6. Dezember 2018, 06:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warum eine fallende Zinsstrukturkurve eine Rezession auslöst

Wer verstehen will, warum eine inverse Zinsstrukturkurve an den Märkten und unter Analysten so viel Unruhe auslöst, der muss zunächst wissen, was Begriffe wie inverse Zinsstrukturkurve, langes Ende, Spread und kurzes Ende bedeuten. Eine Erklärung:

Yield-curve-zinskurve-shutterstock 289493321 in Warum eine fallende Zinsstrukturkurve eine Rezession auslöst

Die Zinsstrukturkurve ist eines der wichtigsten Prognoseinstrumente für die Anleihemärkte.

Seit Tagen warnen Analysten auf Finanzportalen wie Bloomberg vor einer bevorstehenden Rezession. Untrügliches Indiz sei die Zinsstrukturkurve in den USA, die am Montag gekippt ist. Die Zinsen für dreijährige US-Staatsanleihen haben diejenigen für fünfjährige US-Staatsanleihen überholt.

Diese Berichte versteht nur, wer Begriffen wie “kurzes Ende”, “langes Ende”, “Spread”, “Maturität”, “flache Zinskurve” und “inverse Zinskurve” kennt. Der folgende Text gibt eine Übersicht über die wichtigsten Fachwörter.

Zinsstrukturkurve

Die Zinsstrukturkurve zeigt, wie Kreditgeber für lang- oder kurzfristige Kredite kompensiert werden. Die Kurve stellt die Höhe von Zinsen oder Renditen in Abhängigkeit von der Laufzeit dar, beispielsweise von Staats- oder Unternehmensanleihen. Ein Beispiel sind die Renditen für Bundesanleihen oder Euro-Staatsanleihen.

Am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve kann man die Zinsen für kurzfristig laufende Kredite ablesen. Das lange Ende befindet sich in der Grafik rechts und zeigt die Zinsen für langfristige Anleihen. Kurzes und langes Ende beziehen sich also auf kurze oder lange Laufzeiten und, grafisch gesehen, auf das linke und rechte Ende der Zinskurve.

Zinsstrukturkurve-Bundesanleihen-und-Euro-Staatsanleihen-dezember-2018 in Warum eine fallende Zinsstrukturkurve eine Rezession auslöst

Rendite von Bundes- und Euro-Staatsanleihen in Abhängigkeit von ihrer Restlaufzeit in Jahren. Quelle: Börse Stuttgart, 05.12.2018

Steigende Zinsstrukturkurven

Für kurze Laufzeiten von Bundesanleihen sind die Renditen negativ. Je später Deutschland die Schulden zurückzahlen muss, desto höher ist die Rendite für Anleger. Der Spread, der dem Abstand zwischen zwei Zinssätzen unterschiedlicher Laufzeiten oder Anleihen entspricht, ist positiv. Eine Erklärung ist, dass Kreditgeber so für das höhere Risiko längerer Laufzeiten (Maturität) kompensiert werden.

Ein zweiter Grund für steigende Zinsen sind Inflationserwartungen. Je stärker sich Güter verteuern, desto weniger ist eine fixe Summe in der Zukunft wert. Die Zinsen müssen neben dem Risiko auch die wachsenden Lebenshaltungskosten ausgleichen.

Seite zwei: Warum steigende Zinsstrukturkurven für Aufschwung und fallende Kurven für Abschwung stehen

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Alles nachvollziehbar – allerdings gibt es seit Jahren keine fairen, d.h. auf Basis von Angebot und Nachfrage entstandenen Zinskurven. Durch den Einfluss der Notenbanken sind diese “verfälscht”. Ich will es nicht schön reden, aber die Märkte sind im Bann der Notenbanken. So manches aus der Geschichte und den Lehrbüchern ist aktuell nicht gültig.

    Kommentar von Jürgen M — 7. Dezember 2018 @ 10:13

Ihre Meinung



 

Versicherungen

ADAC verschärft Wettkampf in der Autoversicherung

Der Wettbewerb der Autoversicherer wird in der diesjährigen Wechselrunde schärfer: Der ADAC tritt ab 1. Oktober mit neuen Kfz-Policen an, wie der Autoclub mitteilte. Das Ziel: Nummer eins unter den 20 Millionen ADAC-Mitgliedern werden, wie Marion Ebentheuer, Chefin der ADAC Versicherung AG, sagte. Verkauft werden die ADAC-Policen aber auch an Nichtmitglieder.

mehr ...

Immobilien

Immobilienmakler: Für Mehrheit der Eigentümer unverzichtbar

Knapp 69 Prozent würden einen Makler engagieren, wenn sie als Verkäufer die Maklergebühren in Zukunft selbst tragen müssten. Auch die Immobilienbewertung findet primär online statt. Ein hoher Erlös steht für die Verkäufer in der Priorität vor der schnellen und reibungslosen Verkaufsabwicklung. Was die Studie von ImmobilienScout24 noch zeigt.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

“Dann ist es vorbei”: Finnland setzt Johnson Frist beim Brexit

Der derzeitige EU-Ratsvorsitzende Antti Rinne hat dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Frist bis zum Monatsende gesetzt, um Änderungswünsche am Brexit-Abkommen einzureichen.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...