Warum Familienunternehmen so erfolgreich sind

Aktienkäufer sollten auf Familienunternehmen setzen, denn sie schlagen an der Börse den Marktdurchschnitt. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Credit Suisse gekommen, die auch nach den Ursachen des Erfolgs und den stärksten Unternehmen gesucht hat.

Mietwagen von Sixt in Amsterdam.
Mietwagen von Sixt in Amsterdam: Der Autovermieter gehört zu den Familienunternehmen mit den besten Geschäftsmodellen.

Börsennotierte Familienunternehmen arbeiten weltweit profitabler als andere Firmen. Ihre Aktien hängen daher langfristig den breiten Markt ab. Das geht aus einer umfangreichen Studie der Großbank Credit Suisse hervor.

Firmen in Familienhand erzielten ein höheres Umsatzwachstum bei einer niedrigeren Verschuldung, schreiben die Ökonomen in dem Papier, für das mehr als 1.000 Unternehmen aus Europa, Asien und den USA über zehn Jahre analysiert wurden.

Langfristiges Geschäftsmodell

Zudem bleibe bei ihnen mehr vom Umsatz als Betriebsgewinn (Ebitda) übrig, und die Rendite im operativen Geschäft sei höher. Die Unternehmen wurden gemessen an einer Kontrollgruppe aus 7.000 nicht-familiengeführten Firmen.

Familienunternehmen seien vorsichtiger und könnten sich vom kurzfristigen Denken an der Börse mit dem Fokus auf Quartalszahlen lösen. „Sie sind langfristiger ausgerichtet, hängen weniger stark von Fremdfinanzierung ab und investieren mehr in Forschung und Entwicklung“, erklärte Studienautor Eugène Klerk. Familienunternehmen schnitten in jeder Region und jeder Branche besser ab als vergleichbare andere Firmen, unabhängig von der Größe.

Die besten Familienunternehmen

Die Familienfirmen mit der besten Geschäftsentwicklung weltweit kommen demnach aus Deutschland, Italien, China und Indien. Beim Blick auf die Aktien legten im europäischen Vergleich die deutschen Familienfirmen im Schnitt am stärksten zu, gefolgt von niederländischen Unternehmen.

In der Rangliste mit der besten Börsenentwicklung über drei, fünf und zehn Jahre belegen hiesige Unternehmen alleine die obersten vier Plätze. An der Spitze steht der Softwarekonzern Nemetschek, gefolgt vom Medizintechnik-Unternehmen Sartorius, dem Leasing-Spezialisten Grenke und dem Autovermieter Sixt. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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