Schreckensmonat für Anleger gerecht

Vor dem Hintergrund der andauernden Spannungen zwischen Italien und der EU gab es am Wochenende eine überraschende Wende in Deutschland, als Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Folge herber Verluste bei Landtagswahlen für ihre Partei, die CDU, und deren Koalitionspartner, die SPD, bekanntgab, als Vorsitzende ihrer Partei zurückzutreten. Investoren sollten auf diese Entwicklung nicht überreagieren, da sie sich seit langem abzeichnet und bereits Tradition hat. Gerhard Schröder zum Beispiel tat das gleiche, als sich seine letzte Amtszeit als Bundeskanzler dem Ende näherte. Merkels Schritt könnte helfen, die Verärgerung der Wähler über sie, ihre Partei und deren Koalitionspartner – die bei den jüngsten Wahlen beide heftig abgestraft wurden – zu zerstreuen. Merkels Entscheidung wirft aber durchaus Fragen über die künftige Führung der EU auf. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist zwar zu Hause nicht sehr beliebt, dürfte aber de facto die Führung der EU übernehmen. Angesichts seiner Reformorientierung glaube ich, dass er diese Rolle gerade in dieser für die Zukunft der EU so wichtigen Phase erfolgreich ausfüllen könnte.

Eine weitere Sorge, die die Märkte aktuell umtreibt, betrifft die Anfang November anstehenden Zwischenwahlen in den USA und ihre konkreten politischen Auswirkungen. Daher glaube ich auch nicht, dass es mit den Kursrückschlägen an den Märkten vor den „Midterms“ vorbei sein wird.

Ausblick

In dieser Woche werden wir uns den US-amerikanischen Arbeitsmarktbericht für Oktober genau ansehen. Die wichtigste Kennzahl ist das Lohnwachstum — wenn es moderat bleiben sollte, gäbe das der Fed mehr Flexibilität, bei der geldpolitischen Straffung den Fuß vom Gas zu nehmen, vor allem, falls andere Wirtschaftsdaten schlechter ausfallen sollten. Natürlich werden wir auch die Zwischenwahlen in den USA aufmerksam verfolgen, da diese uns wichtige Anhaltspunkte für unseren Ausblick für 2019 geben werden.

Kristina Hooper ist Chief Global Market Strategist bei Invesco Ltd.

Foto: Invesco

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