Schmerzensgeld für eine rosige Zukunft

Wer in den letzten Jahren sein Geld in den Schwellenländern (Emerging Markets) investiert hat, konnte in dieser Zeit beachtliche Gewinne erwirtschaften. Dass Emerging Marktes boomen, dürfte sich also herumgesprochen haben.

Die Bröning-Kolumne

„In Schwellenländern gelten andere Regeln. Kurzfristige Einbrüche an den Märkten müssen in Kauf genommen werden.“

Alleine 2017 stiegen die Kurse von Fonds, die beispielsweise auf chinesische Aktien setzen, um durchschnittlich 44 Prozent. Indische oder brasilianische Aktienfonds legten um 41  Prozent beziehungsweise 24 Prozent zu.

In den ersten neun Monaten 2018 hat sich das Blatt dagegen komplett gewendet. Aus den teils sehr hohen Gewinnen sind binnen kurzer Zeit hohe Verluste geworden, zum Beispiel minus 20 Prozent bei brasilianischen oder minus 42 Prozent bei türkischen Aktienfonds (alle Zahlen in USD).

Auf der Gewinnerseite stehen dieses Jahr überwiegend die Märkte der entwickelten Länder, allen voran die Aktienindizes der US-Amerikaner.

Was ist passiert? Gelten die vorherrschenden und nur schwer zu widerlegenden Argumente für die Emerging Marktes nicht mehr?

Trägt sich der Aufschwung selbst?

Eine junge und wachsende Bevölkerung, eine in vielen Fällen niedrigere Staatsverschuldung als in den entwickelten Ländern und ein meist sehr hohes Wirtschaftswachstum sprechen eine klare Sprache.

Auch haben sich in den letzten Jahren die Stimmen gemehrt, dass sich der Aufschwung in den Schwellenländern mittlerweile selbst trägt.

Konkret hieße das, viele Schwellenländer sind stark genug, um sich im globalen Finanzmarkt ohne die Hilfe der großen Investoren aus New York und London zu behaupten.

Seite zwei: Drei wesentliche Treiber

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