22. November 2018, 06:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schwellenländer: Wieder einsteigen oder abwarten?

Für viele Schwellenländer hat der Gegenwind zugenommen, entsprechend volatil entwickelten sich die Risikoprämien im bisherigen Jahresverlauf. Vieles scheint mittlerweile am Markt eingepreist. Wenngleich die Schwankungen kurzfristig noch etwas anhalten könnten, ist die Anlageklasse durch die Gegenbewegung für langfristig orientierte Investoren wieder etwas attraktiver geworden. Eine Einschätzung von Stephan Hirschbrich, Union Investment

MG 1972 Ret-Kopie in Schwellenländer: Wieder einsteigen oder abwarten?

Stefan Hirschbrich, Union Investment: “Die Normalisierung der Geldpolitik bleibt ein Risiko. Die US-Notenbank Fed beschreitet ihren Zinserhöhungspfad weiter im Autopilot.”

Am Markt für Schwellenländer-Anleihen und -Währungen ist viel in Bewegung: Steigende US-Renditen, stetige Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve, ein starker US-Dollar und vor allem der von US-Präsident Trump losgetretene Handelskonflikt haben Investoren in Aufruhr versetzt. Nach einer zweijährigen Aufwärtsbewegung gerieten Schwellenländer-Anleihen und -Währungen im laufenden Jahr deutlich unter Druck. Viele Anleger wittern angesichts des günstigeren Bewertungsniveaus nun wieder Einstiegsmöglichkeiten. Zu Recht?

Handelsstreitigkeiten und straffere Geldpolitik belasten

Zwar hat sich die Rhetorik zwischen den USA und China zuletzt etwas beruhigt, allerdings bleiben die Handelsstreitigkeiten ein Belastungsfaktor für die aufstrebenden Volkswirtschaften. Kaum ein Marktteilnehmer rechnet noch mit einer schnellen Entspannung. Vielmehr setzt sich nach und nach die Überzeugung durch, dass hinter dem angefachten Handelsdisput ein breit angelegter Paradigmenwechsel in der US-Außenpolitik steckt und die USA eine strategische Konfrontation gegenüber China verfolgen.

Auch die Normalisierung der Geldpolitik bleibt ein Risiko. Die US-Notenbank Fed beschreitet ihren Zinserhöhungspfad weiter im Autopilot. Die US-Renditen dürften deshalb weiter moderat steigen. Da die Währungshüter gleichzeitig auch den Abbau der Notenbankbilanz vorantreiben – fällig gewordene Mittel werden nicht wieder angelegt – fällt ein wichtiger Unterstützungsfaktor für die Kapitalmärkte der Schwellenländer weg.

Fundamental gut aufgestellt

Rückenwind erhalten die Schwellenländer indes von volkswirtschaftlicher Seite: Wenngleich sich die globale Wachstumsdynamik zuletzt etwas abgeschwächt hat, dürfte sich das nach wie vor moderate Wachstumstempo positiv auf die aufstrebenden Volkswirtschaften auswirken. Unterstützend wirkt zudem die Erwartung steigender Metallpreise am Rohstoffmarkt: Das Gros der Industriemetalle befindet sich im Marktdefizit, die Börsenlagerbestände sinken. Zeigen die jüngst in China beschlossenen Investitionsmaßnahmen Wirkung, dürfte der Metallsektor weiter profitieren – und mit ihm die rohstoffproduzierenden Schwellenländer.

Seite zwei: Für wen ein Einstieg jetzt lohnt

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Gleicher Job, weniger Rente: 26 % weniger gesetzliche Rente für Frauen

Gleichberechtigung: 26 Prozent – so hoch ist die zu erwartende durchschnittliche Rentenlücke von Frauen im Vergleich zu Männern in Deutschland. Das heißt: Frauen erhalten mehr als ein Viertel weniger gesetzliche Rente vom Staat als ihre männlichen Kollegen. Eine Frau, die mit 67 Jahren in den Ruhestand geht, erhält nach heutiger Berechnung im Monat 140 Euro weniger Rente als ein Mann. 

mehr ...

Immobilien

Unausgepackte Kartons: Jeder 3. Deutsche ist nach 5 Jahren noch nicht fertig mit dem Umzug

So ein Umzug ist stressig, gerade für Berufstätige und Familien mit kleinen Kindern. Was gerade nicht dringend erledigt werden muss, wird verschoben. Je weniger Zeit seit dem letzten Umzug vergangen ist, desto mehr Aufgaben haben Umzügler noch auf ihrer To-Do-Liste. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage von umzugsauktion.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

Cash.-Branchengipfel: “BaFin-Aufsicht positiv”

Der 9. Cash.-Branchengipfel Sachwertanlagen brachte einige durchaus überraschende Ergebnisse, unter anderem zur geplanten BaFin-Aufsicht über den freien Vertrieb sowie zu den voraussichtlichen Kosten dafür. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „B++“ für United Investment Partners Projektentwicklungen Deutschland

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. hat den Fonds „United Investment Partners Projektentwicklungen Deutschland“ mit insgesamt 67 Punkten bewertet. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „gut“ (B++).

mehr ...

Recht

Nach Ausstieg: Kein Anrecht auf Bestandsübertragung

Regulation und digitaler Wandel verändern die Versicherungsbranche rasant. Vor diesem Hintergrund überprüft das Gros der Vermittler die eigene unternehmerische Ausrichtung. Eine Folge sind zunehmende Zahlen registrierter Versicherungsmakler. Doch was passiert mit dem Bestand? Ein Kommentar von Alexander Retsch, Syndikusanwalt der vfm Gruppe.

mehr ...