Wie Anleger vom Bärenmarkt profitieren können

Bulle und Bär als Zeichnung aus Aktienkursen
Foto: Shutterstock
Bärenmärkte seien der Freund des Anlegers, vorausgesetzt, er bleibe ruhig und geduldig und konzentriere sich auf die lange Sicht.

Bärenmärkte bieten Chancen für Anleger, sofern sie genug Geduld mitbringen. Diese Meinung vertritt Steve Watson, Portfoliomanager bei Capital Group.

Interessant sei vor allem der Wendezeitpunkt, wenn der Pessimismus dem Optimismus weicht. In jeder Hinsicht seien außerdem Dividendenwerte eine gute Wahl, um Marktturbulenzen zu überstehen.

„Im Laufe meiner Karriere habe ich 21 Marktschocks erlebt, darunter den Zusammenbruch der Sowjetunion, das Platzen der Technologieblase, die globale Finanzkrise und jetzt COVID-19“, analysiert Watson. „Ich erwähne diese Ereignisse nur, um zu verdeutlichen, dass Marktverwerfungen eine Tatsache des Lebens sind.“ Es sei stets nur eine Frage der Zeit, bis der Zug aus den Schienen gerate. Laut Watson geschehe dies etwa alle 18 Monate.

Der Markt schwanke von übermäßigem Enthusiasmus zu extremem Pessimismus. Ein Anleger mit einem vernünftigen Maß an Objektivität könne demnach davon profitieren, wenn er in der ersten Phase verkaufe und in der zweiten Phase kaufe. Dieser Ansatz sei häufig schmerzhaft und zahle sich vor allem in der Anfangsphase von Marktaufschwüngen aus, wenn der Pessimismus dem Optimismus weiche. Warren Buffett habe es am besten gesagt: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und gierig, wenn andere ängstlich sind.“ Anders ausgedrückt: Bärenmärkte seien der Freund des Anlegers, vorausgesetzt, er bleibe ruhig und geduldig und konzentriere sich auf die lange Sicht.

„Ich kaufe gerne Aktien, wenn sie am Boden liegen, aber ich bleibe auch gerne lange genug dabei, damit der Markt das aufholen kann, was ich für den wahren Wert des betreffenden Unternehmens halte“, so Watson. „Trotz meiner wertorientierten Einstellung glaube ich nach wie vor fest an die Widerstandsfähigkeit des Technologiesektors.“ Der Einstiegszeitpunkt sei wichtig. Daher werde Watson in einige ausgewählte Technologieunternehmen investieren, wenn ihre Aktien unter Druck stehen.

Watson legt außerdem seit langem großen Wert auf Dividenden als wichtigstes Mittel, mit dem ein Unternehmen seinen Anlegern Wert übertrage. „Meiner Ansicht nach haben Dividendenzahler Potenzial, während Marktturbulenzen für relative Stabilität zu sorgen. Und dies ist wichtiger denn je“, resümiert Watson. „Ich halte weiterhin mehrere Aktien von Unternehmen, die eine hohe Dividende zahlen, aber auch von Unternehmen, deren Dividenden wachsen.“ 

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